Archive | October 2013

Familienportrait – Die Liebe in Zeiten des Krieges Teil 1-3 / 1941-45

  Teil 1

IMG_20131012_0008  Helmut vor dem Krieg

Trauma

17einhalb Stunden Dienst im Schützengraben. Als endlich die Ablösung kommt, kann Helmut kaum laufen. Ihm wird ein Schlafplatz zugewiesen, ein letzter Handgriff, wie immer an der Front, schiebt er die drei Goethe-Bände unter den Kopf, als Kopfkissen. Trotz des Gefechtslärms schläft er sofort ein, das lernt man an der Front.

Als die Granate einschlägt träumt er von einem blonden Mädchen mit leuchtenden, blauen Augen. Er erkennt sie nicht. Wach wird er nicht wirklich, er nimmt nur einen heißen, grellen Schmerz an der rechten Schulter wahr. Ein großes Tier muss ihn gebissen haben…

IMG_20131012_0005  Käte

Auf dem Verbandsplatz bekommt er Morphium, der Sanitäter wundert sich über soviel Dusel bei dem verwundeten Obergefreiten. Wenn der Goethe unter seinem Kopf nicht gewesen wäre, hätte es seinen Hinterkopf zerfetzt, so war es nur der rechte Oberarm. Das Schrapnel hat eine klaffende Wunde bis auf den Knochen verursacht. Man versorgt die Wunde soweit es möglich ist, der Weg zum Lazarett ist noch weit.

Traum

Die Wunde entzündet sich, Penicillin haben die Deutschen noch nicht. So kämpft Helmuts Körper drei Tage. Bei 40°Fieber zieht sein Leben an meinem Vater vorbei. Die kurze Ehe mit einer kapriziösen Schauspielerin, Saltos machen für René Deltgen in den UFA-Studios, Boxen, 16 Kämpfe, nur zwei verloren, im Schach remis gegen den deutschen Meister.

IMG_20130627_0005  Mit Vera von Langen in den UFA-Studios Babelsberg 1938

Das kommt ihm alles so überflüssig vor, eitel, vertane Zeit. Wenn er hier raus kommt und der Krieg vorbei ist, muss er ein ganz neues Leben beginnen. Alles auf Null und dann durchstarten, promovieren, inszenieren und spielen auch, die großen tragischen Rollen, Faust, Hamlet, Don Carlos.

Sein 23 Jahre alter Körper gewinnt Das Spiel. Doch er erholt sich nur langsam, was einen Vorteil hat, er kann auf Heimaturlaub gehen.

Treffen

Über zwei Jahre dauert dieser Krieg schon. Käte sitzt in einer kleinen Konditorei in der Nähe der Friedrichstraße. Der Schankraum ist fast leer. Draußen wird es schon dunkel. Der Soldat in der feldgrauen Uniform sieht nett aus. Er könnte slawischer Herkunft sein, ein russischer Graf vielleicht. Sie ärgert sich über ihre ausschweifende Phantasie. Sie hält sich zur Sachlichkeit an. Immerhin hat sie es in drei Jahren bis zur Buchhalterin geschafft, und sie ist stolz darauf.

IMG_20131012_0003  Ein Stapel Bücher neben sich

Später werden beide nicht mehr wissen, wer als erster gesprochen hat. Vor Helmut steht ein Stapel Bücher auf dem Tisch, daneben Papier, er schreibt etwas. Ein Gedicht, wie sich herausstellt. Käte ist entzückt, ein Mann, der Gedichte schreibt, so jemanden trifft ein junges Mädchen mitten im Krieg nicht oft.

Sie reden über Gedichte, über Romane, Dramen, Schauspieler, kommen auf immer neue Themen, ohne das sie merken, wie die Zeit vergeht. Helmut erklärt, er möchte nicht das einfache, kleine Glück mit Familie und Büroarbeit, er will aufs ganze gehen und großen Erfolg haben oder eben grandios scheitern. Er warnt das junge Mädchen vor sich, mit ihm würde sie es schwer haben. Sie scherzt und tut als ob sie ihn nicht ernst nimmt. In Wirklichkeit hat seine Warnung etwas sehr Ansprechendes für sie. Bei aller Sachlichkeit, schlummert auch Romantik in ihr. Und alles was mit Dramen, mit Schauspielern und Theater zu tun hat, zieht sie magisch an. Sie steht oft die halbe Nacht an, um Karten für die begehrten, billigen Stehplätze im Schauspielhaus zu erwerben.

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Nach Stunden stellen sie fest, es ist bereits viertel vor sieben, sie haben sich total verplaudert. Er hat eine Karte fürs Schauspielhaus, Gründgens, Kätes Lieblingsschauspieler, gibt den Mephisto. Er muss los, Faust läßt man nicht warten. Auf der Weidendammer Brücke trennen sie sich. Bevor sie sich von einander losreißen, drückt sie ihm zu seiner Überraschung einen Kuss auf die Wange.

Sie läuft zur elterlichen Wohnung in die Perleberger Straße, sie ist bester Stimmung. Am Abendbrottisch verkündet sie Elisabeth und Werner: ” Heute habe ich den Mann getroffen, den ich heiraten werde.”

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  Teil 2 / 1942-44

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Fieber

 

 

Kriege enden nicht wenn eine Partei gewinnt und die andere kapituliert. Kriege wirken nachhaltig.

 

 

Noch heute leiden, laut der Uni Leipzig, ca. 3.4% der 60- bis 90-jährigen Deutschen an einer posttraumatischen Belastungstörung infolge des 2. Weltkriegs. Ein Drittel der GIs, die aus dem Irak zurückkommen, haben psychische Probleme. Alkoholismus beobachtet man häufig, die Morphiumsucht wurde früher “Soldatenkrankheit” genannt, so häufig war die Abhängigkeit unter Veteranen. Kurz gesagt: Mit Ende des Krieges fangen viele Probleme erst an.

 

 

Die Teilnehmer eines Krieges, egal ob Kombattanten oder Nichtkombattanten, dürfen daran nicht denken. Für sie ist es nötig sich vorzustellen, dass im Frieden alles wieder gut wird und die Träume, die ihnen den täglichen Wahnsinn überstehen helfen, wahr werden. Käte stellt sich vor mit Helmut eine Familie zu gründen und ein eigenes Geschäft zu führen, am liebsten was mit Büchern. Helmut möchte Karriere machen, als Schauspieler und Regisseur und er stellt sich Käte als die Frau an seiner Seite vor.

IMG_20131012_0016 Käte träumt

 

In Berlin wird das Leben durch die fast allnächtlichen Bombenangriffe bestimmt. Die Nächte bringt frau häufig, ohne Schlaf im Luftschutzkeller zu. Tagsdrauf sieht sie dann, wo Bomben häßliche Löcher im Straßenbild verursacht haben und das drückt die Stimmung zusätzlich. Die Briefe, die ihr drei oder viermal in der Woche der Briefträger bringt, zeigen Käte aber doch, es geht schlimmer.

