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Neue Seite: „Nackte, Nazis, Nervensägen“ – Offener Kanal Berlin – Drei Geschichten

Drei Geschichten über die frühen, wilden Jahre des legendären Senders, der heute erwachsen geworden ist und sich “ALEX” nennt.

“1985 hält die mediale Zukunft Einzug in West-Berlin, ein sogenanntes Kabelpilotprojekt wird gestartet. Das ich, als Profi, Teil davon sein werde, kann ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen. Ich bin 30 und hatte noch nie eine “richtige” Arbeit, also nie einen Fulltime-Job gehabt und war nie rentenversichert. Ich versuchte es probeweise als Tankwart, Babysitter, Altenpfleger, Werbetexter, Verkäufer und Journalist, ohne das mir dieses “Was bin ich?”-Spiel Spaß machte und ohne überzeugenden Erfolg in einer dieser Professionen. 1986 heirate ich und weil ich keine andere Arbeit finde, beginne ich an der Hochschule der Künste als Pförtner. Daneben mache ich beim OKB Fernsehsendungen, unbezahlt, aber nicht ohne Gewinn. Ich lerne das Handwerk und 1988 habe ich die Möglichkeit die Disposition zu übernehmen und den ungeliebten Pförtnerjob zu kündigen. 18 Jahre werde ich bleiben.”

Teil 1 -„ Achterbahn und heiteres Beruferaten”

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“Es ist schon merkwürdig, aber der Offene Kanal Berlin ist in den Berliner Medien nur selten thematisiert worden. Zumindest bis 2003, also solange ich dort gearbeitet habe. Zu seiner Eröffnung im Jahre 1985* wurde im Zusammenhang mit dem Kabelpilotprojekt über ihn berichtet. Eigentlich wäre der neuartige, emanzipatorische Ansatz, “jeder kann senden”, es Wert gewesen seine Entwicklung zu begleiten, doch die Profis in den Redaktionsstuben vernachlässigten das Thema geradezu sträflich. In den zwei Jahren 1986-87, die ich Nutzer war, sowohl wie in den 15 folgenden, ist nur über den Sender berichtet worden, wenn es “schlechte” Nachrichten gab. Vielleicht ist wirklich der zynische Spruch, “only bad news is good news”, eine Erklärungshilfe dabei. Ich will nicht verschweigen, dass es sehr selten auch einmal positive Resonanz gab, doch diese ging unter gegenüber den Schlagzeilen, die über angebliche Skandale spekulierten. Reißerische Artikel nach dem Muster “Mumien, Monstren, Mutationen” zu schreiben macht eben auch mehr Spaß, als über medienpädagogische Ansätze, experimentelle Sendeformen oder Seniorenredaktionen zu berichten und es bringt Auflage bzw. Quote.”

Teil 2 – „Nackte, Nazis, Nervensägen”

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Meine Freundin und ich haben beschlossen unsere komplizierte Beziehung zu stabilisieren, indem wir heiraten. Wir ziehen endgültig zusammen, aber erst im Sommer 1986 finde ich eine Arbeit.Ich werde Pförtner in der HdK und bin entsetzt einen hartgesottenen Nazi als Kollegen zu bekommen. Der ungekrönte König der Pförtnerloge ist Herr Schulz, er ist Nazi und macht keinen Hehl daraus. Ein “Neo” wäre an ihn verschwendet, nichts ist neu an ihm. Er ist ein alter, eingefleischter Nazi, obwohl er erst Mitte vierzig ist. Täglich erzählt er den Musikstudenten, dass auf deutschen Boden im Dritten Reich nie ein Jude getötet wurde. Schulz war Kranführer, seit er im Suff aus dem Führerhäuschen fiel, kann er nicht mehr richtig laufen und gilt als schwerbehindert. Den Führerschein hat man ihm abgenommen, weil er im Straßenverkehr immer wieder handgreiflich wurde. Mehrfach hat er Autofahrer attackiert, die ihm “Quer” kamen. Er hat sie ausgebremst, ist, trotz Behinderung. an deren Fahrertür gehumpelt, hat den Gegner aus dem Wagen gezogen und verprügelt. Er kann sehr jovial sein, ist hochintelligent und halbwegs gebildet. Und er kann unglaublich nerven. Zu meiner Bestürzung ist niemand hier bereit, etwas dagegen zu tun, dass Schulz regelmäßig die Ausschwitzlüge verbreitet. Es dauert nicht lange bis wir Feinde werden. Hier erzähle ich die ganze Geschichte:

Teil 3 – http://wp.me/p3UMZB-1Ob

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Familienportrait – “Is That All There Is?” oder “Pförtner, Fernsehen, Ehe und ein Nazi” / West-Berlin 1985-88

 

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Ende 1985 beschließe ich mir endlich einen Vollzeitjob zu besorgen, nachdem ich zehn Jahre lang alle möglichen und unmöglichen Aushilfsjobs hatte. Meine Freundin und ich haben beschlossen unsere komplizierte Beziehung zu stabilieren, indem wir heiraten. Wir ziehen endgültig zusammen, aber erst im Sommer 1986 finde ich eine Arbeit.

Das ehemalige Joachimsthalsche Gymnasium am nördlichen Ende der Bundesallee ist ein schöner neoklassizistischer Bau. 1880 wurde er eröffnet, das Gymnasium gibt es aber länger, seit 1607. Der gelbe Backsteinbau im Stil der italienischen Hochrenaissance, mit vorgelagertem Arkadengang und Balkon, ist ein spätes Beispiel der Schinkel-Schule. Von 1910 bis zum Beginn des ersten Weltkriegs lief meine Großmutter sonntags hier vorbei, wenn sie auf dem Weg zu Aschinger war, Erbsensuppe essen. Zur Suppe bekam man Schrippen, soviel man wollte. Nach dem Essen lief Oma wieder zurück nach Steglitz, wo sie sechseinhalb Tage die Woche als Hausmädchen arbeitete. Manchmal weinte sie, sie fühlte sich sehr allein, fern vom heimischen Liebenwerda und sie vermisste ihre Familie.

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Am 2. Juni 1986 betrete ich den Bau zum ersten Mal, ich trete meinen Job als Pförtner an. Die Statue eines Flöte spielenden Pan begrüsst mich, es wird der einzige Freund bleiben, den ich in diesem Haus gewinne. 40 Stunden Dienst in der Woche werde ich hier verbringen, da ich mir nicht vorstellen kann, jemals eine andere bezahlte Arbeit zu finden, wahrscheinlich für den Rest meines Lebens. Der Gedanke hat etwas Niederschmetterndes. Der traurige Song von Peggy Lee fällt mir ein, der mich schon seit meiner Kindheit begleitet: “Is That All There Is?” Das Lied über die Enttäuschungen im Leben, wenn man feststellt, dass es in Wirklichkeit weder so schön noch so schlimm kommt, als man es sich vorgestellt hatte. Ich frage mich: Soll es das schon gewesen sein? Werde ich hier als Pförtner den Rest meines Lebens verbringen, oder wird es mir gelingen, doch noch den einen oder anderen Traum zu verwirklichen, den ich für mein Leben hatte? Zum Beispiel professionell Film oder Fernsehen zu produzieren. Im Frühjahr hatte ich zum ersten Mal ein Video gedreht, doch es war ein Job ohne Bezahlung. Obwohl es auch gesendet wurde beim Offenen Kanal, eher so etwas wie ein Hobby. Trotzdem plane ich das nächste Projekt. Im Juni wollte ich dann für meine erste Fernsehserie Regie führen. Aber der Job, zu dem ich unerwartet kurzfristig die Zusage bekomme, verhindert es. Denn am gleichen Tag, an dem ich als Pförtner anfangen soll, ist Drehbeginn der ersten Staffel von “Bum Bum Peng Peng”, einer No-Budget-Kriminalparodie, die ich geschrieben habe. Regie macht nun mein Freund Frank, sogar für meine eigene Rolle, die des bösen Eierkaisers, muss ich überwiegend gedoubelt werden. Eine andere Lösung gibt es nicht. Mit dem Ergebnis werde ich nie so ganz glücklich sein.

Meine neuen Kollegen in der Pförtnerloge kennenzulernen, hebt meine Stimmung auch nicht. Achim war in den 50ern ein echter Rock’n’Roller, jetzt ist er alt und raucht zuviel. Er sagt, er wählt die Nazis. Als ich fragend gucke, erläutert er: die CDU. Immer wenn er die CDU meint sagt er “die Nazis”, das ist sein “Humor”. Sein gesamter Humor übrigens. Heini ist jung und klein, er riecht immer nach altem Schweiß, weil er weder seine Achselhöhlen noch seine Hemden wäscht. Er hat sich die CD von Whitney Houston gekauft, aber “die Negerin” hat ihn enttäuscht. Außer “I Wanna Dance With Somebody” gefällt ihm kein Lied. Auch er hat ziemlich braune Ansichten. Der dritte Pförtner und ungekrönte König der Pförtnerloge ist Herr Schulz, er ist Nazi und macht keinen Hehl daraus. Ein “Neo” wäre an ihn verschwendet, nichts ist neu an ihm. Er ist ein alter, eingefleischter Nazi, obwohl er erst Mitte vierzig ist. Täglich erzählt er den Musikstudenten, dass auf deutschen Boden im Dritten Reich nie ein Jude getötet wurde. Schulz war Kranführer, seit er im Suff aus dem Führerhäuschen fiel, kann er nicht mehr richtig laufen und gilt als schwerbehindert. Den Führerschein hat man ihm abgenommen, weil er im Straßenverkehr immer wieder handgreiflich wurde. Mehrfach hat er Autofahrer attackiert, die ihm “Quer” kamen. Er hat sie ausgebremst, ist, trotz Behinderung. an deren Fahrertür gehumpelt, hat den Gegner aus dem Wagen gezogen und verprügelt. Er kann sehr jovial sein, ist hochintelligent und halbwegs gebildet. Und er kann unglaublich nerven. Zu meiner Bestürzung ist niemand hier bereit, etwas dagegen zu tun, dass Schulz regelmäßig die Ausschwitzlüge verbreitet.

