Feuerzangenbowlenrätsel / “Punks, Rebellen und unabhängige Geister”

Gesucht werden 6 Persönlichkeiten, 2 davon waren Berliner. Sie waren Vorläufer der Punks, Punks oder einfach Rebellen und starke Individuen, denen ihre Freiheit wichtig war. Sie kümmerten sich nicht um Karriere, sie taten was sie mussten und hatten meistens keine Ausbildung für das was sie taten. Sie hatten Erfolg, aber waren umstritten, oder ihre Werke blieben zu Lebzeiten unbekannt, weil sie das “falsche” Geschlecht oder die falsche Herkunft hatten.
Wer alle Persönlichkeiten richtig ermittelt und mir bis zum 31.12. um Mitternacht eine Mail mit dem Ergebnis schickt, nimmt an einer Auslosung teil. Als Gewinne gibt es ein wertvolles Punk-Mini-Album und eine Doppel-LP der Band “Mutter”, die unter den richtigen Einsendern verlost wird.

Da ich ohnehin für meine jährliche Feuerzangenbowle ein Rätsel vorbereiten wollte, kam ich auf die Idee, das auch für die Leser meines Blogs zu tun. Also viel Spaß beim lösen. Einsendungen bitte an diese Mail-Adresse:
blindepassagiere@gmx.de

Gesucht werden:

1.) Dieses Berliner Original hat es wirklich gegeben, aber manches was wir mit ihm verbinden, ist ihm nur angedichtet worden. Er soll mit seinem schnoddrigen Humor das Tagesgeschehen kommentiert haben. Wie die Punks war er dem Alkohol zugetan, sein Frühstück soll aus Butterstulle und einem Schluck Kümmel aus der Pulle bestanden haben. Er übte einen eher proletarischen Beruf auf den Berliner Straßen aus. Sein Kiez war in Mitte, die Ecke Neue Friedrichstraße/Königstraße Zentrum seines Wirkens, dort war auch seine Stammkneipe.
Er war mit seinen Leben zufrieden, folgende Zeilen wurden ihm in den Mund gelegt:
“Det beste Leben hab ick doch,
ick kann mir nich beklagen.”
Seinen Leben bereitete er jedoch selbst ein Ende, dass er mit üblicher Schnoddrigkeit angekündigt haben soll:
„Im Tiergarten, oh wie schaurig,
hing sich der xxx auf.
Im Tiergarten, oh wie traurig,
da endete sein Lebenslauf.
Schendarmen un Polizisten,
mit de Rettungsmedaille jeziert,
und andre jute Christen,
die kamen anmarschiert.
Sie schnitten ihn vom Baume,
er schlug die Oojen auf
und kam aus seinem Traume
und sprach voll Schrecken drauf:
‚Alljütijer, hab Erbarmen,
mein Jott, wat seh ick hier?
Inn Himmel sind ooch Schendarmen?
Nu is et aus mit mir.”
Wer war der schlagfertige Berliner?

2.) Sie kam aus einer armen Familie und musste mit 11 anfangen zu arbeiten. Mit 15 begann sie als Modell für Maler zu posieren. Sie wird von Zeitgenossen als verführerisch, provokant und kapriziös beschrieben. Ebenso schreibt man ihr zu ambitioniert, rebellisch, selbstbewusst und leidenschaftlich gewesen zu sein. Sie brachte sich selbst das Malen bei und konnte schließlich gut von ihrer Arbeit leben. Nicht zuletzt weil sie es verstand, sich selbst zu vermarkten. Auch ihr Sohn wurde ein berühmter Maler, den sie ebenso bekannt gemacht hat. Viele ihrer Bilder haben erotische Inhalte, als eine der ersten Frauen stellt sie den Mann als Objekt der weiblichen Begierde dar. Als sie im Alter von 72 stirbt, hinterlässt sie 300 Zeichnungen und 450 Gemälde. Sie wurde als erste Frau in die Akademie der schönen Künste ihres Heimatlandes aufgenommen. Wer war die begabte Malerin?

3.) Er hasste die Enge seiner Heimatstadt und lehnte sich früh gegen die Mutter auf. Der Vater war als Berufsoffizier kaum zuhause. Schon als Kind begann er zu schreiben, seine Begabung wurde anerkannt, auf dem Gymnasium erhielt er regelmäßig Preise für seine Texte. Ein Lehrer förderte ihn, auch als der 16-jährige in die Hauptstadt ausbüchste und dort ins Gefängnis kam, löste der Lehrer ihn aus. Bald veröffentlichte der junge Mann Texte und hatte einen begrenzten Erfolg. Die Mutter wollte, dass er einen ordentlichen Beruf ergreife, unser Gesuchter weigerte sich. Der junge Mann entwickelte eine radikale Theorie über das Schreiben, er forderte Ekstase und eine “Entfesselung der Sinne”. Mit 18 war er ein anerkannter Autor, mit 19 hörte er auf zu schreiben, für immer.
Auf der Suche nach einer neuen Identität reiste er durch Europa, aber nirgendwo kann er Fuß fassen. Schließlich wurde er Kaufmann auf einen anderen Kontinent. Als er krank wurde, kehrte er in seine Heimat zurück, wo er nur 37-jährig starb. Wer war das getriebene Talent?