 

 

Gerade nachdem Helmut seine Verwundung am rechten Oberarm halbwegs weggesteckt hat, wird er wieder in die verlausten Schützengräben geschickt. Das hat Folgen, er erkrankt an Wolhynischem Fieber. Es wird auch Trench Fever genannt, weil es in den Schützengräben des 1. Weltkriegs erstmals beobachtet wurde. Tolkien, A.A. Milne und C.S. Lewis waren damals daran erkrankt. Auch im 2. Weltkrieg hat man noch keine wirksame Therapie dagegen. Schlecht verheilte Läusebisse verursachen das Leiden, doch an den hygienischen Verhältnissen an der Front ändert sich nichts, wie auch.

IMG_20131012_0006 Helmut schreibt

 

 

 

Helmut hat tageweise hohes Fieber, über 41°, dazu starke Kopf- und Gliederschmerzen, der Appetit verläßt ihn, er magert ab. Trotzdem schreibt er täglich an Käte, wenn das Fieber hoch ist, bringt er nur riesige, krakelige Buchstaben zustande, der Inhalt ist kaum zu entziffern. Dann ist er wieder klar, verfasst wunderbare Gedichte, die sie auf der Maschine sauber abtippt. Er baut für sein Kätchen und sich ein literarisches Luftschloss, in das sie vor dem Krieg flüchten können. Käte ist beeindruckt, hat Mitleid, ist wohl auch verliebt, doch es ist schwierig. Sie weiß nicht wirklich wer dieser Mann ist.

 

Ein paar Mal schafft es Helmut für ein paar Stunden oder Tage nach Berlin oder Muskau zu kommen, wohin Kätes Arbeitsstelle wegen der Luftangriffe verlegt wird. Seltsamerweise fühlen sich diese Treffen unwirklich an, sie sind einander fremd. Wenn es romantisch wird oder Helmut ihr zu nahe rückt, wird Käte kratzbürstig. In den Briefen sind sie sich viel näher.

IMG_20131012_0017 Sachlich, manchmal kratzbürstig

 

Hoffnung

 

 

Monatelang hat Helmut um ein Studiensemester gekämpft, er kann es kaum glauben, 1944 darf er nach Berlin und ein paar Monate studieren. Käte gibt die Anstellung bei der Wirtschaftsgruppe Glasindustrie auf, um auch wieder in Berlin zu leben, die Angriffe sind ihr egal. Sie und Helmut sind sich einig, in solchen Zeiten ist Fatalismus erlaubt, weder man noch frau kann das Schicksal beeinflussen und was passieren soll, wird passieren.

 

 

Am 20. Juli hören sie im Radio, es hätte ein Attentat auf Hitler gegeben, es ist nicht klar, ob er tot oder nur schwer verletzt ist. Am Abend sind sie im Schauspielhaus, Don Carlos steht auf dem Spielplan. Als Marquis Posa vom Despoten, “Sire, geben sie Gedankenfreiheit!” verlangt, gibt es Szenenapplaus. Es ist bekannt, dass dafür schon mindestens ein Deutscher, der da geklatscht hat erschossen wurde, aber in diesem Moment ist die Furcht weg. In der Pause machen fast alle Zuschauer Pläne, man hofft der Krieg würde bald zuende sein, nun da “der Verrückte” tot ist. Mit England und den USA könne man sich einigen, dann würde man gemeinsam die Sowjetunion niederringen… Auch Käte und Helmut machen Pläne. Plötzlich ist die Erfüllung der Träume ganz nah.

 

 

Als sie in der Perleberger Straße die Treppe hochkommen, steht Oma Elisabeth schon in der Tür und macht eine wegwerfende Geste. Hitler lebt, der Umsturzversuch ist gescheitert, Helmut muss schon bald wieder zurück an die Front.

IMG_20131016_0003 Es bleiben Briefe

 Teil 3 / 1945

 

Am 10. November 1942 verlässt Zarah Leander Deutschland. Sie wird nicht wieder ins deutsche Reich zurückkehren. Kurz vorher hat Goebbels noch versucht sie mit Schmeichelei und Geschenken umzustimmen. Doch Zarah hat begriffen, dass Deutschland den Krieg nicht mehr gewinnen kann . “Davon geht die Welt nicht unter” singt sie vor Wehrmachtsoldaten und SS-Männern im UFA-Film “Die große Liebe”. Dieser Film ist mit 27 Mio. Zuschauern der erfolgreichste überhaupt im Dritten Reich und hat am 12. Juni 1942 im UFA-Palast am Zoo Premiere. “Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen” ist ein weiterer Schlager aus “Die große Liebe”, der auch Teil der Durchhaltepropaganda wird. Aber es geschieht kein Wunder und für die Deutschen geht im Frühjahr 1945 tatsächlich die Welt unter.

Bild Helmut, Rilke im Remter

 

Käte bekommt Anfang 1945 den letzten von über 100 Feldpostbriefen von Helmut. Er ist zuletzt in Marienburg, dem heutigen Malbork stationiert. Die im 13.Jh. erbaute Zentralburg des Deutschritterordens hat für die Nazis besondere Bedeutung. Helmut berichtet von einer Feierstunde in einem der Remter, so heißen die Speisesäle der Ordensburg. Dabei trägt er den “Cornet” von Rilke vor. Die klassische Soldatenballade “schwankt zwischen Glorifizierung des Heldentodes und der Sinnlosigkeit (jungen) Sterbens, Gefühlen von überzogener Ehre, Verlust und Traurigkeit.” Was er dabei fühlt, kann er wegen der Zensur nicht schreiben.

Bild Helmut links

 

Helmut deutet an, er würde Käte bald näher kommen, hofft wohl auf einen Rückzug. Dazu kommt es nicht. Ende Januar besetzen sowjetische Truppen die Stadt Marienburg. Die “Festung” wird sechs Wochen gegen die Rote Armee gehalten und am 8. März 1945 geräumt. Viele hundert Soldaten kommen ums Leben, deren “Hundemarken” keiner sammelt.

Bild Käte

 

Auch in Berlin beginnt der von der Propaganda beschworene “Endkampf”. Alte und Halbwüchsige werden zum “Volkssturm” eingezogen. Verweigerer werden sofort hingerichtet. Oma Elisabeth und meine Mutter überlegen den Straßenkampf in der U-Bahn abzuwarten. Glücklicherweise kommt Onkel Paul, der wieder bei der Polizei arbeitet, kurz in der Perleberger Straße vorbei. Er warnt die beiden vor der U-Bahn und besorgt ihnen Plätze im Bunker an der Schumannstraße neben dem Deutschen Theater. 40 Jahre später wird meine Tochter dort tanzen gehen.

 

 

 

Dass sie die U-Bahn meiden, ist ein großes Glück. Am 2. Mai sprengt die SS den Tunnel unter dem Landwehrkanal. Das gesamte unterirdische Verkehrsnetz wird dadurch geflutet. Ob nur wenige oder etwa 100 Zivilisten ertrinken weiß man nicht genau, auch das Motiv für die Tat bleibt im Dunkeln.