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Die Pförtnerloge ist zwei mal fünf Meter groß. Neben ein paar Garderobenschränken steht ein Tisch mit Stühlen darin. Ich kann meinen Kollegen unmöglich aus dem Weg gehen. Da es kaum Arbeit gibt sitzen die Pförtner zusammen und quatschen die meiste Zeit. Anfänglich versuche ich die Provokationen und Beleidigungen von Schulz an mir abtropfen zu lassen. Irgendwann funktioniert das nicht mehr, ich gebe Kontra. Jeder Arbeitstag kostet mich ungeheuer viel Kraft. Angenehmer sind die Abende und der Wochenddienst. Dann kann ich lesen und an meinen Fernsehsendungen arbeiten. Ich habe eine exzellente Infrastruktur im Haus. Es gibt zwei Bibliotheken, sowohl eine Stadtbücherei, als auch die Bücherei des Fachbereichs Pädagogik, die solche Schätze wie vollständige Spiegel- und Stern-Jahrgänge verwahrt. Ferner verfüge ich über Telefon, Fotokopierer und einen Videoraum.

Am 10. Juli 1986 heiraten wir, unsere Freunde haben eine rauschende Party im Hof der Rheinstraße 14 organisiert. Höhepunkt ist eine Art “Fernsehquiz”, bei dem wir unsere Hochzeitsgeschenke raten sollen. Wir feiern bis in die Nacht und sind sehr glücklich. Zwei Tage später fährt meine Frau mit ihrer Tochter, die jetzt meine Stieftochter ist, ohne mich auf Hochzeitsreise. Ich bekomme im neuen Job noch keinen Urlaub. Als ich am Sonntag allein bin steigt ein Zweifel in mir auf, habe ich wirklich das richtige getan? Jetzt bin ich verheiratet, aber es fühlt sich nicht so an, wie ich es mir vorgestellt habe. “Is That All There Is?”

Anfang 1987 wollen wir die zweite Staffel von “Bum Bum Peng Peng” drehen. Einige Wochen vorher ruft mich Frank an und fragt, ob wir statt dessen nicht an der Magazinsendung “Filmbaer” zur 37. Berlinale mitarbeiten wollen. Natürlich wollen wir. Eine Akkreditierung hatte ich mir schon mal in den 70ern besorgt, damals hatte ich Wolf Donner in seinem Büro aufgesucht und angeflirtet, um zehn Tage Filme zu gucken, bis die Augen weh taten.

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Filmbaer Moderation mit Kater Dieter und Hut.

Funkvolker (2)Mit Volker Hauptvogel.

Wir haben ein Studio im Huthmacher-Haus, wo die täglichen Sendungen “Live On Tape” aufgezeichnet werden. “Filmbaer” heißt die Sendung weil der “Sony Genlock”, den wir als Schriftgenerator benutzen, keine Umlaute kennt. Zwölf mal 75 Minuten sind geplant und ich drehe ich voraus mit Volker Hauptvogel im Pinguin-Club die “Treatment-Show”, in der ich lustige Filmideen vorstelle, die ich von meinem Brettspiel “Hollywood-Friedenau” in der Schublade habe. Volker serviert mir zu jedem der zwölf Kurz-Treatments einen passenden Cocktail, den ich natürlich nicht trinke. Überhaupt lebe ich zu dieser Zeit sehr gesund. Ich trinke nicht, esse kein Fleisch, noch nicht mal Zucker gönne ich mir. Nach vier Stunden Schlaf dusche ich eiskalt und bin frisch wie neuer Schnee. Tagsüber verdiene ich meine Brötchen als Pförtner, abends und am Wochenende mache ich Fernsehen, eine Gage gibt es beim Offenen Kanal Berlin nicht.

Filmquiz (2) Filmquiz vor “City Music”.

In der Mittagspause werde ich mit dem Auto abgeholt, um auf dem Kudamm ein Filmmusik-Quiz mit Passanten zu drehen, dass ich mir ausgedacht habe. Bei richtiger Antwort gewinnen die Kandidaten Platten mit Soundtracks, die ein Plattengeschäft, City Music, zur Verfügung gestellt hat. Außerdem produzieren wir täglich noch einen Fünf- bis Zehn-Minüter, ich interviewe witzige Filmleute, mache Überraschungsbesuche und ähnliches.

FilmNase (4)Filmma1 (2)Filmnasja (2)FilmMarcClose (2)Anja Franke Interview.

Viel Spaß macht es, Anja Franke zu interviewen. Sie hat mit ihrem Freund Dani Levy den Film “Du mich auch” im Wettbewerb. Nicht immer sind meine Beiträge toll, aber ich werde angesprochen und gelobt, auch von Kollegen wie Barry Graves und in der Hochschule von Studenten und Profs.

Meine Pförtnerkollegen und der großtuerische Hausmeister sind nicht so begeistert. Sie wissen nicht, wie sie mit mir umgehen sollen und fühlen sich irgendwie verarscht. “Wieso sitze ich hier in der Pforte, wenn ich doch beim Fernsehen arbeite?” Ich versuche zu erklären, dass ich beim Offenen Kanal Berlin keinen Pfennig verdienen kann, es ist dort sogar verboten. Aber solche Details interessieren nicht, die sind abstrakt und was sie auf dem Fernsehschirm sehen ist konkret.

Ins Kino komme ich nur ein einziges Mal, im Zoo-Palast sehe ich “Platoon” , der mir überhaupt nicht gefällt, nach “Apocalypse Now” finde ich ihn überflüssig. Eine der Sendungen moderiere ich auch, hinter mir die Gedächtniskirche. Die ARD hat denselben Hintergrund gewählt, sie sendet aus dem chinesischen Restaurant gegenüber. Auch als Moderator bewähre ich mich, keine Haspler, keine Hänger, der Sprechtechnikunterricht meines Vaters war doch zu etwas gut. Viele tolle Menschen lerne ich kennen, Frank und Anette, die damals den OKB leitet und die Produktion neben ihrem Job in der Voltastraße quasi in der Freizeit betreut, werden im Lauf der Berlinale ein Paar. Beide werden mir bei vielen Projekten helfen und mich beraten. Frau und Tochter sehen mich nur selten in dieser Zeit. Natürlich mache ich weiter mit neuen Projekten. Ich habe das Gefühl, mir bietet sich eine Chance, die vielleicht meine einzige im Leben ist.

12654215_10153561472262982_3892196464954072360_nNazi Schulz, wie ihn Rainer Jacob als Illu für meinen Roman “Helden ’81” gezeichnet hat.

Am 10. Mai 1941 fliegt Rudolf Heß mit einer Messerschmidt Bf 110 in Richtung Schottland, um in Dungavel Castle mit Douglas Douglas-Hamilton, 14. Duke of Hamilton, den er für den Anführer der britischen Friedensbewegung und Gegner von Premierminister Winston Churchill hielt, über Frieden zu verhandeln. Aber die Briten nehmen ihn fest, er wird als letzter einer Reihe prominenter Häftlinge im 900 Jahre alten Tower interniert. Nach Kriegsende steht er vor dem Nürnberger Tribunal und wird zu lebenslanger Haft verurteilt. 1987 ist Heß auch hier der letzte von sechs Gefangenen im Kriegsverbrechergefängnis Spandau. Obwohl Heß Flug nach Schottland von Historikern inzwischen weniger als Großtat, sondern eher als naive Impulshandlung eines unreifen Traumtänzers gewertet wird, ist Heß bei deutschen Neo-Nazis beliebt. Nachdem Rudolf Heß sich am 17. August 1987 mit einem Kabel erhängt, versammeln sich neu und alte Gesinnungsgenossen vor Spandauer Gefängnis zu einer Art “Ehrenwache”. Mein Kollege Schulz nimmt Urlaub und wird mehrfach von Kamerateams gefilmt. Ein Fotograf portraitiert ihn, sein fanatischer Blick genügt, er braucht kein Plakat und keinen Hitlergruß um seine Gesinnung zu demonstrieren. Das Bild wird erst in der taz gedruckt und geht dann um die Welt.

