Tag Archive | Brandenburger Tor

Lost and Found-Marathon 9: „Brandenburger Tor & Unter den Linden“ / 1936 – heute

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Oben: Behrenstraße Ecke Unter den Linden beim Mussolini-Besuch 1938. Am Rande der Protokollstrecke besprechen sich Berliner Polizisten mit italienischen Faschisten (Schwarzhemden: Offiziell formierten sich die Schwarzhemden von 1919 bis 1923 als Squadristen (italienisch: squadristi), danach von 1923 bis 1943 als faschistische Miliz. ). Das Volk steht brav hinter einer unsichtbaren Markierung und darf zusehen. Unten: Heute fand ich Radfahrer an dieser Ecke, die brav auf grünes Licht warteten.

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In diesem Beitrag habe ich hauptsächlich Fotos von meinem Großonkel Paul Springer als Vor-Bilder für meine Spurensuche verwendet. Paul, ein Amateur-Fotograf und Polizeioffizier, hat in den Jahren 1936 bis 38 die historische Mitte Berlins aufgenommen. Die Bilder zeigen das Brandenburger Tor, unter anderem während des Mussolini-Besuchs im Jahre 1938 und die Straße “Unter den Linden”.. Die tragische Geschichte von Onkel Paul, der sich am 1. Mai 1946 suizidierte, erzähle ich hier:

http://wp.me/p3UMZB-1dl

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Am Pariser Platz wurde 1938, zum Mussolini-Besuch, neben den obligatorischen Hakenkreuzfahnen ein Pylon in italienischen Farben aufgestellt. Der Duce sollte sich geehrt fühlen, aber nicht vergessen, wer der “Herr im Haus” war. Heute ist dieser Teil des Platzes (vor dem Palais Beauvryé, Pariser Platz 5, seit 1835 Sitz der Französischen Botschaft) aus Sicherheitsgründen abgesperrt.

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1938 berichtet die Zeitung über den Bau der “Ost-West-Achse”, heute “Straße des 17. Juni”. Die Straße gibt es schon seit 1697, als die “Charlottenburger Chaussee” als Verbindung zwischen Stadtschloss und “Lietzenburg”, heute “Schloss Charlottenburg”, angelegt wurde. Im Zuge des Konzeptes für den von Adolf Hitler und Albert Speer geplanten Umbau Berlins zur “Welthauptstadt Germania” wurde sie auf die heutige Breite von 85 Metern erweitert. Als ich jetzt Fotos machte, demonstrierten Bauern gegen den niedrigen Milchpreis.

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2016-05-14-0004 (3)

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Zu Weihnachten 1938 fotografiert Onkel Paul seinen Kollegen vor dem Tor.

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52 Jahre später, am Neujahrstag 1990 genießen meine Tochter und ich die, 28 Jahre abwesende, Freiheit am Tor. Heute lauscht eine müde Schülergruppe den Ausführungen ihrer Lehrerin.

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DSCN0530 (2)

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Während der Olympischen Spiele 1936 fotografiert Paul meine Mutter, die junge Frau mit dunkler Jacke, die den Fotografen ansieht. Die Hauptstadt des Nazireichs präsentiert sich “weltoffen”. Nichtdestotrotz sind die Linden mit unzähligen Hakenkreuzfahnen ausstaffiert. 2016 ist fast die gesamte Mittelpromenade durch Baustellen besetzt. Touristen suchen hier vergebens Fotomotive.

DSCN0546 (2)

Ausnahmsweise bietet hier eine Baustelle ein lohnendes Motiv (unten). Die wegen Umbau geschlossene Staatsoper wirbt mit einem Plakat für “DORT.”, das Ausweichquartier der Bühne im Westteil der Stadt, das Schillertheater.

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2016-01-15-0004 (2)

1938 lichtet Paul meine Mutter und sich selbst mit Selbstauslöser vor der “Friedrich-Wilhelms-Universität” ab. Seit 1949 heißt sie “Humboldt-Universität”.

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Paul Springer und seine Frau Charlotte vor dem Berliner Dom 1938.

M.K.