 

Zwei Wochen bleiben sie im Bunker. Unter unvorstellbaren hygienischen Bedingungen passieren hier kleine und große Tragödien. Der Schauspieler Aribert Wäscher, der in Hunderten Filmen mitgewirkt hat, unter anderem in Riefenstahls Mammutproduktion von Tiefland (1940-44), klagt und zetert laut vor sich hin. Eine daneben sitzende Mutter hat es schwer ihre Kinder bei Laune zu halten. Nach einem Tag und einer Nacht geht sie zu Wäscher, ohrfeigt ihn, danach verstummt der große Mime.

Bild Oma, Anfang der 40er Jahre

 

Nach etwa zehn Tagen hören Oma und Käte, es würde zwei Ecken weiter Milch aus sowjetischen Beständen ausgegeben. Sie besorgen sich Kannen und verlassen den Bunker. Der Theatervorplatz ist Niemandsland zwischen den Stellungen des Volkssturms und der Russen. Oma holt ein Taschentuch hervor, schwenkt es und betritt den Platz. Tatsächlich läßt das Feuer nach und die Frauen überqueren den Platz. Es sind die längsten 200 Meter ihres Lebens.

 

Für den Rückweg zeigt ihnen ein Soldat einen Umweg, sie kommen heil zurück in den Bunker. Nach weiteren drei Tagen sind die Kampfhandlungen zuende. Sie können den Bunker verlassen. Was sie draußen erwartet hat apokalyptisches Ausmaß. Überall lodern noch Brände, der Rauch beißt in den Augen. Es riecht nach verbranntem Fleisch, nicht nur Leichen liegen auf den Straßen, auch viele Pferdekadaver sind der Verwesung preisgegeben. An Laternenmasten hängen Tote, die Schilder um den Hals haben. Darauf stehen Sätze wie, ” Ich war zu feige mein Vaterland zu verteidigen”, oder ähnliches. Auf dem Weg in die Perleberger Straße sehen sie mehr Ruinen als bewohnbare Häuser.

Bild Käte mit Freundin Inge im Tiergarten

 

Zuhaus verbrennen sie Fotos und Dokumente, auf denen Hakenkreuze zu sehen sind. Russische Soldaten erschießen Männer und Frauen, bei denen so etwas gefunden wird. Für Vergewaltigungen reicht es, dass Frauen anwesend sind. In der Nacht weckt sie Krach im Vorderhaus. Es scheinen plündernde Soldaten zu sein. Oma malt Käte rote Punkte ins Gesicht und steckt sie ins Bett, als ob sie eine ansteckende Krankheit hätte, ein Kopftuch verbirgt die verlockend blonden Haare. Sie haben Glück, noch bevor der Mob ins Hinterhaus eindringt, unterbindet Militärpolizei das Geschehen.

 

Am nächsten Morgen beschließt Oma Moabit zu verlassen. Tiergasten soll russisch werden, wogegen Wilmersdorf und Steglitz von Amerikanern kontrolliert werden soll. Sie packen ihr wichtigstes Hab und Gut auf einen Handwagen und durchqueren den Tiergarten. Am Zoo passieren sie das ausgebombte Aschingers, sie ziehen die Kaiserallee hoch, die heutige Bundesallee. Oma kennt die Straße gut. Vor dem Ersten Weltkrieg ist sie hier sonntags zum Zoo gelaufen. Nun hat sie zwei Weltkriege hinter sich.

 

Die kühle Mainacht verbringen sie im Volkspark. Am nächsten Morgen hören sie von einer leeren Wohnung in der Kaiserallee 181, gleich hinter der Berliner Straße. Sie besetzen die Wohnung, später werden sie behaupten, der Mietvertrag wäre verbrannt. Meine Oma wohnte in dem Haus bis sie, Anfang der 60er Jahre, eine Neubauwohnung in der Prinzregentenstraße bezieht.

 

Von Helmut hört Käte jahrelang nichts, sein Schicksal bleibt zunächst ein Rätsel für sie.

 

Bild Helmut, 3. v.re.

Familienportrait – Fieber / Die Liebe in Zeiten des Krieges / Teil 2 / 1942-44

marcuskluge

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Fieber

 

Kriege enden nicht wenn eine Partei gewinnt und die andere kapituliert. Kriege wirken nachhaltig.

 

Noch heute leiden, laut der Uni Leipzig, ca. 3.4% der 60- bis 90-jährigen Deutschen an einer posttraumatischen Belastungstörung infolge des 2. Weltkriegs. Ein Drittel der GIs, die aus dem Irak zurückkommen, haben psychische Probleme. Alkoholismus beobachtet man häufig, die Morphiumsucht wurde früher “Soldatenkrankheit” genannt, so häufig war die Abhängigkeit unter Veteranen. Kurz gesagt: Mit Ende des Krieges fangen viele Probleme erst an.

 

Die Teilnehmer eines Krieges, egal ob Kombattanten oder Nichtkombattanten, dürfen daran nicht denken. Für sie ist es nötig sich vorzustellen, dass im Frieden alles wieder gut wird und die Träume, die ihnen den täglichen Wahnsinn überstehen helfen, wahr werden. Käte stellt sich vor mit Helmut eine Familie zu gründen und ein eigenes Geschäft zu führen, am liebsten was mit Büchern. Helmut möchte Karriere machen, als Schauspieler und Regisseur und…

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Familienportrait – Die Welt geht unter / Die Liebe in Zeiten des Krieges / Teil 3 / 1945

 

Am 10. November 1942 verlässt Zarah Leander Deutschland. Sie wird nicht wieder ins deutsche Reich zurückkehren. Kurz vorher hat Goebbels noch versucht sie mit Schmeichelei und Geschenken umzustimmen. Doch Zarah hat begriffen, dass Deutschland den Krieg nicht mehr gewinnen kann . “Davon geht die Welt nicht unter” singt sie vor Wehrmachtsoldaten und SS-Männern im UFA-Film “Die große Liebe”. Dieser Film ist mit 27 Mio. Zuschauern der erfolgreichste überhaupt im Dritten Reich und hat am 12. Juni 1942 im UFA-Palast am Zoo Premiere. “Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen” ist ein weiterer Schlager aus “Die große Liebe”, der auch Teil der Durchhaltepropaganda wird. Aber es geschieht kein Wunder und für die Deutschen geht im Frühjahr 1945 tatsächlich die Welt unter.

Bild Helmut, Rilke im Remter

 

Käte bekommt Anfang 1945 den letzten von über 100 Feldpostbriefen von Helmut. Er ist zuletzt in Marienburg, dem heutigen Malbork stationiert. Die im 13.Jh. erbaute Zentralburg des Deutschritterordens hat für die Nazis besondere Bedeutung. Helmut berichtet von einer Feierstunde in einem der Remter, so heißen die Speisesäle der Ordensburg. Dabei trägt er den “Cornet” von Rilke vor. Die klassische Soldatenballade “schwankt zwischen Glorifizierung des Heldentodes und der Sinnlosigkeit (jungen) Sterbens, Gefühlen von überzogener Ehre, Verlust und Traurigkeit.” Was er dabei fühlt, kann er wegen der Zensur nicht schreiben.