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Ende August produziere ich “Funkbär”, eine Magazinsendung mit Sketchen und Parodien auf der Internationalen Funkausstellung. Der Offene Kanal hat ein professionelles Studio aufgebaut und viele Freunde helfen mir. Meine Frau bedient den Schriftgenerator, Anette macht Bildschnitt und Tim Luna spielt einen Zuschauer, der von mir erschossen wird. Der Boden ist mit Plastikfolie ausgelegt, damit unser Kunstblut nicht den Teppich ruiniert.

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Bong Boeldicke schlüpft in die Rolle des Senatsbeauftragten für eine fiktive “1000-Jahrfeier” der Mauerstadt. “Funkbär” wird Live On Tape produziert, zum ersten Mal moderiere ich mit Publikum, unter Livebedingungen. Unter dem Abspann läuft Peggy Lees Hymne der typisch menschlichen Unfähigkeit, richtig glücklich zu sein: “Is That All There Is?”

Im Spätsommer 1987 beginnt, was man später als Barschel-Affäre bezeichnen wird. Ein CDU-Ministerpräsident wollte seinen Gegner durch eine Schmutzkampagne zu Fall zu bringen. Der Spiegel bringt den Fall ins Rollen, gegen den Watergate eine Kinderei war. Mir ist schnell klar, dass die Barschel-Affäre zum größten politischen Skandal der BRD werden wird. Ich verfolge jedes Detail, dass er bei seinem berühmten “Ehrenwort” lügt, sieht selbst ein Laie wie ich. Wochenlang lese ich jede Zeile und spreche über wenig anderes. Meiner Frau gehe ich gehörig auf die Nerven.

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Aus der Barschel-Affäre mache ich eine Kabarettnummer und erfinde die Kunstfigur “Reverend Preiswert”. Einen Prediger mit Hitlerbärtchen, der im Stil amerikanischer Fernseh-Evangelisten, Barschel nach seinem ungeklärten Tod einen Persilschein ausstellt. Leider entsteht die Verschwörungstheorie, die Barschels Tod als Ermordung eines der über illegale Waffendeals auspacken wollte und somit andere prominente Politiker mit in den Abgrund gezogen hätte, erst später. Aber ich habe auch so genug Material für einen 18-minütigen Monolog. Ich nehme “Er tat nur seine Pflicht” im kleinen Fernseh-Studio der Pilotgesellschaft für Kabelkommunikation vor einer riesigen deutschen Fahne auf. Gleich am Wochenende danach wird die Sendung im Berliner Kabelfernsehen ausgestrahlt. Zufällig findet gerade eine CDU-Veranstaltung in Berlin statt. Viele Parteimitglieder sehen das Stück in ihren Hotels, die alle schon verkabelt saind. Es gibt heftige Beschwerden im Sender und auch bei der Medienanstalt. Ich selbst werde ein paarmal beschimpft. Heute würde ich über eine eben Verstorbenen, und sei er noch so ein Schuft gewesen, keine derartig grenzwertige Satire machen, aber damals freue ich mich über das Feedback.

Seit dem Tod von Heß ist Schulz radikaler geworden. Seine Äußerungen werden immer drastischer, auch mir gegenüber. In der HdK wird meine Position nach der Barschelsendung immer prekärer. Ich versuche eine Front gegen den Nazi aufzubauen, doch zu meinem Erstaunen finde ich kaum Mitstreiter. Die linken Professoren erklären mir, als Beamte könnten sie sich nicht einmischen, wenn es um einen “Lohnempfänger” gehe, so werden die Arbeiter im Unijargon genannt. Der linke, langhaarige Personalratsvorsitzende gibt mir auch einen Korb. Nazi Schulz ist durch seine Schwerbehinderung vor Kündigung geschützt. Ich verstehe die Uni-Welt nicht.

Ich werfe ein I Ging, es rät mir “das große Wasser” zu überqueren. In der Sprache des mehrere tausend Jahre alten “Buchs der Wandlungen” bedeutet das weitreichende Massnahmen zu ergreifen, einen großangelegten Plan zu verwirklichen. Also plane ich, zunächst besorge ich mir eine Ton-EB vom OKB. EB steht für elektronische Berichterstattung habe ich gelernt. Ich platziere sie in meinem Garderobenschrank in der Pförtnerloge, durch einen Schlitz müsste das Mikrofon Gespräche aufnehmen können. Ich verlasse die Loge, “um einen Kontrollgang durchs Haus” zu machen und Schulz tut mir den Gefallen, er macht seine üblichen heftigen Nazisprüche. Nun habe ich ihn “Live On Tape”. Ebenfalls in der Tasche habe ich einen Musik-Professor, der auch braune Ansichten hat, aber als Beamter eine gewisse Zurückhaltung üben müsste. Außerdem rechne ich damit, dass Schulz Choleriker ist.

Ich schreibe einen Brief an den Kanzler der Uni. Drei Seiten lang schildere ich, wer Schulz ist und was er verbreitet. Ich bin nicht gern Denunziant, aber hier geht es um Notwehr und die Änderung eines unerträglichen Zustandes. Ganz dezent winke ich meiner Vergangenheit bei der taz und der Möglichkeit einer Anzeige wegen Volksverhetzung. Als ich nach einem langen Wochenende zurück zum Dienst komme ist Schulz weg. Man hat ihn einbestellt, er ist beleidigend geworden und hat versucht den Personalchef zu ohrfeigen. Außerdem hat sich der braune Musikprofessor im Zweifel für seine Beamtenpension entschieden und gegen Schulz ausgesagt, ich hatte ihn als Zeugen genannt. Ich habe mich durchgesetzt, den Nazi im Alleingang abgesägt, trotzdem bin ich nicht wirklich zufrieden mit der Situation. “Is That All There Is?”

Am nächsten Morgen kann ich meine linke Gesichtshälfte nicht mehr bewegen. Glücklicherweise ist es kein Schlaganfall. Gegen die Lähmung muss ich hochdosiertes Kortison nehmen. Nach drei Tagen kommt das Gefühl langsam zurück, ich atme auf. Aber plötzlich länger daheim, stelle ich fest, dass meine Ehe die Beziehung nicht konsolidiert hat, wir streiten uns weiter wie früher und ich fühle mich überflüssig und unwillkommen. Und noch etwas wird mir klar in den zehn Tagen, die ich krankgeschrieben bin. Ich werde den Pförtnerjob nicht ewig machen können. Aber wie soll ich, ohne Ausbildung und ohne weitere Berufserfahrung, eine andere Arbeit finden? Zurück in der Pförtnerloge gelte ich als “Kollegenverräter”. Schulz ist zwar weg, aber wohl fühle ich mich nicht in diesem Umfeld. Da kommt mir der Zufall zu Hilfe. Im Offenen Kanal ist der Job als Disponent frei, niemand will sich den Stress antun und er wird mir angeboten. Zu meiner eigenen Verblüffung bekomme den Fulltimejob im Sender. Es ist mir ein Vergnügen, den großtuerischen Hausmeister, der jahrelang den Nazi gewähren ließ, davon in Kenntnis zu setzen, dass er kurzfristig auf meine Dienste verzichten muss. Meinen Auflösungsvertrag hatte ich bereits mit der Hochschulleitung ausgemacht. Man ist mir dankbar, dass ich das peinliche Nazi-Problem gelöst habe.

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Nun arbeite ich als Vollprofi beim Fernsehen. Allerdings kaum noch kreativ, eigene Sendungen darf ich als Mitarbeiter nicht mehr produzieren. Aber ich bin stolz darauf bald den gesamten Sender, das Programm und die Produktionen zu organisieren. Ein Lebenstraum ist in Erfüllung gegangen, ein anderer, meine Ehe, scheitert in dieser Zeit. Wie so viele Paare machen wir die Erfahrung, dass die Ehe die komplizierte Beziehung nicht stabilisiert. Im Gegenteil, sie beschleunigt den Verfall. In der Folge brauche ich eine Wohnung, auch 1988 war das schon schwierig. Der Zufall will es, dass meine Wohnungssuche in der Lietzenburger Straße endet. Von meinem Balkon sehe ich in der Entfernung auf das Gebäude, in dem ich ein Pförtner war. Is That All There Is?

Marcus Kluge


Videos aus den erwähnten Sendungen schneide ich in nächster Zeit zurecht. Die böse Barschel-Satire:  https://www.youtube.com/watch?v=Ol1jnPe3c94

Meine Oma und die Kaiserallee: http://wp.me/p3UMZB-1rw

Über meine 20 Jahre beim Offenen Kanal Berlin habe ich zwei Geschichten geschrieben:

http://wp.me/p3UMZB-1hR

http://wp.me/p3UMZB-1ls

Das Lied:

I remember when I was a very little girl, our house caught on fire.
I’ll never forget the look on my father’s face as he gathered me up
In his arms and raced through the burning building out to the pavement.
I stood there shivering in my pajamas and watched the whole world go up in flames.
And when it was all over I said to myself,
“Is that all there is to a fire?”

Is that all there is?
Is that all there is?
If that’s all there is my friends
Then let’s keep dancing
Let’s break out the booze and have a ball
If that’s all there is

And when I was 12 years old, my daddy took me to a circus.
“The Greatest Show On Earth.”
There were clowns and elephants and dancing bears.
And a beautiful lady in pink tights flew high above our heads.
And as I sat there watching, I had the feeling that something was missing.
I don’t know what, but when it was over,
I said to myself,
“Is that all there is to a circus?”

