Familienportrait-Marathon Tag 16 / Tusitala

 

 

Tusitala oder wieso ich das Portrait meiner Familie schreibe

 

Kürzlich fragten Freunde mich, ob denn alles OK mit mir sei? Klagen kann man ja immer, aber ne, was sie meinten war, ob ich unheilbar krank bin? Sie hatten sich Gedanken gemacht, wieso ich gerade jetzt die Geschichte meiner Familie und die meines Lebens aufschreibe. Also, ich bin zwar nicht pudelgesund, aber es ist nix das in nächster Zeit letal ausgehen könnte, da kann ich euch beruhigen.

 

Ich schreibe das allerdings schon, weil die Lebenszeit mit fast 60 begrenzt ist und 90 oder 100 werde ich nicht und will ich auch nicht werden. Hauptsächlich bringe ich das nun zu Papier, weil ich es kann und weil es mir und Anderen Spass macht.

 

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Zu Ostern dieses Jahres habe ich angefangen alte Fotos und Papiere aus dem Keller zu holen und mich darein zu versenken. Teilweise ist die Erinnerung auch schmerzhaft, doch immer ist sie faszinierend. Meine Mutter hat viel erzählt, andere Verwandte und die “Aktenlage” gibt vieles her, über das nie gesprochen wurde. Die Fotos, die einen Zeitraum von 1920 bis heute abdecken helfen auch oft meiner Erinnerung auf die Sprünge. Irgendwann fing ich an, im Kopf Stories zu formulieren, aufschreiben war die logische Folge.

 

Ich schreibe das nicht als Journalist oder als Familienchronist. Ich bin der Wahrheit verpflichtet, doch manchmal lege ich die Betonung auf ein bestimmtes Thema, weil es für mein eigenes Leben von Bedeutung war. Ein weiters Motiv ist psychotherapeutischer Natur, indem ich mich erinnere, verarbeite ich auch manches, was schon lange im Unterbewusstsein für Unruhe sorgt. Ich zupfe ein wenig an Details und manchmal macht ein kleine Übertreibung anschaulich, dennoch sind alle diese Texte autentisch und un-erfunden.

 

Aber hauptsächlich und in erster Linie schreibe ich als Geschichtenerzähler, als Tusitala. Nicht das ich mich mit Robert Louis Stevenson vergleichen will, der diesen Ehrennamen in Samoa erhielt. Nein, ich schätze Stevenson einfach nur ungemein und bin ihm dankbar, weil er mir schon früh gezeigt hat, wie man spannend und athmosphärisch dicht erzählt. Was er über die schottischen Clans schrieb sind genauso Familiengeschichten, wie das Gespinst das in Samoa von den Tusitalas gesponnen wird.

 

Stevenson ist ja leider den meisten Lesern nur durch Treasure Island bekannt. Dabei hat er ein ungeheuer reiches literarisches Werk erschaffen. “Catriona” oder “Kidnapped” sind empfehlenswerter epischer Stoff. Wer es lieber kompakt und unheimlich mag, dem sei neben Jekill and Hyde, “The Bottle Imp” und “The Suicide Club” ans Herz gelegt. “The Wrong Box”, eine groteske Komödie über einen toten Lotteriegewinner, ist so glaube ich, das komischste Buch das ich kenne.

 

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Tusitala is a spider genus of the Salticidae family (jumping spiders). It is also a word in the Samoan language which means ‘writer of stories’. Tusitala was the name used by the Samoan people for Robert Louis Stevenson, who lived the last four years of his life in Samoa and is buried on Mount Vaea .

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