Tag Archive | Volkspark Wilmersdorf

Familienportrait – “Rund um die Bundesallee” / Lost and Found-Spezial

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An einem trüben Oktobertag war ich in Wilmersdorf, um historische Fotos rund um die Bundesallee nachzufotografieren. Die Idee ergab sich durch ein Bild von Ilona, meiner ersten großen Liebe, die ich 1975 in der Bundesallee Ecke Badensche Straße fotografierte, nachdem wir meine Oma in der Prinzregentenstraße besucht hatten. Die Gegend rund um die Bundesallee ist meine Heimat und dieser Kiez hat in der Geschichte meiner Familie eine entscheidende Rolle gespielt.

1960 wurde ich eingeschult, jeden Morgen musste ich die Bundesallee überqueren. Mein Weg führte mich von der Livländischen Straße zur Grundschule in der Prinzregentenstraße. Ich kam an der Weinhandlung Mitscher & Caspary vorbei, die mysteriöserweise immer geschlossen war. Ich überlegte mir wilde Geschichten, was dort tatsächlich passierte. Es waren Detektiv- oder Spionage-Geschichten, ich war ein Kind mit viel Fantasie. Dann kam ich am nackten Speerwerfer vorbei. Auch darüber musste ich grübeln, Nacktheit war damals verpönt, wieso stand dann, mitten im Park, ein nackter Mann? Die Welt der Erwachsenen war kompliziert. Noch merkwürdiger war, dass in den Büschen rund um den Speerwerfer oft Exhibitionisten um die Aufmerksamkeit von uns Schulkindern buhlten. Meine Eltern hatten mir das Phänomen erklärt, ich hielt die Vorzeiger für arme Würstchen. In der Waghäuslerstraße kauften wir nach Schule Kaugummi und später Zigaretten, die wir heimlich rauchten. Weil meine Mutter arbeitete, verbrachte ich den Nachmittag bei Oma und lief dann über die Bundesallee heim. Mit anderen Kindern spielte ich in der Ruine der Schwedischen Botschaft. Es lagen Papiere mit Hakenkreuzen herum und wir dachten uns “Kriegsspiele” aus. Das Gebäude war baufällig, wahrscheinlich hatten wir Glück, dass uns nichts passierte. Manchmal holte ich meine Mutter an der Haltestelle ab, auf der Bundesallee fuhren noch Busse, die U 9 wurde hier erst 1971 eröffnet.

Es gibt schönere Straßen in Berlin, aber die Bundesallee ist mir besonders ans Herz gewachsen, wegen ihrer sind wir Wilmersdorfer geworden und das kam so. Nach der Kapitulation können meine Großmutter und meine Mutter den Bunker an der Schumannstraße verlassen. Was sie draußen erwartet hat apokalyptisches Ausmaß. Überall lodern noch Brände, der Rauch beißt in den Augen. Es riecht nach verbranntem Fleisch, nicht nur Leichen liegen auf den Straßen, auch viele Pferdekadaver sind der Verwesung preisgegeben. An Laternenmasten hängen Tote, die Schilder um den Hals haben. Darauf stehen Sätze wie: ” Ich war zu feige mein Vaterland zu verteidigen”, oder ähnliches. Auf dem Weg in die Perleberger Straße sehen sie mehr Ruinen als bewohnbare Häuser. Ihre Wohnung hat einen Bombenschaden, sie werden sich eine andere behausung suchen müssen. Meine Familie befand das Kriegsende als Befreiung, aber meine Großmutter hatte Angst vor der Roten Armee. Die Nazi-Propaganda hatte funktioniert, doch die Gefahr war real, es kam zu Plünderungen und Vergewaltigungen. Moabit war wie ganz Berlin in diesen Tagen in der Hand der Roten Armee, die anderen Alliierten würden erst später Berlin erreichen, wann, wusste niemand genau. In der Nacht zum 10. Mai 1945 drangen russische Soldaten in das Vorderhaus ein und meine Oma schwante Übles, die Geräusche, die ins Hinterhaus drangen, waren beängstigend, meine Mutter war 22, hübsch und blond. Und Oma überlegte sich einem Trick, wie sie die trunkenen Sieger abhalten konnte, meine Mutter zu vergewaltigen. Käte bekam rote Punkte aufgemalt und Ofenasche ließ ihre blonden Locken ergrauen. Glücklicherweise wurde die Verkleidung nicht getestet, Militärpolizei griff vorher ein. Aber Großmutter beschloss umzuziehen.