Is that all there is?
Is that all there is?
If that’s all there is my friends
Then let’s keep dancing
Let’s break out the booze and have a ball
If that’s all there is

And then I fell in love, with the most wonderful boy in the world.
We would take long walks by the river
Or just sit for hours gazing into each other’s eyes.
We were so very much in love.
Then one day, he went away and I thought I’d die.
But I didn’t.
And when I didn’t I said to myself,
“Is that all there is to love?”

Is that all there is?
Is that all there is?
If that’s all there is my friends, then let’s keep-

I know what you must be saying to yourselves.
“If that’s the way she feels about it why doesn’t she just end it all?”
Oh, no, not me.
I’m in no hurry for that final disappointment.
‘Cause I know just as well as I’m standing here talking to you,
That when that final moment comes and I’m breathing my last breath
I’ll be saying to myself-

Is that all there is?
Is that all there is?
If that’s all there is my friends
Then let’s keep dancing
Let’s break out the booze and have a ball
If that’s all there is.

Written by Jerry Leiber, Mike Stoller • Copyright © Sony/ATV Music Publishing LLC, Warner/Chappell Music, Inc.

Berlinische Leben – “The Fundamental Things Apply – Eventually” / Helden ’81 – Kapitel Elf / von Marcus Kluge / November 1981

Heute vor 34 Jahren starb Ingrid Bergman in London, die, wenn sie noch lebte,  heute 101 Jahr alt geworden wäre. Obwohl sie als Star und Filmikone gefeiert wurde, hatte sie nichts Laszives und eignete sich kaum als Pin-Up-Girl. Eher verkörperte sie eine neuartiges Frauenbild, dass den stets etwas naiv wirkenden Flapper den 20er und 30er Jahre überwunden hatte und souverän, ihrem Intellekt, wie in “Casablanca”, oder auch bewusst ihrem Gefühl, wie in “Notorious”, folgte.  Dieses elfte Kapitel meines “Schöneberg ’81” Romans ist eine Hommage an sie und den Michael Curtiz Film der, wie kaum ein anderes US-Melodram, meine Generation von deutschen Filmfans begeistert hat.

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(Bisher: Roberto ist wegen seiner Schulden zum Gangsterboss bestellt und ich muss ihn begleiten. In der Gruppe habe ich den rätselhaften August Deter kennengelernt, könnte er eine Hilfe sein? Gudrun meldet sich nicht und mir schwant Böses.)

Der Tag hatte schon schlecht angefangen. Es war ein Freitag, der Tag bevor ich mit Roberto, den Boss der Pistaziengang treffen sollte, ein Termin vor dem ich ziemlichen Bammel hatte. Ich war relativ früh aus dem Bett gekommen, nach dem ersten Kaffee und zwei Zigaretten entschied ich, es wäre höchste Zeit Gudrun anzurufen, damit sie nicht auf falsche Gedanken käme. Damit wollte ich dem Tag einen Kick in die richtige Richtung geben. Der Versuch schlug fehl. Meine Einleitung:
“Hallo Gudrun, nachdem du dich nicht gemeldet hast, wollte ich doch mal einen schönen Tag wünschen, bevor du mich wieder ganz vergisst!”,
wurde von einer unfreundlichen Gudrun mit barschen Worten gekontert:
“Du hast ja Nerven hier so einfach anzurufen, nachdem du dich Montag so heimlich aus dem Staub gemacht hast!”
Ich war geplättet und in kürzester Zeit wurde mein Körper und vor allem mein Hirn von Stresshormonen überflutet und ein Sirren in meinen Ohren wurde so laut, dass ich kaum noch hören konnte, was Gudrun mir sonst noch zu sagen hatte. Offensichtlich empfand sie mein Verschwinden so, als ob ich unsere Liebesnacht im nachhinein zu einem One-Night-Stand erniedrigt hätte. Das Briefchen, das ich zurück gelassen hatte, war völlig anders angekommen, als von mir geplant. Wenn ich doch bloß früher angerufen hätte!

Zusätzlich fiel mir jetzt wieder ein, dass morgen der Tag war, an dem wir diesen Ghobadi treffen sollten. Gern wäre ich wieder ins Bett gegangen, noch lieber hätte ich mein Leben an der Garderobe abgegeben, um mir später ein anderes, besseres zurückgeben zu lassen. Roberto schuldete Ghobadi eine für mich horrende Summe, etwas fünfstelliges nahm ich an. Wie war ich da reingeraten, nachdem ich mich sonst erfolgreich aus allem raushalten konnte? Statt mich hängenzulassen, setzte ich mich an die Maschine und begann zu schreiben. Ich arbeitete an die Filmtexten für Werbeagentur, bis mir einfiel, es wäre wichtiger Gudrun einen Brief zu schreiben und den Versuch zu wagen, doch noch mal zu erklären, wieso ich abgehauen war und das es nichts mit Gudrun oder der Situation zu tun hatte.

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Um mich in Stimmung zu bringen legte ich eine Platte mit Ausschnitten aus Warner Brothers Filmen auf, die auch Musik und Dialoge aus “Casablanca” enthielt. Bogart sagte zwar nicht:
“Play it again, Sam!”
Das war eine Erfindung von Woody Allen für seinen Film aus dem Jahr 1972 gewesen. Nein, Bogart sagte:
“Play it, Sam! You played it for her, you can play it for me.”
Und der brave Sam spielte “As Time Goes By”.

“You must remember this
A kiss is just a kiss, a sigh is just a sigh.
The fundamental things apply
As time goes by.
And when two lovers woo
They still say, “I love you.”
On that you can rely
No matter what the future brings
As time goes by.”

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Ein paarmal zog ich einen angefangenen Text wieder aus der Maschine und warf ihn fort, doch dann gelang mir ein freundlicher, stimmiger Brief, den ich mit einer Prise Komik abrundete. Ja, die richtigen, wichtigen Sachen, Menschen und Ideen tauchten auf. Nur geschah das, meiner Erfahrung nach nie zu früh, sondern eher kurz bevor es zu spät war.

Bevor ich am Nachmittag zur Gruppe beim Psychiater Philippus aufbrach, hatte einer plötzlichen Eingebung folgend das kleine Notizbuch eingesteckt, in dem Robertos Vater seine Erlebnisse als Widerstandskämpfer und Lagerhäftling im Dritten Reich aufgeschrieben hatte. In der Gruppe machte ich mir selbst Luft, ich schilderte das unangenehme Gespräch am Morgen mit Gudrun und wie ich mich falsch verstanden sah. Ich bekam erst sehr viel Mitgefühl und gute Worte von den anderen, aber die Diskussion behielt mich im Fokus und das fühlte sich zunehmend peinlich an. Besonders ein Gruppenmitglied schoss sich auf mich ein und zeigte nicht nur Verständnis für Gudrun, sondern kritisierte mich hart, weil mir mein Schlaf wichtiger als die sich anbahnende Liebesbeziehung war. Ich ärgerte mich, hatte aber weder Lust noch Kraft dagegen zu halten. Zu meinem Erstaunen mischte sich nun August in die Diskussion, den ich für absolut egozentrisch gehalten hatte und nahm mich in Schutz. Zum ersten Mal war er mir sympathisch und mir kam eine Idee.