Bild Helmut links

 

Helmut deutet an, er würde Käte bald näher kommen, hofft wohl auf einen Rückzug. Dazu kommt es nicht. Ende Januar besetzen sowjetische Truppen die Stadt Marienburg. Die “Festung” wird sechs Wochen gegen die Rote Armee gehalten und am 8. März 1945 geräumt. Viele hundert Soldaten kommen ums Leben, deren “Hundemarken” keiner sammelt.

Bild Käte

 

Auch in Berlin beginnt der von der Propaganda beschworene “Endkampf”. Alte und Halbwüchsige werden zum “Volkssturm” eingezogen. Verweigerer werden sofort hingerichtet. Oma Elisabeth und meine Mutter überlegen den Straßenkampf in der U-Bahn abzuwarten. Glücklicherweise kommt Onkel Paul, der wieder bei der Polizei arbeitet, kurz in der Perleberger Straße vorbei. Er warnt die beiden vor der U-Bahn und besorgt ihnen Plätze im Bunker an der Schumannstraße neben dem Deutschen Theater. 40 Jahre später wird meine Tochter dort tanzen gehen.

 

 

 

Dass sie die U-Bahn meiden, ist ein großes Glück. Am 2. Mai sprengt die SS den Tunnel unter dem Landwehrkanal. Das gesamte unterirdische Verkehrsnetz wird dadurch geflutet. Ob nur wenige oder etwa 100 Zivilisten ertrinken weiß man nicht genau, auch das Motiv für die Tat bleibt im Dunkeln.

 

Zwei Wochen bleiben sie im Bunker. Unter unvorstellbaren hygienischen Bedingungen passieren hier kleine und große Tragödien. Der Schauspieler Aribert Wäscher, der in Hunderten Filmen mitgewirkt hat, unter anderem in Riefenstahls Mammutproduktion von Tiefland (1940-44), klagt und zetert laut vor sich hin. Eine daneben sitzende Mutter hat es schwer ihre Kinder bei Laune zu halten. Nach einem Tag und einer Nacht geht sie zu Wäscher, ohrfeigt ihn, danach verstummt der große Mime.

Bild Oma, Anfang der 40er Jahre

 

Nach etwa zehn Tagen hören Oma und Käte, es würde zwei Ecken weiter Milch aus sowjetischen Beständen ausgegeben. Sie besorgen sich Kannen und verlassen den Bunker. Der Theatervorplatz ist Niemandsland zwischen den Stellungen des Volkssturms und der Russen. Oma holt ein Taschentuch hervor, schwenkt es und betritt den Platz. Tatsächlich läßt das Feuer nach und die Frauen überqueren den Platz. Es sind die längsten 200 Meter ihres Lebens.

 

Für den Rückweg zeigt ihnen ein Soldat einen Umweg, sie kommen heil zurück in den Bunker. Nach weiteren drei Tagen sind die Kampfhandlungen zuende. Sie können den Bunker verlassen. Was sie draußen erwartet hat apokalyptisches Ausmaß. Überall lodern noch Brände, der Rauch beißt in den Augen. Es riecht nach verbranntem Fleisch, nicht nur Leichen liegen auf den Straßen, auch viele Pferdekadaver sind der Verwesung preisgegeben. An Laternenmasten hängen Tote, die Schilder um den Hals haben. Darauf stehen Sätze wie, ” Ich war zu feige mein Vaterland zu verteidigen”, oder ähnliches. Auf dem Weg in die Perleberger Straße sehen sie mehr Ruinen als bewohnbare Häuser.

Bild Käte mit Freundin Inge im Tiergarten

 

Zuhaus verbrennen sie Fotos und Dokumente, auf denen Hakenkreuze zu sehen sind. Russische Soldaten erschießen Männer und Frauen, bei denen so etwas gefunden wird. Für Vergewaltigungen reicht es, dass Frauen anwesend sind. In der Nacht weckt sie Krach im Vorderhaus. Es scheinen plündernde Soldaten zu sein. Oma malt Käte rote Punkte ins Gesicht und steckt sie ins Bett, als ob sie eine ansteckende Krankheit hätte, ein Kopftuch verbirgt die verlockend blonden Haare. Sie haben Glück, noch bevor der Mob ins Hinterhaus eindringt, unterbindet Militärpolizei das Geschehen.

 

Am nächsten Morgen beschließt Oma Moabit zu verlassen. Tiergasten soll russisch werden, wogegen Wilmersdorf und Steglitz von Amerikanern kontrolliert werden soll. Sie packen ihr wichtigstes Hab und Gut auf einen Handwagen und durchqueren den Tiergarten. Am Zoo passieren sie das ausgebombte Aschingers, sie ziehen die Kaiserallee hoch, die heutige Bundesallee. Oma kennt die Straße gut. Vor dem Ersten Weltkrieg ist sie hier sonntags zum Zoo gelaufen. Nun hat sie zwei Weltkriege hinter sich.

 

Die kühle Mainacht verbringen sie im Volkspark. Am nächsten Morgen hören sie von einer leeren Wohnung in der Kaiserallee 181, gleich hinter der Berliner Straße. Sie besetzen die Wohnung, später werden sie behaupten, der Mietvertrag wäre verbrannt. Meine Oma wohnte in dem Haus bis sie, Anfang der 60er Jahre, eine Neubauwohnung in der Prinzregentenstraße bezieht.

 

Von Helmut hört Käte jahrelang nichts, sein Schicksal bleibt zunächst ein Rätsel für sie.

 

Bild Helmut, 3. v.re.

 

 

Family-Portrait / Childhood Revisited / Colour photographs from the late 1950ties

marcuskluge

2013-09-21-18-47-09_NEW  The new bike

2013-09-04-17-10-50_NEW  Homebody

2013-09-04-17-27-58_NEW   Guitarman

2013-09-10-16-33-24_NEW  Juno

2013-09-05-09-43-44_NEW  Winter

2013-09-21-18-45-05_NEW  Home

2013-09-24-16-23-04_NEW Backlight2013-09-05-09-15-07_NEW Time out

2013-09-21-18-48-17_NEW  Birthday

2013-10-14-16-19-19 Holiday

2013-10-14-16-20-25  Captain

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Familienportrait – Party Like It’s Nineteen-Fortynine

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IMG_20131022_0003 Uptempo

IMG_20131022_0006 Declamation

IMG_20131022_0008 Friends
IMG_20131204_0001 He’s so funny

IMG_20131023_0014 Poison

IMG_20131022_0005 Bewitched bothered and bewildered

IMG_20131022_0007 Look of love

Berlinische Leben – “Ich denke oft an Piroschka” / Berlin in den späten 50er Jahren

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Gloria-Palast

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“New England”

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Lehrter Stadtbahnhof

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Joachimsthaler Straße

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Werbung für den Phonoklub

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Rankestraße, das Haus wurde für den Los Angeles Platz abgerissen.