Als meine Großmutter Elisabeth wenige Tage nach Ende des Krieges, im Mai 1945, beschloss nach Wilmersdorf zu ziehen, kannte sie die Bundesallee, die damals natürlich noch Kaiserallee hieß, bereits seit 35 Jahren. 1910, sie war 15, musste sie allein in die große Stadt Berlin fahren, um hier als Hausmädchen “in Stellung” zu gehen. Sie wurde schlecht behandelt und hatte schreckliches Heimweh. Jeden zweiten Sonntag hatte sie frei. Dann lief sie zu Fuß von Steglitz, über die Bundesallee, zum Bahnhof Zoo, wo sie sich bei Aschinger eine Erbsensuppe gönnte. Auf dem Weg bewunderte sie die schönen Bauten an der Kaiserallee, Bauten wie die Schwedische Botschaft oder das Joachimsthalsche Gymnasium, wo ich 75 Jahre später, zwei Jahre arbeiten sollte. Nun, nach zwei Weltkriegen, wollte sie selbst hier wohnen. Sie fand, sie hatte es sich verdient. Außerdem würde Wilmersdorf “amerikanisch” werden, während Moabit in russischer Hand bleiben sollte. Es muss um den 12. Mai herum gewesen sein, als Elisabeth und Käte mit einem Handwagen durch den Tiergarten und die Kaiserallee zogen, ohne ein konkretes Ziel zu haben. Die erste Nacht verbringen sie unter freiem Himmel, in einem der Regenhäuschen im Volkspark Wilmersdorf. Am nächsten Morgen hören sie sich um. Neben der Ruine der Schwedischen Botschaft ist eine Hinterhauswohnung frei. Sie brechen ein und besetzen die Wohnung. Später behaupten sie, der Mietvertrag wäre verbrannt. Es sind wilde Zeiten und sie haben Glück, man glaubt ihnen. Omas Mann Werner kommt aus dem Krieg und findet sie, aber erst 1948 kommt mein Vater aus russischer Gefangenschaft. Jetzt ist die Familie wieder vereint und meine Eltern heiraten und ziehen in den Hohenzollerndamm.

Anfang der 1960er Jahre wird Oma Elisabeth von einem Auto angefahren. Ihr Wahlspruch zum Straßenverkehr: “Der sieht mich doch!” hat versagt. Sie zieht mit Werner in eine Neubauwohnung in der Prinzregentenstraße. Werner stirbt früh und danach siedelt Omas Schwester Lotte aus Ost-Berlin um und zieht in die Prinzregentenstraße. Nach Lottes Tod wird Oma dement, wir versuchen sie allein zu versorgen, doch nach einem halben Jahr müssen wir sie in ein Pflegeheim geben. Die Zwei-Zimmerwohnung in der Prinzregentenstraße wird eine Zeitlang zum Heim für meine spätere Frau, meine Stieftochter und mich, bevor wir heiraten und nach Schöneberg ziehen. Meine Mutter wohnte bis zu ihrem Tod 2005 am Volkspark Wilmersdorf.

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Oben: Oma, Opa und meine Mutter Ende 1920er Jahre. Unten: Oma um 1940.

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img_20131009_0001 Meine schöne, blonde Mutter Anfang der 1940er Jahre. Unten: Mein Vater mit meinem Bruder in der Bundesallee um 1952.

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img_20150204_0001 Mit Oma ca. 1975 in der Prinzregentenstraße.

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In der Wilhelmsaue, um 1961 und heute.