Nach dem Ende der Gruppensitzung wartete ich, eine Zigarette rauchend, vor dem Haus auf August. Es dämmerte und der Novemberabend roch nach Winter, das erste Mal in diesem Herbst. “Schneeluft” nannten manche Menschen das auch. Aus unerfindlichen Gründen verband ich diesen Geruch und diese Tageszeit mit den 70er Jahren. Keine andere Situation war typischer für das zuende gegangene Jahrzehnt. Der Beginn der Nacht am Anfang des Winters, wenn ich wieder einmal feststellte, dass der vergangene Tag mich nicht weitergebracht hatte. Schon weil ich gar nicht wusste, wo ich eigentlich hin wollte. Dieses Gefühl wollte ich hinter mir lassen, aber war ich denn wenigstens auf dem richtigen Weg?
Ich sprach ihn an, als August das Eckhaus in der Uhlandstraße verließ und er freute sich über meine Einladung, gemeinsam etwas trinken zu gehen. Wir liefen die Uhlandstraße in Richtung Kantstraße und setzten uns dann im Schwarzen Café in eine ruhige Ecke im Ersten Stock. Erst sprachen wir über die Gruppe und den Professor. Über die Gründe, wieso wir die Gruppe besuchten brauchten wir nicht zu sprechen, denn darüber hatten wir uns in den Sitzungen ein Bild machen können. Wir tranken Flaschenbier und ich stellte August ein paar Fragen, die mich schon länger beschäftigten:
“Kannst du dich denn nicht an deine Familie und deine Heimat erinnern?”
“Ja und nein, ich komme wohl aus Wien und ich habe eine Vorstellung, wie meine Eltern waren, oder sind. Aber nichts konkretes, wie der Name fällt mir ein.!”, war seine enttäuschende Antwort.
Ich bohrte weiter:
“Wo hast du diesen Namen her, August Deter?”
“Der stammt aus der Klinik, Philippus meint, der sei ein Insider-Scherz unter Psychoheinis. Keine Ahnung was er meint.”
“Und wovon lebst du, du brauchst doch Geld?”
“Das kommt von so einer Stiftung, Seelenhilfe heißt die. Die haben mich unter ihre Fittiche genommen und haben mir auch Papiere besorgt. Die haben was mit der katholischen Kirche zu tun und sind wohl sehr einflussreich in Süddeutschland.”
“Wieso bist du nun ausgerechnet nach Berlin gekommen?”
“Ich hatte da so ‘nen Zettel bei mir, da stand diese Pension in Berlin drauf und ich hatte das vage Gefühl, ich müsse in Berlin irgendeine Mission erfüllen. Mein Betreuer bei der Seelenhilfe meinte, ich solle dem nachgehen und der hat mir auch Philippus empfohlen.”
Langsam brachte ich das Gespräch auf meinen Freund Roberto und sein Problem:
“Ich wollte dir was zeigen!”, ich holte das Notizbuch von Robertos Vater heraus, zeigte ihm die Fotos und machte ihn auf die Ähnlichkeit zwischen ihm und dem SS-Offizier aufmerksam. August wurde still, ich bestellte noch zwei Bier und dann begann ich ihm die Geschichte von Roberto, seinem Vater und dann von Ari und dem Schmuggel nach Kanada zu erzählen. Ich berichtete von Aris Selbstmord in Wien und schließlich von der Pistazien-Bande, die nun von Roberto das Geld zurückhaben wollte, das Ari für den Kanada-Coup geliehen hatte.
August hörte aufmerksam zu und begann bald zu nicken, so als ob er die Geschichte schon kannte, oder sich zumindest etwas Ähnliches gedacht hatte.
Ich wusste zwar nicht, worin Augusts Beitrag zur Lösung des Problems bestehen sollte, trotzdem war ich sehr froh, als er signalisierte, er würde uns helfen, irgendetwas würde uns schon einfallen, um die Ansprüche der Gangster zu befriedigen. Ich fühlte mich auf jeden Fall schlagartig besser.
Wir tranken noch ein paar Bier und redeten über Filme, das Wissen darüber und die Liebe zum Film hatte Augusts Amnesie nicht tangiert. Genau wie Ari mochte August Bogart-Filme, besonders die aus der schwarzen Serie und natürlich “Casablanca”.

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Ich probierte, ob er wie Ari auch manche Dialoge auswendig konnte:
“Let’s see. The last time we met…”
Ohne zu zögern, setzte er das Gespräch mit Bogarts Text fort:
“It was La Belle Aurore.”
“How nice, you remember. It was the day the germans marched into Paris.“, ich sprach Ingrid Bergmanns Sätze. August antwortete:
“Not an easy day to forget. I remember every detail. The germans wore grey; you wore blue.”
Wir schüttelten uns vor Lachen, es waren ziemlich viele Biere gewesen.
Wir verabredeten uns für Sonntag im Tempodrom, dann zahlten wir. Auf der Kantstraße verabschiedeten wir uns, natürlich auch stilgemäß. August gab mir das Stichwort:
“You still owe me ten thousand francs.”
Ich sprach den, von Claude Rains gespielten, Polizeichef:
“And that ten thousand francs should pay our expences.”
“Marcus, I think this is the beginning of a beautiful friendship!”

Roberto und ich fuhren mit der U-Bahn nach Dahlem-Dorf und begaben uns auf die Suche nach der Adresse von Ghobadi. Schnell fanden wir sie, wir klingelten an einer kleinen Gittertür mit dem Schild: “Konsulat der Volksrepublik Nord-Samaan”. Wir wurden von einem wohlbeleibten Herrn in Empfang genommen, unter dessen Jacket sich eine Waffe abzeichnete. Das Haus war ein großer, einstöckiger Bungalow, keine Villa, wie ich es erwartet hatte. Im Haus tastete ein zweiter, ebenfalls kräftig gebauter Herr uns auf Waffen ab. Hundertmal hatte ich sowas im Kino gesehen, nun erlebte ich es zum ersten Mal am eigenen Leib. Ein seltsames Gefühl. Der zweite Bodyguard, auch er mit einer Beule unterm Sakko, führte uns in einen Raum, dessen Wände üppig mit Ölgemälden behängt war, der Hausherr hatte wohl eine Schwäche für Familienportraits. Das Genre aus dem 18. Jahrhundert, das im Englischen Conversation Piece und im Italienischen grupo di famiglia genannt wurde. Ich war natürlich kein Experte, aber die Bilder hatten eine hohe Qualität, soviel war klar. Trotz des Wandschmucks war der Raum ungemütlich, es war kalt und es gab keine Sitzgelegenheiten; nur ein großer Perserteppich in der Mitte machte ihn etwas wohnlicher. Der Raum schien klimatisiert zu sein, ich schaute auf eine Anzeige an der Wand, 17° Celsius bei 68% Luftfeuchtigkeit schien das amtliche Klima für Ölgemälde zu sein.
Der wandelnde Schrankkoffer lies uns allein, Roberto und ich schauten uns nicht an und wir wechselten auch kein Wort. Mir war klar, dass Roberto die Muffe genauso ging wie mir. Etwa zehn Minuten lies man uns warten, dann kamen die beiden Bodyguards und brachten Sitzkissen sowie ein Tischchen. Die Möbel drapierten sie auf dem Perserteppich, sodass eine orientalische Sitzgruppe entstand. Einer der beiden verschwand wiederum, während sich der andere wie eine Wache neben die Tür stellte. Wir blieben stehen und schauten uns die Bilder an, jedenfalls taten wir so, als ob.
Eine leise, aber durchdringende Stimme lies uns zusammenfahren, wir drehten uns um, der Hausherr hatte den Raum betreten:
“Salam meine Herren. Ich bin hocherfreut, sie zu begrüßen.”
Er blieb etwa zwei Meter vor uns stehen und deutete ein Verbeugung an, auch wir verbeugten uns tief; ich verbeugte mich unwillkürlich tiefer als der Hausherr und Roberto auch. Ghobadi sah, mit seiner Augenklappe, tatsächlich etwas wie Moshe Dayan aus. Er hatte graumelierte Haare, einen gepflegten Bart und trug einen grauen Tweed-Anzug, der perfekt saß. Bei ihm deutete keine verräterische Beule auf eine Feuerwaffe hin:
“Mein Name ist Mohsen Ghobadi, eigentlich bin ich auch Berliner, ich lebe seit einem Vierteljahrhundert hier.”, er trat nun auf Roberto zu:
“Sie sind also der Herr Oderberger. Ich versichere ihnen meine herzlichstes Beileid zum Tod ihres Vaters. Aber ich hörte, sie haben sich noch von ihm verabschieden können.”
Ghobadi sprach ausgezeichnetes Deutsch, nur ein leicht ölig-verwaschener Akzent verriet, dass er kein Muttersprachler war und er war sehr gut informiert. Er schüttelte Roberto die Hand, der sowas wie “Danke schön” stammelte.
“Wen haben sie denn da mitgebracht?”
Ghobadi blickte neugierig in meine Richtung und ich entschloss mich, zurück zu ölen:
“Sehr geehrter Herr Konsul, ich bin hocherfreut sie kennenzulernen. Mein Name ist Kluge, ich bin Schriftsteller und Journalist und sozusagen als Freund und seelische Unterstützung von Herrn Oderberger hier.”
“Sehr erfreut, Herr Kluge. Freundschaft ist etwas Großartiges, fast so wertvoll wie die Familie. Das ist bei ihnen im Westen leider etwas in Vergessenheit geraten.”
Ghobadi hatte mich mit seinem unbedeckten, blauen Auge scharf angesehen, sodass ich froh war, als er sich wieder Roberto zuwendete:
“Dass ihre Schwester ihr Kind verloren hat ist natürlich auch ungemein traurig, das war sicher nicht unsere Absicht. Aber wenn die Dinge eine gewisse Dringlichkeit erreicht haben, passieren solche Missgeschicke, durch die auch Unschuldige Schaden nehmen. Da kann ich ihnen die Verantwortung auch nicht abnehmen, Herr Oderberger! Das wäre für sie viel praktischer, wenn ein Orientale die Schuld tragen müsste, nicht war?”, er grinste jetzt unverhohlen frech.
“Aber sie und ich wissen, und sicher weiß auch der Herr Kluge, dass die Verantwortung allein bei ihnen liegt.”
Roberto räusperte sich, er war kurz davor etwas zu sagen, doch es blieb beim Wollen. Ich hörte erstaunt über mich selbst, wie ich sagte:
“Aber die Gewalt ging nun mal von ihren Mitarbeitern aus.”
Ghobadi schaute mich etwas mitleidig an:
“Vordergründig haben sie Recht, aber versetzen sie sich in meine Lage. Ein alter Geschäftsfreund aus Indien hat mich gebeten diese Schulden einzusammeln und ich habe Herrn Oderberger mehrfach Gelegenheit gegeben, sich dazu zu äußern. Aber er hat über viele Wochen keine verbindliche Zusage gemacht. Zweitausend Euro war das einzige, was wir von ihm bekommen. Ein Bruchteil der 30000 Dollar, die, ohne Zinsen, fällig sind. Herr Oderberger hat sich sogar versteckt. Sein Verhalten war respektlos gegen meinen Freund und mich und man könnte auch sagen: betrügerisch. Verzeihen sie mir das starke Wort, aber es ist doch treffend, oder?”
Sein Deutsch war makellos, es war besser, als das der meisten Deutschen. Fast hätte ich Verständnis für ihn gehabt. Ich hätte gern noch etwas über Gewalt gegen eine wehrlose Frau gesagt, doch es war mir nicht möglich Ghobadi zu unterbrechen; ich hatte einfach nicht die Traute, seinen dominanten Redefluss zu stoppen:
“Lassen sie es sich eine Lehre sein, was den Schütz ihrer Familie angeht. Es ist traurig, wenn man erst durch Schaden lernt. Niemand weiß das besser als ich. Aber setzen wir uns doch.”
Er zeigte auf die Sitzgruppe auf dem Teppich. Einer seiner Diener brachte Teegeschirr und Gebäck, er machte uns mit Zeichensprache aufmerksam, unsere Schuhe auszuziehen, dann setzten wir uns. Ohne Schuhe war es ganz schön kalt. Ghobadi verlies kurz den Raum und kam dann mit einer Mappe zurück und setzte sich auch. Der Bedienstete goss uns Tee ein und nötigte uns von den Keksen zu nehmen. Schweigend tranken wir Tee und knabberten Gebäck, schließlich ergriff Ghobadi wieder das Wort:
“Lassen sie mich ihnen eine Geschichte erzählen.”
Wenn ich die Augen zusammen kniff, hätte ich mir vorstellen können, in einem orientalischen Basar zu sitzen und einem Geschichtenerzähler zuzuhören. Es war fast gemütlich, wenn ich bloß keine Angst gehabt hätte.
“Vor rund 30 Jahren war ich der glücklichste Mann Teherans, ich hatte eine wundervolle Frau, zwei Töchter und ich war als Geheimdienstchef einer der mächtigsten Männer des Landes. Mein Freund Mohammad Mossadegh war Premierminister einer demokratisch gewählten Regierung. Er hatte mich zum Geheimdienstchef gemacht, weil ich ein überzeugter Demokrat war, ich hatte in Oxford und Heidelberg studiert und Gewalt machte mir überhaupt keinen Spaß. Gut beim Geheimdienst ist ein gewisses Maß an Druck ünvermeidlich, doch wir versuchten soweit wie möglich ohne Folter und solche Greuel auszukommen. Doch dann stürzte die CIA Mossadegh, ein Agent namens Kermit Roosevelt* schaffte es mit sehr viel Geld, das Land zu destabilieren und schließlich einen Putsch zu organisieren. Diese Aktion nannte der CIA “AJAX”, es war das Vorbild für jeden Staatsstreich der USA seitdem. Wir waren wohl zu naiv und zu friedfertig, um mit der abgefeimten Bosheit dieses Kermit Roosevelt fertigzuwerden. Übrigens sagt man, Kermit soll das Vorbild gewesen sein, nachdem Ian Fleming seine Romanfigur James Bond geformt hat. Kermits Helfer brachten, vor meinen Augen, meine Frau und meine Töchter um, ich wurde entführt und lange gefangen gehalten. Seien sie froh, dass sie ihre Familie noch haben. Die einzige Familie, die ich noch habe, sind diese Bilder.”, wobei er aufstand und auf die Gemälde an den Wänden zeigte.
Ghobadi baute sich vor mir auf, nun zog er eine Art Urkunde aus der Mappe und präsentierte sie mir:
“Das hier ist der Schuldschein. Neben Herrn Olt, der ja leider verstorben ist, hat ihr Freund Herr Oderberger unterschrieben. Seien sie doch so freundlich und lesen sie die Summe vor, Herr Kluge.”
Ich stand auf und nahm das Papier in die Hand.
“30000 Dollar plus Zinsen steht hier.”, las ich laut vor.
“Ich will realistisch sein. Sie haben das Geld nicht, also schauen wir ob es etwas anderes gibt, um ihre Ehre wiederherzustellen. Mein Geschäftsfreund sprach von einer Kamera, die eigentlich im Besitz ihrer Familie sein sollte, Herr Oderberger. Eine Leica, ein sehr seltenes Stück.”
Nun stand Ghobadi direkt vor Roberto, der bei der Erwähnung der Leica zusammenzuckte. Roberto brauchte einen Moment um sich zu sammeln. Dann sagte er:
“Ja, aber die Leica gehört jemand anderem. Ich kann sie doch nicht stehlen!”
“Nun, wenn sie sie nicht stehlen wollen, müssen sie sich etwas einfallen lassen. Sie sind doch jung, kreativ und risikofreudig, wie ihre Schmuggeleien zeigen.”