4.) Seine Eltern hatten nie eine Hochschule besucht, er selbst schloss die Oberschule mit der höchst möglichen Punktzahl ab und studierte anschließend Literatur, Musik, Architektur und wollte Dichter werden. Auf einer Europareise hatte er eine Art Schlüsselerlebnis: “An einer Straßenecke in Sevilla bemerkte ich die Vielfalt simultaner visueller und hörbarer Ereignisse, die im eigenen Erleben alle zusammenliefen und Lust und Freude hervorriefen.” Auch die Avantgarde der Zeit studierte er auf dieser Reise: Arp, Duchamps, Schwitters, ebenso interessierte ihn der Bauhaus-Gedanke. Seinen Begleiter und Lebensgefährten ließ er zurück in seiner Heimat, als er sich in eine Frau verliebte, die er schließlich heiratete.
Er entwickelte eine Kunstform, in der er Oskar Fischingers Idee “einer allen Dingen innewohnenden Seele, die befreit werden kann, indem man den Gegenstand zum Klingen bringt”, verwirklichen wollte. Er präparierte seine “Werkzeuge” auf höchst unkonventionelle Weise, arbeitete mit Zufall und serieller Wiederholung. 1942 zog er nach New York und lernte dort viele bedeutende bildende Künstler und Musiker kennen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde er geehrt, aber auch abgelehnt. Sein Vortrag über Beethoven und Satie wurde 1948 zu einem Skandal. In den 1950er Jahren schrieb er viel und wirkte als Lehrer, eine seiner Studentinnen war die junge Yoko Ono.
1984 reflektierte er das Orwell-Jahr, später wirkte er auch in Deutschland, z.B. in Köln und Kassel. Kurz vor seinem 80sten Geburtstag stirbt er in New York. Wer war der innovative Künstler?

5.) Sie wurde als Tochter einer wohlhabenden Berliner Familie geboren. Ab dem 7. Lebensjahr bekam sie künstlerischen Unterricht. In ihrer Kunst war sie exzentrisch und wurde bald zum, allerdings nicht unumstrittenem Star. Sie scheute auch vor Sujets wie Prostitution oder Orgasmus nicht zurück, die damals als sehr ungehörig galten, zumal wenn eine Frau sie behandelte. Auch arbeitete sie mit Mitteln, die dem Film entnommen waren. 1931 schrieb sie ein Buch, in dem sie sich radikale, neue Techniken wie Geräuschmusik und Cut-Up-Verfahren einsetzte.
Während des Dritten Reichs emigrierte sie, in den USA arbeitete sie als Tellerwäscherin, aber auch als Gastronomin.
Auch nach dem Krieg war sie immer wieder künstlerisch tätig, aber sie war nicht mehr ein berühmter Star, wie im Berlin der Weimarer Republik.
Sie starb in den 1970er Jahren auf Sylt, neben Berlin ihrem zweiten Wohnsitz. Sie wurde 86. Ihre Wünsche, ihre eigene Beisetzung betreffend, konnten wohl nicht ganz erfüllt werden, man musste improvisieren, ein Wunsch war zu exzentrisch. Wer war die radikale Neuschöpferin?

6.) Sie gilt als eine Stifterin der Punkbewegung, aber sie grenzte sich nicht von Hippies ab, wie die meisten Punks es taten. Sie sah Hippies und Punks als zum gleichen Lager gehörend, weil beide das Establishment ablehnten. Ihre Mutter war Zeugin Jehovas, aber schon als Teenagerin sagte sie sich von jeder organisierten Religion los. Als 21-jährige zog sie in die bedeutendste Stadt ihres Landes, was Kunst und Kultur angeht. Sie traf einen Fotografen, mit dem sie eine Liebesbeziehung hatte und den sie als “den” Künstler in ihrem Leben bezeichnet. Mit 23 ging sie nach Paris, wo sie Straßentheater machte. Zurück in ihrem Heimatland arbeitete sie weiter in Bereich Darstellende Kunst. Dann fand sie zu der Kunstform, die sie berühmt gemacht hat. In der ersten Veröffentlichung in dieser Kunstform beschäftigte sie sich mit so unterschiedlichen Themen, wie der Erfahrung am Fließband einer Fabrik zu arbeiten und der Erleichterung, die sie beim Lesen eines geklauten Buches von einem anderen unserer Proto-Punks, empfunden hatte. Dieser Vorfahre des Punk war schon wie ein fester Freund für die, als sie noch Teenagerin war. Mit Mitte 30 heiratete sie einen Mann, der den gleichen Nachnamen, wie sie hatte. Ihr Mann starb 14 Jahre später an einen Herzinfakt. Wer ist die gefragte Galionsfigur des Punk?

 

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