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Auf dem Weg zum Sonntagskaffee bei Oma in der Prinzregentenstraße (ca. 1963).

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Oben: Die Ruine der Schwedischen Botschaft auf einem Foto von H. Noack aus den frühen 1960er Jahren. Unten der prosaische Neubau, der heute an der Stelle steht.

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Die Kreuzung Berliner Straße Bundesallee um 1960 und heute.

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1960, bei meiner Einschulung gibt es den “Volksparksteg” (unten) noch nicht. Ich soll eigentlich bis zur Ampel laufen, aber meist renne ich verbotenerweise über die Bundesallee.

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Auf dem Volksparksteg etwa 1975 und heute.

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Blick vom Steg in Richtung Norden.

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Die geheimnisvolle Weinhandlung 1960 und unten zeigt sich die Ecke heute, weniger mysteriös, aber ebenso verschlossen.

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Am Regenhäuschen, mit Nazi-Grafitto um 1975 und heute.

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Oben: Um 1940 beginnt die Badensche Straße noch in Höhe der Nassauischen Straße.

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Oma, Tante Lotte, Cousine (v.r.) mit dem kleinen Johannes im Hof der Prinzregentenstraße um 1966.

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Um 1975, mein Zimmer in der elterlichen Wohnung, kurz bevor ich ausgezogen bin. Unten: Im Volkspark mit Freunden um 1989.

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M.K.

 


Alle Familienporträts auf einer Seite: http://wp.me/P3UMZB-1

Lost and Found-Marathon 5: „Volkspark und Schramm-Block” / Wilmersdorf

1960 zogen wir in den Schramm-Block direkt am Volkspark Wilmersdorf. Der etwas düstere, expressionistisch angehauchte Bau, aus den 1920er Jahren, hatte mir schon als Kind gut gefallen. Im gleichen Jahr wurde ich eingeschult. Auf dem Schulweg zur Prinzregentenstraße sollte ich die Bundesallee an der Ampel überqueren. Natürlich ersparte ich mir den Umweg und rannte über die Bundesallee, wenn keine Autos in Sicht waren. Der “Volksparksteg” wurde erst 1971 gebaut. Seit den 1920ern steht hier, am Beginn des östlichen Parkteils, der Speerwerfer”, eine Bronzeplastik von Karl Möbius. 1944 wurde das Standbild eingeschmolzen und 1954 neu gegossen.

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Bis zum Jahr 1915 gab es noch einen See (unten) im mittleren Teil des Parks. Es war ein beliebtes Ausflugsziel der Berliner, Schramms Tanzpalast war legendär. “Komm, Karlineken wat meenste, morjen jehn wa bei Schramm, een danzen?“, hieß es dann. Aber nicht nur die Gastronomie brachte Geld ins “Seebad Wilmersdorf”, auch die Spekulation mit Bauland machte manche Bauern zu Millionären. Der See begann zu versanden und um den Verkehr nach Berlin zu erleichtern, wurde er 1915-20 zugeschüttet. Als ich klein war bildete sich oft am Ende des Winters ein kleiner Tümpel aus Schmelzwasser auf der Wiese und ich hoffte stets, dass wieder ein See entstehen würde. Heute gibt es an dieser Stelle ein kleines Feuchtbiotop.

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Der Block im Zustand nach dem Bau ca. 1930 (oben).

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In den Nuller-Jahren wurde der Schramm-Block neu gestaltet und dabei oberhalb der 1. Etage heller verputzt (oben), wobei er etwas von seinem morbiden Charme eingebüßt hat. Wir wohnten im Eckhaus in der 2. Etage. Das Foto unten zeigt meine Großmutter vor dem Block 1960. Aus den 1960er Jahren stammen auch die meisten der älteren Fotos.

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Gleich im ersten Winter 1960/61 gab es reichlich Schnee und mein Bruder und ich bekamen Skier.

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Heute befindet sich in unserem ehemaligen Wohnhaus ein Café. In den 70er und 80er Jahren war in den Räumen ein Geschäft von “Lautsprecher Teufel”.