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Ruinen

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Rankestraße, im Hintergrund ein Neubau in der Marburger Straße.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ich_denke_oft_an_Piroschka_%28Film%29

Familienportrait – Käte / Die Kletterweste – Groß werden im Faschismus 1933-39

marcuskluge

Am 30. Januar 1933 übernehmen die Nazis mit ihren Verbündeten die Macht in Deutschland. Ein kleiner Österreicher, mit lächerlichem Schnurrbart, wird Kanzler und bildet eine Regierung. 44% der Deutschen bestätigen die NSDAP bei den Reichstagswahlen am 5. März. Zusammen mit ihren Partnern haben sie eine absolute Mehrheit, mit legalen und illegalen Mitteln festigen sie ihre Macht um wie sie erklären, ein 1000jähriges Reich zu errichten. Käte, meine Mutter, ist eben zehn geworden.

Image  Sonntagskaffee bei einer Straßenbahn-Schaffner-Familie (in der Mitte, von links Opa Werner, Oma Elisabeth, Käte, außen sitzt ein befreundetes Paar)

Sie ist politisch interessiert, liest bald die Morgenzeitung und sieht durchaus Positives im “Dritten Reich”. Die Arbeitslosen werden weniger, scheinbare “Verbrecher” werden verhaftet sogar gegen die Prügelstrafe in der Schule sprechen sich die braunen Machthaber aus. Für ein naives kleines Mädchen wirkt das durchaus positiv. Als die Lehrerin eine Schülerin ohrfeigt, steht Käte auf und protestiert. Die Aktion…

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West-Berlin in Black & White 1960

marcuskluge

Enjoy the ride.

Bild  Weinhandlung Bundesallee Ecke Am Volkspark

Bild  Verkehrskanzel Kranzlereck

Bild  Fehrbelliner Platz

Bild

Bild

Bild   Stadtautobahnbauschild

Bild  ?

Bild  Volkspark Wilmersdorf

Bild  Blisse Ecke Brandenburgische

Bild  Little Marcus

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Familienportrait – Robert T. Odeman / Ein Humorist mit ernsten Augen 1904-85

Als ich zehn oder elf war wollte ich unbedingt Klavier spielen lernen. Nachdem ich öfters auf dem Klavier einer Nachbarin herumgestümpert hatte, stellte mir meine Mutter ihren guten Freund Robert T. Odeman vor. Vorher erklärte sie mir was Homosexualität ist, dass diese ganz normal wäre, der § 175 eine Schande sei und das Odeman wegen seiner Homosexualität im KZ gewesen wäre. Meine Ma drückte sich um das Thema Aufklärung nicht herum. So kam es das Tommi, so nannten wir ihn, mein Klavierlehrer wurde.

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“Humor ist eine ganz ernste Angelegenheit! Herzlichst ihr Robert T. Odeman”

Er war ein eindrucksvoller Mann, mit viel Würde, aber bei aller Herzlichkeit blieb immer eine Distanz zwischen ihm und mir. Als erstes fielen mir seine seltsam verkrüppelten Hände auf, ich wagte aber nie, ihn danach zu fragen. Er konnte damit Klavier spielen, doch man merkte, es fiel ihm schwer.

Tommi gab mir Unterricht und bald stellten wir fest, meine Musikalität war nicht ausgeprägt genug, um ein komplexes Instrument wie das Piano zu beherrschen. Also verlegten wir uns auf Gespräche, wir sprachen über Literatur, Kunst, Musik und er erzählte mir aus seinem Leben.

Ich ging ausgesprochen gern zu ihm, Tommi wohnte in einer riesigen Villa in der Fontanestraße im Grunewald. Sein jüngerer Lebensgefährte Kai trug zu meinem Vergnügen eine Art Livree. Er spielte den Butler und servierte uns Tee mit herrlichen, selbstgebackenen Keksen.

IMG_20131018_0002 Tucholski legte er mir nahe

Im Lauf der Jahre schenkte mir Tommi wunderschöne Bücher, er sammelte und wenn er eine noch schönere Ausgabe von etwas fand, bekam ich die alte. Tucholski, Musil, Kästner, aber auch Rabelais oder Casanova. Da ich wenig über klassische Musik wusste, bekam ich von ihm viele Platten, die er als Doubletten hatte.

Odeman schrieb humoristische, satirische Gedichte und Lieder, trug diese auf Tourneen und im Radio vor und veröffentlichte Platten davon. Heute ist er fast vergessen, seine Kunst war Kleinkunst, heiter und fragil, sie trug nicht bis in unsere harte neue Welt. Außerdem lebte sie von seinem Vortrag und seiner schlichten Klavierbegleitung.

Sein Leben und wie er davon erzählte, fand ich spannend. Es ist schade, dass er nie autobiographisch geschrieben hat. Meine Mutter verriet mir später, er spräche eigentlich garnicht gern über seine Vita, aus irgendeinem Grund machte er bei mir ein Ausnahme.

Er wurde 1904 in Blankenese geboren, seine ersten Berufsjahre begleitete er Stummfilme in vielen Hamburger Kinos. Dann arbeitete er als Musiker in Cabarets und Theatern.

wie-kan-ik-nog-vertrouwen-2 Muli und Tommi

1922 lernte er seine erste große Liebe Martin Ulrich Eppendorf, genannt Muli, kennen. Sie lebten zehn Jahre zusammen, bis 1932 als Muli starb. Odeman hat auch damals keinen Hehl aus seiner Homosexualität gemacht, das hat er nie getan, mit Ausnahme einiger Zeit im Nazireich.

Er ging nach Berlin gründete 1935 ein Kabarett, das die Gestapo bald wieder schloss. Im November 1937 wurde er wegen Homosexualität verhaftet und nach dem § 175 zu 27 Monaten Haft verurteilt.

Danach wurde er mit Berufsverbot belegt. Er täuschte eine Beziehung zu seiner Freundin und Kollegin, der Sängerin Olga Rinnebach vor. Trotzdem kam er 1942 ins KZ Buchenwald und konnte erst 1945, kurz vor Ende des Krieges, von einem sogenannten Todesmarsch fliehen.

Nach dem Krieg erlernte er den Schauspielerberuf noch einmal ganz von der Pieke auf, trat dann selbst auf und begann zu schreiben. Er schrieb Chansons und Couplets für verschiedene Sängerinnen, unter anderem Pamela Wedekind und Ursula Herking. 1959 lernte er Kai kennen, den er adoptierte, weil es damals.keine andere Art der offiziellen Verbindung gab. Mit Kai lebte Tommi dann bis zu seinem Tod 1985 zusammen.

IMG_20131018_0004 Widmung

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Jahre nach seinem Tode, fragte ich meine Mutter nach seinen verkrüppelten Händen. Sie verriet das Geheimnis, welches Odeman ihr eines Nachts nach dem Genuss einer halben Flasche Weinbrand mitgeteilt hatte. Obwohl er Opfer war, war es ihm peinlich. Im KZ hatten sadistische SS-Männer mehrfach seine Hände gebrochen, damit er sich “nicht mehr an deutschen Genies wie Beethoven oder Wagner vergreifen konnte”. Als Nazi-Opfer ist Odeman nie entschädigt worden. Selbst die beiden Urteile wegen Homosexualität sind bis zu seinem Tod nie aufgehoben worden. Der § 175 wurde in der Bundesrepublik am 11. Juni 1994 aufgehoben.