Lost and Found: „Brandenburger Tor & Unter den Linden“ / 1936 – heute

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In diesem Beitrag habe ich hauptsächlich Fotos von meinem Großonkel Paul Springer als Vor-Bilder für meine Spurensuche verwendet. Paul, ein Amateur-Fotograf und Polizeioffizier, hat in den Jahren 1936 bis 38 die historische Mitte Berlins aufgenommen. Die Bilder zeigen das Brandenburger Tor, unter anderem während des Mussolini-Besuchs im Jahre 1938 und die Straße “Unter den Linden”.. Die tragische Geschichte von Onkel Paul, der sich am 1. Mai 1946 suizidierte, erzähle ich hier:

http://wp.me/p3UMZB-1dl

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Am Pariser Platz wurde 1938, zum Mussolini-Besuch, neben den obligatorischen Hakenkreuzfahnen ein Pylon in italienischen Farben aufgestellt. Der Duce sollte sich geehrt fühlen, aber nicht vergessen, wer der “Herr im Haus” war. Heute ist dieser Teil des Platzes (vor dem Palais Beauvryé, Pariser Platz 5, seit 1835 Sitz der Französischen Botschaft) aus Sicherheitsgründen abgesperrt.

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Behrenstraße Ecke Unter den Linden. Am Rande der Protokollstrecke besprechen sich Berliner Polizisten mit italienischen Faschisten (Schwarzhemden: Offiziell formierten sich die Schwarzhemden von 1919 bis 1923 als Squadristen (italienisch: squadristi), danach von 1923 bis 1943 als faschistische Miliz. ). Das Volk steht brav hinter einer unsichtbaren Markierung und darf zusehen. Heute fand ich Radfahrer an dieser Ecke, die brav auf grünes Licht warteten.

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2015-10-18-0006 (3)

1938 berichtet die Zeitung über den Bau der “Ost-West-Achse”, heute “Straße des 17. Juni”. Die Straße gibt es schon seit 1697, als die “Charlottenburger Chaussee” als Verbindung zwischen Stadtschloss und “Lietzenburg”, heute “Schloss Charlottenburg”, angelegt wurde. Im Zuge des Konzeptes für den von Adolf Hitler und Albert Speer geplanten Umbau Berlins zur “Welthauptstadt Germania” wurde sie auf die heutige Breite von 85 Metern erweitert. Als ich jetzt Fotos machte, demonstrierten Bauern gegen den niedrigen Milchpreis.

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Zu Weihnachten 1938 fotografiert Onkel Paul seinen Kollegen vor dem Tor.

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52 Jahre später, am Neujahrstag 1990 genießen meine Tochter und ich die, 28 Jahre abwesende, Freiheit am Tor. Heute lauscht eine müde Schülergruppe den Ausführungen ihrer Lehrerin.

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Während der Olympischen Spiele 1936 fotografiert Paul meine Mutter, die junge Frau mit dunkler Jacke, die den Fotografen ansieht. Die Hauptstadt des Nazireichs präsentiert sich “weltoffen”. Nichtdestotrotz sind die Linden mit unzähligen Hakenkreuzfahnen ausstaffiert. 2016 ist fast die gesamte Mittelpromenade durch Baustellen besetzt. Touristen suchen hier vergebens Fotomotive.

DSCN0546 (2)

Ausnahmsweise bietet hier eine Baustelle ein lohnendes Motiv (unten). Die wegen Umbau geschlossene Staatsoper wirbt mit einem Plakat für “DORT.”, das Ausweichquartier der Bühne im Westteil der Stadt, das Schillertheater.

DSCN0553 (2)

2016-01-15-0004 (2)

1938 lichtet Paul meine Mutter und sich selbst mit Selbstauslöser vor der “Friedrich-Wilhelms-Universität” ab. Seit 1949 heißt sie “Humboldt-Universität”.

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Paul Springer und seine Frau Charlotte vor dem Berliner Dom 1938.

M.K.


Wird fortgesetzt.

Die Geschichte von Paul und Charlotte: http://wp.me/p3UMZB-1dl

Familienportrait – “In Germany Before the War – Part 2” / Black and white photographs from the 1930s

Golden wedding of my great-grandparents 1937

All photographs have been taken between 1935 and 1938. They show a country in a state of common mobilisation. Uniforms, parades and marching-tunes seemed to be an everyday occurrence. In private we see people engaged in peaceful doings, when the terror of the nazis was already obvious for everybody.

My great-aunt Lotte was married to the police-officer Paul Springer. He was an amateur fotographer who focused on his fellow policemen, his family, Berlin and the countyside, namely Bad Liebenwerda, a small town on the prussian border to saxony where Tante Lotte was born. I inherited an album of his pictures, the quality and the freshness of the prints is amazing. Many of the small 5 by 10 cm photographs were destroyed by uncle Paul in the last days of the war. The russian troops were notorious for shooting people on which they found pictures of swastikas or the “Führer”.