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Straße Am Volkspark.

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Die mittlere Parkanlage zwischen Bundesallee und Blissestraße wurde in den Jahren 1933 bis 36 angelegt. In den 60er Jahren wirkte sie noch recht streng, Rasen betreten und freilaufende Hunde waren verboten. Heute wirkt der Park freundlicher.

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Oben: Sicht in Richtung Schoeler-Park.

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Der Fußballplatz im Bereich des früheren Sees mit Blick auf die Auenkirche (oben 1960)

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Meine Mutter konnte sich ihren Wunsch erfüllen, bis zu ihrem Tod im Jahre 2005, in der Wohnung am Park zu leben. Wenn meiner Tochter und mir nostalgisch zu Mute ist, besuchen wir mit der Enkelin Neala das Café im Haus Livländische Straße 2.

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M.K.

Der nächste Teil der Serie beschäftigt sich unter anderem mit dem Eva-Kino und der Eisdiele Monheim.

Volkspark: https://de.wikipedia.org/wiki/Volkspark_Wilmersdorf

Wilmersdorfer See: https://de.wikipedia.org/wiki/Wilmersdorfer_See

„Volkspark und Schramm-Block” / Wilmersdorf Teil 2 / Berlin – Lost and Found

1960 zogen wir in den Schramm-Block direkt am Volkspark Wilmersdorf. Der etwas düstere, expressionistisch angehauchte Bau, aus den 1920er Jahren, hatte mir schon als Kind gut gefallen. Im gleichen Jahr wurde ich eingeschult. Auf dem Schulweg zur Prinzregentenstraße sollte ich die Bundesallee an der Ampel überqueren. Natürlich ersparte ich mir den Umweg und rannte über die Bundesallee, wenn keine Autos in Sicht waren. Der “Volksparksteg” wurde erst 1971 gebaut. Seit den 1920ern steht hier, am Beginn des östlichen Parkteils, der Speerwerfer”, eine Bronzeplastik von Karl Möbius. 1944 wurde das Standbild eingeschmolzen und 1954 neu gegossen.

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Bis zum Jahr 1915 gab es noch einen See (unten) im mittleren Teil des Parks. Es war ein beliebtes Ausflugsziel der Berliner, Schramms Tanzpalast war legendär. “Komm, Karlineken wat meenste, morjen jehn wa bei Schramm, een danzen?“, hieß es dann. Aber nicht nur die Gastronomie brachte Geld ins “Seebad Wilmersdorf”, auch die Spekulation mit Bauland machte manche Bauern zu Millionären. Der See begann zu versanden und um den Verkehr nach Berlin zu erleichtern, wurde er 1915-20 zugeschüttet. Als ich klein war bildete sich oft am Ende des Winters ein kleiner Tümpel aus Schmelzwasser auf der Wiese und ich hoffte stets, dass wieder ein See entstehen würde. Heute gibt es an dieser Stelle ein kleines Feuchtbiotop.

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Der Block im Zustand nach dem Bau ca. 1930 (oben).

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In den Nuller-Jahren wurde der Schramm-Block neu gestaltet und dabei oberhalb der 1. Etage heller verputzt (oben), wobei er etwas von seinem morbiden Charme eingebüßt hat. Wir wohnten im Eckhaus in der 2. Etage. Das Foto unten zeigt meine Großmutter vor dem Block 1960. Aus den 1960er Jahren stammen auch die meisten der älteren Fotos.

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Gleich im ersten Winter 1960/61 gab es reichlich Schnee und mein Bruder und ich bekamen Skier.

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Heute befindet sich in unserem ehemaligen Wohnhaus ein Café. In den 70er und 80er Jahren war in den Räumen ein Geschäft von “Lautsprecher Teufel”.

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Straße Am Volkspark.

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Die mittlere Parkanlage zwischen Bundesallee und Blissestraße wurde in den Jahren 1933 bis 36 angelegt. In den 60er Jahren wirkte sie noch recht streng, Rasen betreten und freilaufende Hunde waren verboten. Heute wirkt der Park freundlicher.