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2004 erinnerte eine Ausstellung im Schwulen Museum an ihn.

Familienportrait – Fieber / Die Liebe in Zeiten des Krieges / Teil 2 / 1942-44

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Fieber

 

Kriege enden nicht wenn eine Partei gewinnt und die andere kapituliert. Kriege wirken nachhaltig.

 

Noch heute leiden, laut der Uni Leipzig, ca. 3.4% der 60- bis 90-jährigen Deutschen an einer posttraumatischen Belastungstörung infolge des 2. Weltkriegs. Ein Drittel der GIs, die aus dem Irak zurückkommen, haben psychische Probleme. Alkoholismus beobachtet man häufig, die Morphiumsucht wurde früher “Soldatenkrankheit” genannt, so häufig war die Abhängigkeit unter Veteranen. Kurz gesagt: Mit Ende des Krieges fangen viele Probleme erst an.

 

Die Teilnehmer eines Krieges, egal ob Kombattanten oder Nichtkombattanten, dürfen daran nicht denken. Für sie ist es nötig sich vorzustellen, dass im Frieden alles wieder gut wird und die Träume, die ihnen den täglichen Wahnsinn überstehen helfen, wahr werden. Käte stellt sich vor mit Helmut eine Familie zu gründen und ein eigenes Geschäft zu führen, am liebsten was mit Büchern. Helmut möchte Karriere machen, als Schauspieler und Regisseur und er stellt sich Käte als die Frau an seiner Seite vor.

IMG_20131012_0016 Käte träumt

In Berlin wird das Leben durch die fast allnächtlichen Bombenangriffe bestimmt. Die Nächte bringt frau häufig, ohne Schlaf im Luftschutzkeller zu. Tagsdrauf sieht sie dann, wo Bomben häßliche Löcher im Straßenbild verursacht haben und das drückt die Stimmung zusätzlich. Die Briefe, die ihr drei oder viermal in der Woche der Briefträger bringt, zeigen Käte aber doch, es geht schlimmer.

 

Gerade nachdem Helmut seine Verwundung am rechten Oberarm halbwegs weggesteckt hat, wird er wieder in die verlausten Schützengräben geschickt. Das hat Folgen, er erkrankt an Wolhynischem Fieber. Es wird auch Trench Fever genannt, weil es in den Schützengräben des 1. Weltkriegs erstmals beobachtet wurde. Tolkien, A.A. Milne und C.S. Lewis waren damals daran erkrankt. Auch im 2. Weltkrieg hat man noch keine wirksame Therapie dagegen. Schlecht verheilte Läusebisse verursachen das Leiden, doch an den hygienischen Verhältnissen an der Front ändert sich nichts, wie auch.

IMG_20131012_0006 Helmut schreibt

 

Helmut hat tageweise hohes Fieber, über 41°, dazu starke Kopf- und Gliederschmerzen, der Appetit verläßt ihn, er magert ab. Trotzdem schreibt er täglich an Käte, wenn das Fieber hoch ist, bringt er nur riesige, krakelige Buchstaben zustande, der Inhalt ist kaum zu entziffern. Dann ist er wieder klar, verfasst wunderbare Gedichte, die sie auf der Maschine sauber abtippt. Er baut für sein Kätchen und sich ein literarisches Luftschloss, in das sie vor dem Krieg flüchten können. Käte ist beeindruckt, hat Mitleid, ist wohl auch verliebt, doch es ist schwierig. Sie weiß nicht wirklich wer dieser Mann ist.

Ein paar Mal schafft es Helmut für ein paar Stunden oder Tage nach Berlin oder Muskau zu kommen, wohin Kätes Arbeitsstelle wegen der Luftangriffe verlegt wird. Seltsamerweise fühlen sich diese Treffen unwirklich an, sie sind einander fremd. Wenn es romantisch wird oder Helmut ihr zu nahe rückt, wird Käte kratzbürstig. In den Briefen sind sie sich viel näher.

IMG_20131012_0017 Sachlich, manchmal kratzbürstig

Hoffnung

 

Monatelang hat Helmut um ein Studiensemester gekämpft, er kann es kaum glauben, 1944 darf er nach Berlin und ein paar Monate studieren. Käte gibt die Anstellung bei der Wirtschaftsgruppe Glasindustrie auf, um auch wieder in Berlin zu leben, die Angriffe sind ihr egal. Sie und Helmut sind sich einig, in solchen Zeiten ist Fatalismus erlaubt, weder man noch frau kann das Schicksal beeinflussen und was passieren soll, wird passieren.

 

Am 20. Juli hören sie im Radio, es hätte ein Attentat auf Hitler gegeben, es ist nicht klar, ob er tot oder nur schwer verletzt ist. Am Abend sind sie im Schauspielhaus, Don Carlos steht auf dem Spielplan. Als Marquis Posa vom Despoten, “Sire, geben sie Gedankenfreiheit!” verlangt, gibt es Szenenapplaus. Es ist bekannt, dass dafür schon mindestens ein Deutscher, der da geklatscht hat erschossen wurde, aber in diesem Moment ist die Furcht weg. In der Pause machen fast alle Zuschauer Pläne, man hofft der Krieg würde bald zuende sein, nun da “der Verrückte” tot ist. Mit England und den USA könne man sich einigen, dann würde man gemeinsam die Sowjetunion niederringen… Auch Käte und Helmut machen Pläne. Plötzlich ist die Erfüllung der Träume ganz nah.

 

Als sie in der Perleberger Straße die Treppe hochkommen, steht Oma Elisabeth schon in der Tür und macht eine wegwerfende Geste. Hitler lebt, der Umsturzversuch ist gescheitert, Helmut muss schon bald wieder zurück an die Front.

IMG_20131016_0003 Es bleiben Briefe

Hier findet ihr den ersten Teil:

https://marcuskluge.wordpress.com/2013/10/14/familienportrait-die-liebe-in-zeiten-des-krieges-1941-49-teil-1-2/

 

Family-Portrait / Childhood Revisited / Colour photographs from the late 1950ties

2013-09-21-18-47-09_NEW  The new bike

2013-09-04-17-10-50_NEW  Homebody

2013-09-04-17-27-58_NEW   Guitarman

2013-09-10-16-33-24_NEW  Juno

2013-09-05-09-43-44_NEW  Winter

2013-09-21-18-45-05_NEW  Home

2013-09-24-16-23-04_NEW Backlight2013-09-05-09-15-07_NEW Time out

2013-09-21-18-48-17_NEW  Birthday

2013-10-14-16-19-19 Holiday

2013-10-14-16-20-25  Captain

Familyportrait – A Visit To Zensor / Photographs from the famous record store taken in 1983

IMG_20130730_0007 Zensor shop at Belziger Straße

39874_1412566270603_4870059_n Early Zensor concert poster 1979 (with courtesy from the Thomas Pargmann Collection)
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I met Burkhardt Seiler in school, in 1968, we became friends and had our share in the late 60ties student revolt. Subsequently we were thrown out of school and I lost sight of Burkhardt.