In diesem Moment wurde mir übel, ich hatte Angst mich übergeben zu müssen. Genau das war, was ich unbedingt in meinem Leben vermeiden wollte. Riskante Situationen wie diese, die mich möglicherweise in den Knast bringen konnten. Wieso hatte ich mich bloß auf dieses Treffen eingelassen, nun war ich ebenso dran wie Roberto. Karl Valentin soll gesagt haben:
“Der Kopf ist rund damit die Gedanken ihre Richtung ändern können.”
So etwas passierte gerade in meinem Kopf. Meine Angst, mein Ärger verwandelte sich in Wut und diese Wut richtete sich gegen Moshe Ghobadi. Ich fauchte ihn an:
“Sie drohen uns also, wenn wir die Kamera nicht beschaffen, üben sie Gewalt gegen Robertos Familie. Was ist daran moralischer, als das Handeln von Kermit Bond Roosevelt, der ihre Familie umbringen lies. Sollten sie aus ihrer Erfahrung heraus nicht jeder Gewalt abschwören.”
Ghobadi war überrascht und er versuchte amüsiert zu wirken, doch ich schien einen Wirkungstreffer erzielt zu haben. Er baute sich vor mir auf. Ich wich nicht zurück und er zischte:
“Der Mensch ist eine gewalttätige Species. Das was sie hier im Westen Zivisisation nennen ist eine hauchdünne Schicht, die man durch Manipulation jederzeit, bei jedem beseitigen kann. Und gerade sie, Herr Kluge, als Deutscher sollten vorsichtig sein über andere zu urteilen. Sie haben doch sechs Millionen Juden auf bestialische Weise umgebracht.”
Er hatte mich an einem wunden Punkt erwischt, ich drehte irgendwie durch und schubste ihn heftig, so dass er ein paar Schritte rückwärts stolperte. Ich brüllte:
“Ich hab sie doch nicht umgebracht, sondern meine Vorfahren. Ich bin kein Nazi. Aber sie vielleicht!”
Der Wächter neben der Tür hatte seine Waffe gezogen. Die Übelkeit stieg wieder in mir hoch, ich war entsetzt über mein Verhalten. Ghobadi schien nicht besonders geschockt zu sein, im Gegenteil, er ginste:
“Quod erat demonstrandum, meine Herren. So leicht ist es, mit Manipulation Menschen zur Gewalt zu bewegen. Aber setzen wir uns doch wieder.”
Roberto hatte uns mit großen Augen beobachtet und schien in eine Art Schockstarre gefallen zu sein. Ghobadi sprach, als ob nichts geschehen wäre, weiter über seine Gemälde:
“Die einzige Familie die ich noch habe sind meine Bilder. Ich liebe sie wie meine Kinder. Ich würde alles tun, um sie zu beschützen. Und hin und wieder muss ich eine neues adoptieren. Derzeit liebäugele ich mit einem von David Cosgrove. Er war ein nicht sehr bekannter Porträtist des späten 18. Jahrhunderts. Der Sammler, der es besitzt, will es eigentlich nicht verkaufen, doch der Zufall will es, dass er auch ein fanatischer Sammler von Leica-Kameras ist.”
Ich unterbrach Moshe Ghobadi:
“Und wir sollen jetzt ihr Problem lösen, indem wir die Leica klauen, die wahrscheinlich unbezahlbar ist.”, mein Mut erstaunte mich und Roberto schaute angstvoll in meine Richtung.
Ghobadi legte den Kopf schief und sprach in einem freundlicheren Ton weiter:
“Meine Herren, ich will sie doch nicht übers Ohr hauen. Sehen sie doch unsere Beziehung als eine geschäftliche. Ich mache ihnen ein Angebot, Herr Oderberger kann seine Schulden bezahlen und ich würde ihnen bei Übergabe der Leica noch ein angenehmes Sümmchen bar auf die Hand geben. Herr Oderberger könnte seine Familie unterstützen, in Goa ein neues Geschäft aufmachen und sie Herr Kluge…”, Ghobadi klopfte mir auf die Schulter:
“… könnten sich auch einen Traum erfüllen. Wie wäre es, wenn ich den Schuldschein zerreiße und 60000 Mark draufzahle?”

Ich handelte noch ein wenig, die Summe stieg etwas und Ghobadi lies Champagner bringen, um unseren Geschäftsabschluss zu feiern. Auf dem Rückweg waren Roberto und ich bester Laune bis uns bewusst wurde, dass wir keinen blassen Schimmer hatten, wie wir die Kamera aus Alex Legrands Besitz in unseren bringen sollten. In der S-Bahn saßen wir stumm nebeneinander. Mein inneres Radio spielte “As Time Goes By” und ich wunderte mich über mich selbst.