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Oben: Sicht in Richtung Schoeler-Park.

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Der Fußballplatz im Bereich des früheren Sees mit Blick auf die Auenkirche (oben 1960)

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Meine Mutter konnte sich ihren Wunsch erfüllen, bis zu ihrem Tod im Jahre 2005, in der Wohnung am Park zu leben. Wenn meiner Tochter und mir nostalgisch zu Mute ist, besuchen wir mit der Enkelin Neala das Café im Haus Livländische Straße 2.

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M.K.

Der nächste Teil der Serie beschäftigt sich unter anderem mit dem Eva-Kino und der Eisdiele Monheim.

Volkspark: https://de.wikipedia.org/wiki/Volkspark_Wilmersdorf

Wilmersdorfer See: https://de.wikipedia.org/wiki/Wilmersdorfer_See

Berlinische Leben – “Alles Dufte” / Kleines olfaktorisches Aide-Mémoire

 

(Im Anhang dokumentiere ich die olfaktorischen Erinnerungen der Leser, wie sie auf Facebook gepostet wurden.)

Der Geruchssinn ist im entwicklungsgeschichtlich ältesten Teil unseres Gehirns angesiedelt. Die Nase ist so eng wie kein anderes Sinnesorgan mit dem Ort im Gehirn verbunden, an dem sensorische Informationen analysiert werden. Marcel Proust hat der Geruch von in Tee getunkten Madeleines zu seinem Monumentalroman “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” inspiriert. Mich schickte kürzlich mein Geruchssinn auf eine Erinnerungsreise, als ich beim Friseur saß und den typischen Duft dieser Lokalität roch.

In meiner Erinnerung hat jedes Berliner Jahrzehnt, das ich erlebt habe, einen eigenen, bestimmten Geruch. In meiner Vorstellung gesellt sich meist noch eine Tageszeit und ein typischer Ort dazu. Natürlich sind diese Assoziationen sehr subjektiv und von meiner Biografie bestimmt, trotzdem würde mich interessieren, ob jemand meine Retrospektive teilt, deshalb habe ich sie als kleines Aide-Mémoire aufgeschrieben.

Obwohl ich 1954 geboren bin, habe an die 50er Jahre nur wenige kleine Erinnerungs-Bruchstücke. Zum Beispiel wie ich mit vier oder fünf beim Friseur am Hohenzollerndamm, gegenüber von unserer Wohnung, warten musste. Es roch nach angesengten Haaren, Shampoo und Haarspray. Der warme Raum war voll vom Geplauder der Friseurinnen und ihrer Kundinnen. Zur Unterhaltung hatte man mir einen Stern gegeben und die Comic-Seite der Zeitschrift aufgeschlagen. Ich war fasziniert von Julio dem Gummipferd. Aber eine andere, noch frühere Erinnerung drängt sich vor. Bis ich drei war, hatte ich ein Kindermädchen, weil meine Mutter in der großen Altbauwohnung nahe der Uhlandstraße auch ihren Buch- und Phono-Klub betrieb und sehr beschäftigt war. Erika hieß sie und morgens hatte sie die Pflicht in sechs Zimmern die Öfen anzuheizen. Normalerweise trug sie mich auf dem Arm, doch um zu arbeiten, setzte sie mich neben dem Ofen ab und ich wartete sehnsüchtig darauf wieder zurück an meinen Lieblingsplatz an ihrem Busen, sicher von ihrem Arm gehalten, in den Duft ihrer Haare und ihrer Haut, zurückzukommen. Natürlich roch es auch nach altem Rauch, Asche, Kohle und Kohlenanzündern.

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Für die 60er Jahre ist der frühe Morgen im Sommer, die Zeit, die mir als Erstes einfällt. Wahrscheinlich war ich auf dem Weg zur Grundschule in der Prinzregentenstraße, der fast komplett durch Volkspark Wilmersdorf führte. Später Anfang der 70er bot sich diese Szenerie wieder, wenn ich mit Rainer, morgens aus einer Disco in Richtung Heimat steuerte, um mit ihm noch tiefsinniges Gespräch zu führen. In beiden Fällen roch es nach Blumen und Gras, eben nach Sommer.