I didn’t meet him again till June 1981, when I spotted him at the Venus Weltklang Festival in the Tempodrom. His formerly long hair was cropped short, it looked like he had done it himself. He was sporting a dark-blue trenchcoat that gave him the looks of a young mormon missionary on a european tour.

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The store in backroom of the Blue Moon boutique

IMG_20130829_0005 The Zensor

visited him at his already famous record store in Belziger Straße, from where he also ran the Zensor Label. In 1982 I became his “student apprentice”, not really beeing a student and neither much of an apprentice to him.

I told him about the fanzine I was planning to issue. He gave me advise and proposed to edit “Assasin” together with me. I realised a collaboration with Burkhardt would mean doing a Zensor fanzine and that wasn’t what I had in mind.

IMG_20130509_0001   Assasin “zero number”

I quit working for him, concentrated on the pilot issue of Assasin and with the helps of Rainer Jacob, Cordula Lippke, Herbert P. and Andreas Balze realised a zero number in late 1982.

When I heard the Zensor was about to close his shop in autumn 1983 I went there with a photographer to make some last shots.

IMG_20130624_0002  Last shot

IMG_20130829_0002 Last words

On September 19. 1983 there was a bye-bye-concert for the beloved store at the LOFT organised by Monika Döring. But the legend lived on…

P.S. Some weeks ago, I was playing cards with Cordula. She met Burkhardt recently, told me he’s happy in a relationship and quit drinking.

IMG_20130829_0002_0002Last last words

IMG_20130829_0001 Last last shot

Text: Marcus Kluge

Familienportrait – Die Liebe in Zeiten des Krieges Teil 1 / 1939-41

Für alle die es am Wochenende noch nicht gesehen haben. “How My Father Met My Mother” Der Beginn der Liebesgeschichte.

marcuskluge

IMG_20131012_0008  Helmut vor dem Krieg

Trauma

17einhalb Stunden Dienst im Schützengraben. Als endlich die Ablösung kommt, kann Helmut kaum laufen. Ihm wird ein Schlafplatz zugewiesen, ein letzter Handgriff, wie immer an der Front, schiebt er die drei Goethe-Bände unter den Kopf, als Kopfkissen. Trotz des Gefechtslärms schläft er sofort ein, das lernt man an der Front.

Als die Granate einschlägt träumt er von einem blonden Mädchen mit leuchtenden, blauen Augen. Er erkennt sie nicht. Wach wird er nicht wirklich, er nimmt nur einen heißen, grellen Schmerz an der rechten Schulter wahr. Ein großes Tier muss ihn gebissen haben…

IMG_20131012_0005  Käte

Auf dem Verbandsplatz bekommt er Morphium, der Sanitäter wundert sich über soviel Dusel bei dem verwundeten Obergefreiten. Wenn der Goethe unter seinem Kopf nicht gewesen wäre, hätte es seinen Hinterkopf zerfetzt, so war es nur der rechte Oberarm. Das Schrapnel hat eine klaffende Wunde bis auf den…

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Oma Elisabeth – Tränen, Erbsensuppe und die rote Fahne 1895-1918

Nochmal zum Einsteigen der chronologische Beginn der Familienportraits. Meine Oma Elisabeth kommt zu Kaisers Zeiten nach Berlin:

marcuskluge

Die Mutter meiner Mutter, Elisabeth Hellmich, wurde im September 1895 als zweite Tochter des Ehepaars Schnelle in Liebenwerda an der Grenze zu Sachsen geboren. Um das Jahr 1910 wurde sie nach Berlin geschickt, um dort in der Fremde als Hausmädchen zu arbeiten.

Es muss für die junge Frau hart gewesen sein, allein in der großen Stadt, ihr Glück zu suchen. Dienstmädchen wurden nicht gut behandelt. Schläge und sexuelle Übergriffe durch die “Herrschaft” waren an der Tagesordnung und wurden meist toleriert.

Am Sonntag Nachmittag, wenn Elisabeth frei hatte lief sie zu Fuss, um das Fahrgeld zu sparen, von Steglitz die Kaiserallee (heute Bundesallee) hoch, in Richtung Kudamm. Die Gartenlokale wie “Schramms am See”, dort wo heute der Volkspark Wilmersdorf liegt, reizten sie nicht. Dort wurde geflirtet, geschwooft und getrunken, es ging ihr dort zu derb zu und sie hatte kein Interesse Männerbekanntschaften zu machen.

Ihr Ziel war der Bahnhof und das…

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Familienportrait – Die Liebe in Zeiten des Krieges 1941-49 / Teil 1

IMG_20131012_0008  Helmut vor dem Krieg

Trauma

17einhalb Stunden Dienst im Schützengraben. Als endlich die Ablösung kommt, kann Helmut kaum laufen. Ihm wird ein Schlafplatz zugewiesen, ein letzter Handgriff, wie immer an der Front, schiebt er die drei Goethe-Bände unter den Kopf, als Kopfkissen. Trotz des Gefechtslärms schläft er sofort ein, das lernt man an der Front.

Als die Granate einschlägt träumt er von einem blonden Mädchen mit leuchtenden, blauen Augen. Er erkennt sie nicht. Wach wird er nicht wirklich, er nimmt nur einen heißen, grellen Schmerz an der rechten Schulter wahr. Ein großes Tier muss ihn gebissen haben…

IMG_20131012_0005  Käte

Auf dem Verbandsplatz bekommt er Morphium, der Sanitäter wundert sich über soviel Dusel bei dem verwundeten Obergefreiten. Wenn der Goethe unter seinem Kopf nicht gewesen wäre, hätte es seinen Hinterkopf zerfetzt, so war es nur der rechte Oberarm. Das Schrapnel hat eine klaffende Wunde bis auf den Knochen verursacht. Man versorgt die Wunde soweit es möglich ist, der Weg zum Lazarett ist noch weit.

Traum

Die Wunde entzündet sich, Penicillin haben die Deutschen noch nicht. So kämpft Helmuts Körper drei Tage. Bei 40°Fieber zieht sein Leben an meinem Vater vorbei. Die kurze Ehe mit einer kapriziösen Schauspielerin, Saltos machen für René Deltgen in den UFA-Studios, Boxen, 16 Kämpfe, nur zwei verloren, im Schach remis gegen den deutschen Meister.

IMG_20130627_0005  Mit Vera von Langen in den UFA-Studios Babelsberg 1938

Das kommt ihm alles so überflüssig vor, eitel, vertane Zeit. Wenn er hier raus kommt und der Krieg vorbei ist, muss er ein ganz neues Leben beginnen. Alles auf Null und dann durchstarten, promovieren, inszenieren und spielen auch, die großen tragischen Rollen, Faust, Hamlet, Don Carlos.

Sein 23 Jahre alter Körper gewinnt Das Spiel. Doch er erholt sich nur langsam, was einen Vorteil hat, er kann auf Heimaturlaub gehen.