After the war uncle Paul was chosen to build a new Berlin police-force because he was no outspoken nazi and no member of the NSDAP. On may 1st 1946 he committed suicide by laying himself on the tracks of the Heidekrautbahn near Berlin. It remained unclear whether he did it because of crimes he committed during the Third Reich, or because of his severe head injury after a bomb explosion a few weeks before his death.

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Japanese marines parading Unter den Linden

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2016-01-15-0004 (2)

In front of the Humboldt-University

2016-02-25-0013 (2)

Raceground Hoppegarten

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Day of school enrollment

2016-02-25-0014 (2)

Collecting money for the nazis

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Neptun fountain in front of the Stadtschloss

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The photographer himself

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Policemen in historic uniforms in front of a Mercedes-Benz “Grüne Minna”, the german equivalent to a “Black Maria” or a “Paddy Wagon”

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Olympic fire at the Stadtschloss

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Ladies with dog in the countryside

2016-02-25-0004 (4)

Changing of the guards in front of Schinkels Neue Wache. The Nazis renamed it to “Ehrenmal”, as a memorial for their “martyers”.

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Brandenburg Gate on christmas 1937

2016-02-12-0001 (2)

Girls school

All photographs by Paul Springer

In Germany Before the War – Part One:

http://wp.me/p3UMZB-1pK

The Story of Paul Springer in german:

https://marcuskluge.wordpress.com/2013/09/30/familienportrait-tante-lotte-und-onkel-paul-ein-preuse-polizist-fotograf-und-sein-tragisches-ende-1933-46/

Familienportrait – “In Germany Before the War – Part 2” / Black and white photographs from the 1930s

Day of school enrollment

All photographs have been taken between 1935 and 1938. They show a country in a state of common mobilisation. Uniforms, parades and marching-tunes seemed to be an everyday occurrence. In private we see people engaged in peaceful doings, when the terror of the nazis was already obvious for everybody.

My great-aunt Lotte was married to the police-officer Paul Springer. He was an amateur fotographer who focused on his fellow policemen, his family, Berlin and the countyside, namely Bad Liebenwerda, a small town on the prussian border to saxony where Tante Lotte was born. I inherited an album of his pictures, the quality and the freshness of the prints is amazing. Many of the small 5 by 10 cm photographs were destroyed by uncle Paul in the last days of the war. The russian troops were notorious for shooting people on which they found pictures of swastikas or the “Führer”.

After the war uncle Paul was chosen to build a new Berlin police-force because he was no outspoken nazi and no member of the NSDAP. On may 1st 1946 he committed suicide by laying himself on the tracks of the Heidekrautbahn near Berlin. It remained unclear whether he did it because of crimes he committed during the Third Reich, or because of his severe head injury after a bomb explosion a few weeks before his death.

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Japanese marines parading Unter den Linden

2016-01-15-0005 (4)

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In front of the Humboldt-University

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Raceground Hoppegarten

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Collecting money for the nazis

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Neptun fountain in front of the Stadtschloss

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Olympic fire at the Stadtschloss

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Ladies with dog in the countryside

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Golden wedding of my great-grandparents 1937

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Changing of the guard in front of Schinkels Neue Wache. The Nazis renamed it to “Ehrenmal”, as a memorial for their “martyers”.

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Brandenburg Gate on christmas 1937

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Girls school

All photographs by Paul Springer

In Germany Before the War – Part One:

http://wp.me/p3UMZB-1pK

The Story of Paul Springer in german:

https://marcuskluge.wordpress.com/2013/09/30/familienportrait-tante-lotte-und-onkel-paul-ein-preuse-polizist-fotograf-und-sein-tragisches-ende-1933-46/

Familienportrait Teil 7– “In Germany Before the War” / Black and white photographs from the 1930s – Part 2

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Day of school enrollment

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Raceground Hoppegarten

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Collecting money for the nazis

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Neptun fountain in front of the Stadtschloss

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Olympic fire in front of the Stadtschloss

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Ladies with dog on the countryside

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Golden wedding

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Unter den Linden expecting a celebrity

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Brandenburg Gate on christmas 1937

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Girls school

All photographs by Paul Springer

In Germany Before the War – Part One:

http://wp.me/p3UMZB-13P

The Story of Paul Springer in german:

https://marcuskluge.wordpress.com/2013/09/30/familienportrait-tante-lotte-und-onkel-paul-ein-preuse-polizist-fotograf-und-sein-tragisches-ende-1933-46/

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Familienalltag mit AD(H)S - manchmal ist es einfach zum Verrücktwerden