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“It’s still the same old story
A fight for love and glory
A case of do or die.
The world will always welcome lovers
As time goes by.”

– wird fortgesetzt –

*Kermit Roosevelt:

http://en.wikipedia.org/wiki/Kermit_Roosevelt,_Jr.

http://articles.mcall.com/2004-07-19/news/3560416_1_iranian-oil-iran-s-oil-kermit-roosevelt

Illustration: Rainer Jacob

Lost and Found-Marathon 9: „Brandenburger Tor & Unter den Linden“ / 1936 – heute

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Oben: Behrenstraße Ecke Unter den Linden beim Mussolini-Besuch 1938. Am Rande der Protokollstrecke besprechen sich Berliner Polizisten mit italienischen Faschisten (Schwarzhemden: Offiziell formierten sich die Schwarzhemden von 1919 bis 1923 als Squadristen (italienisch: squadristi), danach von 1923 bis 1943 als faschistische Miliz. ). Das Volk steht brav hinter einer unsichtbaren Markierung und darf zusehen. Unten: Heute fand ich Radfahrer an dieser Ecke, die brav auf grünes Licht warteten.

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In diesem Beitrag habe ich hauptsächlich Fotos von meinem Großonkel Paul Springer als Vor-Bilder für meine Spurensuche verwendet. Paul, ein Amateur-Fotograf und Polizeioffizier, hat in den Jahren 1936 bis 38 die historische Mitte Berlins aufgenommen. Die Bilder zeigen das Brandenburger Tor, unter anderem während des Mussolini-Besuchs im Jahre 1938 und die Straße “Unter den Linden”.. Die tragische Geschichte von Onkel Paul, der sich am 1. Mai 1946 suizidierte, erzähle ich hier:

http://wp.me/p3UMZB-1dl

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Am Pariser Platz wurde 1938, zum Mussolini-Besuch, neben den obligatorischen Hakenkreuzfahnen ein Pylon in italienischen Farben aufgestellt. Der Duce sollte sich geehrt fühlen, aber nicht vergessen, wer der “Herr im Haus” war. Heute ist dieser Teil des Platzes (vor dem Palais Beauvryé, Pariser Platz 5, seit 1835 Sitz der Französischen Botschaft) aus Sicherheitsgründen abgesperrt.

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1938 berichtet die Zeitung über den Bau der “Ost-West-Achse”, heute “Straße des 17. Juni”. Die Straße gibt es schon seit 1697, als die “Charlottenburger Chaussee” als Verbindung zwischen Stadtschloss und “Lietzenburg”, heute “Schloss Charlottenburg”, angelegt wurde. Im Zuge des Konzeptes für den von Adolf Hitler und Albert Speer geplanten Umbau Berlins zur “Welthauptstadt Germania” wurde sie auf die heutige Breite von 85 Metern erweitert. Als ich jetzt Fotos machte, demonstrierten Bauern gegen den niedrigen Milchpreis.

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Zu Weihnachten 1938 fotografiert Onkel Paul seinen Kollegen vor dem Tor.

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52 Jahre später, am Neujahrstag 1990 genießen meine Tochter und ich die, 28 Jahre abwesende, Freiheit am Tor. Heute lauscht eine müde Schülergruppe den Ausführungen ihrer Lehrerin.

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Während der Olympischen Spiele 1936 fotografiert Paul meine Mutter, die junge Frau mit dunkler Jacke, die den Fotografen ansieht. Die Hauptstadt des Nazireichs präsentiert sich “weltoffen”. Nichtdestotrotz sind die Linden mit unzähligen Hakenkreuzfahnen ausstaffiert. 2016 ist fast die gesamte Mittelpromenade durch Baustellen besetzt. Touristen suchen hier vergebens Fotomotive.

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Ausnahmsweise bietet hier eine Baustelle ein lohnendes Motiv (unten). Die wegen Umbau geschlossene Staatsoper wirbt mit einem Plakat für “DORT.”, das Ausweichquartier der Bühne im Westteil der Stadt, das Schillertheater.

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1938 lichtet Paul meine Mutter und sich selbst mit Selbstauslöser vor der “Friedrich-Wilhelms-Universität” ab. Seit 1949 heißt sie “Humboldt-Universität”.

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Paul Springer und seine Frau Charlotte vor dem Berliner Dom 1938.

M.K.

Berlinische Leben – „Cola und Hakenkreuze – Das Nazi-Sommermärchen“ / Die Olympischen Spiele 1936

Foto: Meine Großmutter unterhalb der sogannten “Führerloge” während der Spiele 1936.

„Ein Regime, das sich stützt auf Zwangsarbeit und Massenversklavung; ein Regime, das den Krieg vorbereitet und nur durch verlogene Propaganda existiert, wie soll ein solches Regime den friedlichen Sport und freiheitlichen Sportler respektieren? Glauben Sie mir, diejenigen der internationalen Sportler, die nach Berlin gehen, werden dort nichts anderes sein als Gladiatoren, Gefangene und Spaßmacher eines Diktators, der sich bereits als Herr dieser Welt fühlt.“

– Heinrich Mann: Konferenz zur Verteidigung der Olympischen Idee am 6. und 7. Juni 1936 in Paris

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Wie jedes Märchen ist auch die Darstellung der Olympischen Spiele 1936 durch die Nazi-Propaganda eine erfundene Geschichte. Nichts hat die scheinbare Weltoffenheit dieser Tage mit der Realität im Lande zu tun. Terror, Rassismus und Raffgier werden von heiter-sommerlichen Spielen übertönt.

Im Sommer 1936 nutzt das Nazi-Regime die Olympischen Sommerspiele in Berlin erfolgreich als Propaganda-Forum, um sich im Ausland positiv darzustellen. Es funktioniert. Auch meine Mutter Käte, sie ist 13, ist begeistert von der ungewohnt kosmopolitischen Athmosphäre auf den Straßen und den Sportlern aus aller Welt. Besonders beeindruckt sie die Athletik und Schönheit schwarzer Olympioniken wie Jesse Owens. Nie vorher hat sie selbst dunkelhäutige Menschen gesehen. Als Kind von der rassistischen Propaganda beeinflusst, hatte sie sich als primitive Wilde vorgestellt, die im Baströckchen Stammestänze aufführen. Auf dem Kudamm wird Coca-Cola gratis ausgeschenkt, es ist die erste und letzte, die meine Mutter trinkt. Erst nach dem Ende des Krieges bringen die US-Alliierten die Limonade wieder mit. In Nazi-Deutschland gibt es zwar Coca-Cola, doch ist sie noch ein Luxus-Genussmittel, das sich die Familie eines BVG-Schaffners nicht leisten kann.

Kätes Onkel Paul, der Polizei-Offizier und Hobby-Fotograf ist, besorgt Eintrittskarten für die ganze Familie. Ausgerechnet meine Oma, die die Nazis hasst und die sich mehr als einmal durch kritische Äußerungen in Gefahr bringt, fotografiert er direkt unter der „Führer-Loge“ (siehe Foto oben). Käte lichtet er Unter den Linden ab, die 13-jährige wirkt älter, gegen den Strom stehend schaut sie entschlossen in die Kamera. Pauls Frau Charlotte posiert vor einer, von der Propaganda „Altar“ genannten, Feuerschale vor dem Stadtschloss.

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Überhaupt legt das Regime viel Wert auf Schmuck, überall wogen riesige Fahnenmeere, zwischen denen die Hakenkreuzflaggen kaum auffallen. Zum ersten Mal gibt es einen Fackellauf, die Idee stammt vom Sportfunktionär Carl Diem. Diem zieht gern Parallelen zwischen sportlichem und kriegerischem Kampf und verwies auf den Nutzen des Sports für die Heranbildung künftiger Soldaten. Die Olympischen Spiele waren außerdem ein willkommener Anlass, die von der NS-Ideologie geforderte körperliche Ertüchtigung, das „heranzüchten kerngesunder Körper“ für einen gesunden „Volkskörper“ im Hinblick auf Wehrertüchtigung und Einsatz im Krieg, auf breiter Basis zu propagieren und auch in die Tat umzusetzen. Daneben schätzt man auch ideelles Pathos, wie die Olmpiahymne zeigt:

„Wie nun alle Herzen schlagen in erhobenem Verein,
soll in Taten und in Sagen Eidestreu das Höchste sein.
Freudvoll sollen Meister siegen, Siegesfest Olympia!
Freude sei noch im Erliegen, Friedensfest: Olympia.
Freudvoll sollen Meister siegen, Siegesfest Olympia!
Olympia! Olympia! Olympia!“

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Straßenschmuck Unter den Linden

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Polizei Unter den Linden und unten vor “Altar”.

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Mehr Polizei mit “Grüner Minna”

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Der Reisepass von Paul und Charlotte.