Treffen

Über zwei Jahre dauert dieser Krieg schon. Käte sitzt in einer kleinen Konditorei in der Nähe der Friedrichstraße. Der Schankraum ist fast leer. Draußen wird es schon dunkel. Der Soldat in der feldgrauen Uniform sieht nett aus. Er könnte slawischer Herkunft sein, ein russischer Graf vielleicht. Sie ärgert sich über ihre ausschweifende Phantasie. Sie hält sich zur Sachlichkeit an. Immerhin hat sie es in drei Jahren bis zur Buchhalterin geschafft, und sie ist stolz darauf.

IMG_20131012_0003  Ein Stapel Bücher neben sich

Später werden beide nicht mehr wissen, wer als erster gesprochen hat. Vor Helmut steht ein Stapel Bücher auf dem Tisch, daneben Papier, er schreibt etwas. Ein Gedicht, wie sich herausstellt. Käte ist entzückt, ein Mann, der Gedichte schreibt, so jemanden trifft ein junges Mädchen mitten im Krieg nicht oft.

Sie reden über Gedichte, über Romane, Dramen, Schauspieler, kommen auf immer neue Themen, ohne das sie merken, wie die Zeit vergeht. Helmut erklärt, er möchte nicht das einfache, kleine Glück mit Familie und Büroarbeit, er will aufs ganze gehen und großen Erfolg haben oder eben grandios scheitern. Er warnt das junge Mädchen vor sich, mit ihm würde sie es schwer haben. Sie scherzt und tut als ob sie ihn nicht ernst nimmt. In Wirklichkeit hat seine Warnung etwas sehr Ansprechendes für sie. Bei aller Sachlichkeit, schlummert auch Romantik in ihr. Und alles was mit Dramen, mit Schauspielern und Theater zu tun hat, zieht sie magisch an. Sie steht oft die halbe Nacht an, um Karten für die begehrten, billigen Stehplätze im Schauspielhaus zu erwerben.

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Nach Stunden stellen sie fest, es ist bereits viertel vor sieben, sie haben sich total verplaudert. Er hat eine Karte fürs Schauspielhaus, Gründgens, Kätes Lieblingsschauspieler, gibt den Mephisto. Er muss los, Faust läßt man nicht warten. Auf der Weidendammer Brücke trennen sie sich. Bevor sie sich von einander losreißen, drückt sie ihm zu seiner Überraschung einen Kuss auf die Wange.

Sie läuft zur elterlichen Wohnung in die Perleberger Straße, sie ist bester Stimmung. Am Abendbrottisch verkündet sie Elisabeth und Werner: ” Heute habe ich den Mann getroffen, den ich heiraten werde.”

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Familienportrait – Tante Lotte und Onkel Paul / Ein Preuße, Polizist, Fotograf und sein tragisches Ende (1933-46)

marcuskluge

Charlotte, die jüngere Schwester meiner Oma, kam auch aus dem heimatlichen Liebenwerda nach Berlin und heiratete den Polizei-Offizier Paul Springer. Paul war eine “gute Partie”, ein Beamter, der ein kleines Depot an Wertpapieren zusammengespart hatte. Lotte ordnete sich ihrem Mann unter, da war sie ganz anders als meine Oma. Sie, vielmehr er, entschied sich gegen Kinder. Man wollte ein gutes Leben führen, delikat essen, schöne Kleidung tragen, ausgehen und Reisen machen.

ImageImage  Ländliche Szene

Image  Olympische Spiele 1936

Paul stieg auf, in seinen Dienstbeurteilungen wird er gelobt, nur energischer gegen seine Untergebenen solle er werden. Laute Töne lagen ihm nicht, er setzte sich mit Ruhe und Geduld durch. Sein Hobby war die Fotografie, er zeigte seine Familie, Sehenswürdigkeiten, spektakuläre Ereignisse und seine Kollegen vom Revier. Während der Olypischen Spiele 1936 war er in seinem Element, ihm gelangen ihm prachtvolle Aufnahmen. Er und Lotte gingen gern ins Kino, manchen…

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Familienportrait – Ca Pousse… – Die Liebe in Zeiten des Krieges

Erneut habe ich den Nachmittag mit dem Lesen von Feldpostbriefen verbracht. Es sind wohl 80 oder 90, teilweise vielseitige Schreiben meines Vaters Helmut an meine Mutter Käte aus den Jahren 1942 bis 1945. IMG_20131009_0001_0001 Helmut rechts

Das meiste steht nicht darin, man muss zwischen den Zeilen lesen. Zum Krieg Andeutungen, die Zensur war sicher ebenso perfekt organisiert, wie die ganze Feldpost überhaupt. Selbst 1945, der Rückzug wird angedeutet, funktioniert alles prima. Mehrere Briefe jede Woche nachhaus und aus Berlin nach Osten zurück an die Front. Es gab sogar Frontbuchläden, in denen sich die Soldaten mit gehobener Literatur eindecken konnten, um sich zwischen dem Töten mit deutscher Kultur abzulenken. So oder so ähnlich werden sich das diese faschistischen “Herrenmenschen” vorgestellt haben. “Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland ” so hat es Paul Celan in der “Todesfuge” ausgedrückt.

Neben der persönlichen Beziehung schrieb Helmut über Literatur, benutzt Bücher als Metaphern für vieles, was zu schreiben nicht möglich war. Immer wieder Zweifel, aber häufiger noch Zuversicht, dass doch noch einmal gute Zeiten kommen. Es scheint, man hat eine innerliche Scheinwelt aufgebaut, um das Grauen zu überstehen.

IMG_20131009_0001  Käte während des Krieges in der Perleberger Straße

Einige Antworten von Käte habe ich auch, ihre Handschrift ist leider schwer zu entziffern, doch es entsteht ein Eindruck, was aus der Heimat den Soldaten wider Willen an der Front erreichte. Den ganzen Wahnsinn zu überstehen, ohne im geringsten an die Nazi-Ideologie und die Berechtigung eines Krieges überhaupt zu glauben, muss ein Kunststück gewesen sein nahe der Schizophrenie.

Wahrscheinlich sollte ich aus diesem umfangreichen Material einen eigenen, monografischen Text zur Korrespondenz inmitten des Weltkrieges destillieren. Viele Stellen müßte ich als Zitat wiedergeben und es dürfte umfangreich werden. Als ich heute mit meiner Stieftochter und der kleinen Neala im Café im alten Wohnhaus meiner Mutter in der Livländischen Straße war, sprachen wir auch über die Kassetten, die Käte besprochen hat, auf denen sie auch diese Geschichte noch einmal vor ihrem Tode erzählt hat. Das müßte ich auch anhören, auch das eine Herkules-Arbeit, für die ich mich i.M. nicht bereit fühle.

Zu den sieben Jahren zwischen Kennenlernen und Happy-End habe ich genug gesammelt, um jetzt zwei oder drei Texte im Portrait-Format zu verfassen und die große Aufarbeitung zu verschieben. Also – Ca pousse – es zieht sich, doch ich habe mich für ein Procedere entschlossen und morgen gehts los, mit dem Kennenlernen der beiden in einer kleinen Konditorei mitten im großen Krieg.

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