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Heinrich Mann ist bei weitem nicht der Einzige, der einen Boykott der Spiele forderte. Besonders in den USA, wo man die Verfolgung der deutschen Juden mit viel Sorge sieht, fällt die Entscheidung, doch nach Berlin zu fahren, nur knapp aus. Schließlich ist die Sowjet-Union das einzige Land, das boykottiert und das Kalkül der braunen Herren geht auf. Sie haben drei weitere Jahre Zeit, vom Ausland unbehelligt,Verbrechen zu begehen und einen beispiellosen Angriffskrieg vorzubereiten.

Noch heute heißt das im Stil des Nationalsozialismus gebaute Stadion, wie selbstverständlich, Olympiastadion. Der Autor und Schauspieler Hanns Zischler macht in seinem 2013 erschienenen Buch “Berlin ist zu groß für Berlin” einen interessanten Vorschlag. Warum sollte man die Sportstätte nicht in “Jesse-Owens-Stadion” umbenennen?*

M.K.

*taz-Artikel zu Hans Zischlers Vorschlag:

http://www.taz.de/1/berlin/tazplan-kultur/artikel/?dig=2013%2F03%2F16%2Fa0246&cHash=e93e807698bd3532ff021214a721193b

Foto Olympiaglocke: Bundesarchiv Koblenz ©Creative Commons

Alle anderen Fotos: Paul Springer ©M.Kluge, Nachdruck mit Quellenangabe.

 

Lost and Found-Marathon 4: „Preußenpark, Fehrbelliner- und Hohenzollern-Platz” / Fotografische Spurensuche

U-Bahnhof Blissestraße, ca. 1977.

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Der Preußenpark wurde in den Jahren 1920 bis 1925 angelegt. Bei schönem Wetter waren wir in den Fifties fast jeden Nachmittag dort. Wir hörten Musik mit dem Kofferradio und ich interessierte mich für Abfallkörbe (unten). 1960 (oben) ist das Bausenat-Hochhaus noch gut zu erkennen. Es entstand 1954-55 nach Plänen von Roth und Schuberth und wird heute von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung genutzt.

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Den Fehrbelliner Platz dominieren bis heute die Bauten aus der Nazi-Zeit. Die Planung für eine großangelegte, hufeisenförmige Bebauung begann allerdings schon vorher. Ursprünglich sollte auf der Fläche des heutigen Flohmarkts ein Rathaus für “Deutsch-Wilmersdorf” entstehen. Mit der Höhe des Turms wollte die Wilmersdorfer die Schöneberger übertreffen. Das Schöneberger Rathaus wurde 1911-14 verwirklicht. Die Wilmersdorfer waren zu langsam, der Weltkrieg beendete ihre Träume und 1920 verlor “Deutsch-Wilmersdorf” das Stadtrecht. Es wurde Bezirk des neugebildeten Groß-Berlin. Das bis 2014 als Rathaus genutzte Gebäude (Architekt: Helmut Remmelmann) wurde von 1941 bis 1943 am Fehrbelliner Platz 4 (oben) als letzter Gebäudekomplex der NS-Zeit im neoklassizistischen Stil zur Erweiterung des benachbarten Sitzes der Nazi-Arbeitsfront errichtet. Der einstöckige Bau einer Schultheiss-Destille war wohl ein Nachkriegs-Provisorium und wurde schon in den 70er Jahren wieder abgerissen. Die heutige Lösung, ein roter Flachbau mit Bio-Company-Werbung, stellt ästhetisch keine Verbesserung dar.

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Der rote Eingangspavillon des U-Bahnhofs (oben) wird, wohl wegen des Uhrenturms, im Volksmund “Bohrinsel” genannt. Der 1968-72 errichtete Zweckbau soll in Farbgebung und Gestaltung einen Kontrast zur umgebenden Nazi-Architektur bilden, Architekt war Rainer W. Rümmler. 1960 (unten) stand an seiner Stelle noch ein Flachbau im 50er Jahre-Stil.

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Fehrbelliner Platz 2, Detail: Greif. (Für die Nordstern-Versicherung im NS-Stil gebaut. Architekt: Otto Firle, 1934-35)

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Brandenburgische Straße.

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Bis 1960 wohnten wir am Hohenzollerndamm 17. Mein Bruder ist offensichtlich vom fotografierenden Vater genervt. Vom Balkon hatte man einen guten Blick auf den Hohenzollenplatz und die gleichnamige Kirche. Der U-Bahnhof wurde 1913 eingeweiht, den westlichen Eingang (oben) schmücken Pylone mit dem Adler der Hohenzollern. Die Kirche am Hohenzollernplatz gilt als Hauptwerk deutscher expressionistischer Baukunst. 1930-34 nach Entwürfen von Ossip Klarwein, vom Architekturbüro Fritz Höger erbaut, war der Bau umstritten. Klarwein zog nach Baubeginn in die Nähe und hat die Arbeiten überwacht. 1934 musste er wegen seiner jüdischen Herkunft nach Palästina emigrieren. Von den Berliner wird die Kirche auch “Kraftwerk Jesu” genannt. Das Bild ganz unten zeigt sie von der Fasanenstraße aus gesehen.

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M.K.

 – wird fortgesetzt –

Die historischen Fotos stammen von meinem Vater, meinem Bruder und mir. Den Wachmann mit MG hat Rainer Jacob beigesteuert.

Fehrbelliner Platz: https://de.wikipedia.org/wiki/Fehrbelliner_Platz

Kirche am Hohenzollernplatz: https://de.wikipedia.org/wiki/Kirche_am_Hohenzollernplatz

Lost and Found: „Brandenburger Tor & Unter den Linden“ / 1936 – heute

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In diesem Beitrag habe ich hauptsächlich Fotos von meinem Großonkel Paul Springer als Vor-Bilder für meine Spurensuche verwendet. Paul, ein Amateur-Fotograf und Polizeioffizier, hat in den Jahren 1936 bis 38 die historische Mitte Berlins aufgenommen. Die Bilder zeigen das Brandenburger Tor, unter anderem während des Mussolini-Besuchs im Jahre 1938 und die Straße “Unter den Linden”.. Die tragische Geschichte von Onkel Paul, der sich am 1. Mai 1946 suizidierte, erzähle ich hier:

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Am Pariser Platz wurde 1938, zum Mussolini-Besuch, neben den obligatorischen Hakenkreuzfahnen ein Pylon in italienischen Farben aufgestellt. Der Duce sollte sich geehrt fühlen, aber nicht vergessen, wer der “Herr im Haus” war. Heute ist dieser Teil des Platzes (vor dem Palais Beauvryé, Pariser Platz 5, seit 1835 Sitz der Französischen Botschaft) aus Sicherheitsgründen abgesperrt.

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Behrenstraße Ecke Unter den Linden. Am Rande der Protokollstrecke besprechen sich Berliner Polizisten mit italienischen Faschisten (Schwarzhemden: Offiziell formierten sich die Schwarzhemden von 1919 bis 1923 als Squadristen (italienisch: squadristi), danach von 1923 bis 1943 als faschistische Miliz. ). Das Volk steht brav hinter einer unsichtbaren Markierung und darf zusehen. Heute fand ich Radfahrer an dieser Ecke, die brav auf grünes Licht warteten.

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1938 berichtet die Zeitung über den Bau der “Ost-West-Achse”, heute “Straße des 17. Juni”. Die Straße gibt es schon seit 1697, als die “Charlottenburger Chaussee” als Verbindung zwischen Stadtschloss und “Lietzenburg”, heute “Schloss Charlottenburg”, angelegt wurde. Im Zuge des Konzeptes für den von Adolf Hitler und Albert Speer geplanten Umbau Berlins zur “Welthauptstadt Germania” wurde sie auf die heutige Breite von 85 Metern erweitert. Als ich jetzt Fotos machte, demonstrierten Bauern gegen den niedrigen Milchpreis.

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Zu Weihnachten 1938 fotografiert Onkel Paul seinen Kollegen vor dem Tor.

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52 Jahre später, am Neujahrstag 1990 genießen meine Tochter und ich die, 28 Jahre abwesende, Freiheit am Tor. Heute lauscht eine müde Schülergruppe den Ausführungen ihrer Lehrerin.

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Während der Olympischen Spiele 1936 fotografiert Paul meine Mutter, die junge Frau mit dunkler Jacke, die den Fotografen ansieht. Die Hauptstadt des Nazireichs präsentiert sich “weltoffen”. Nichtdestotrotz sind die Linden mit unzähligen Hakenkreuzfahnen ausstaffiert. 2016 ist fast die gesamte Mittelpromenade durch Baustellen besetzt. Touristen suchen hier vergebens Fotomotive.

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Ausnahmsweise bietet hier eine Baustelle ein lohnendes Motiv (unten). Die wegen Umbau geschlossene Staatsoper wirbt mit einem Plakat für “DORT.”, das Ausweichquartier der Bühne im Westteil der Stadt, das Schillertheater.

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1938 lichtet Paul meine Mutter und sich selbst mit Selbstauslöser vor der “Friedrich-Wilhelms-Universität” ab. Seit 1949 heißt sie “Humboldt-Universität”.

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Paul Springer und seine Frau Charlotte vor dem Berliner Dom 1938.

M.K.


Wird fortgesetzt.

Die Geschichte von Paul und Charlotte: http://wp.me/p3UMZB-1dl

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