IMG_20150205_000270er: Desillusionierung

Die mittleren und späten 70er wecken bei mir stets das Gefühl von Enttäuschung und Desillusionierung. Die 68er Revolte schien fehlgeschlagen zu sein und meine persönliche Entwicklung war in einer Sackgasse steckengeblieben.
Es dämmerte und der Novemberabend roch nach Winter, das erste Mal in diesem Herbst. “Schneeluft” nennen manche Menschen das auch. Aus unerfindlichen Gründen verband ich diesen Geruch und diese Tageszeit mit den 70er Jahren. Keine andere Situation war typischer für das zuende gegangene Jahrzehnt. Der Beginn der Nacht am Anfang des Winters, wenn ich wieder einmal feststellte, dass der vergangene Tag mich nicht weitergebracht hatte. Schon weil ich gar nicht wusste, wo ich eigentlich hin wollte.

IMG_20140726_000380er: Lange Nächte

In den wilden 80er Jahren waren die Nächte lang. Ich befinde mich nachts um drei in einem Klub. Wieso ich noch da bin, weiß ich nicht, ich habe es einfach nicht geschafft nach Hause zu gehen. Es reicht nach Rauch, schalem Bier, Make-Up und ein Hauch von schnellem Sex weht aus Richtung der Toiletten bis auf die Tanzfläche.

IMG_20130820_000290er: Lange Tage

Die 90er Jahre waren für mich das Jahrzehnt der Arbeit. Vielleicht weil ich spät angefangen habe so etwas wie eine Karriere zu verfolgen. Es ist die Mittagspause, ich sitze mit Kollegen in der Kantine und plötzlich und unerwartet steigt in mir das dringende Gefühl auf, völlig falsch an diesem Platz zu sein. Es riecht dampfig-mampfig nach Großküchenfraß, nur Hunger und Gewohnheit lassen mich das Zeug verzehren.

Lassen wir es damit bewenden. Das neue Jahrhundert mir noch zu nahe für die Bildung olfaktorischer Legenden. An welche Berlinische Gerüche erinnert ihr euch, wenn ihr zurückdenkt?

M.K.

Foto 80er Jahre: ©Ingrid Johnson, alle anderen: ©Marcus Kluge

Auf Facebook haben sich viele Leser an ihre eigenen olfaktorischen Erlebnisse erinnert. Einige davon dokumentiere ich hier:

West-Berliner Mauerkinder:

  • Angelika Biermann Vielleicht nicht ganz hier passend – aber der Geruchssinn ist wirklich eng mit dem Gedächtnis verknüpft. Ich habe ab meinem 18. Lbj. durchgehend sehr stark geraucht und mit 53 Jahren aufgehört. Mittlerweile konnte ich fast nichts mehr riechen. In den eMehr anzeigen
  • Marcus Kluge Passt sehr gut, finde ich, Angelika. Danke fürs teilen.
  • Cornelia Grosch Ich weiß noch genau, wie die DDR roch. Aber was war das eigentlich für ein Geruch? Putzmittel, Bodenbelag? Mittlerweile wohl aus der Welt verschwunden…
  • Cornelia Grosch Und die berühmte Berliner Luft im Winter (Smogalarm, Ofenheizung)…
  • Antje Lücke Genau, Cornelia… ich habe ein Reisetagebuch, so ein Chinateil mit Satineinband, das damals immer im Zug mitgereist ist. Und in dem sind nicht nur einige Frankreichreisen festgehalten, nein, es hat auch den Geruch eines Reichsbahnzuges konserviert. Ja, es war Putzmittel. Wie ich feststellte, etliche Bahnhöfe im ehemaligen Osten riechen immer noch leicht danach.
  • Antje Lücke Eine sehr intensive Kindheitserinnerung kommt bei mir auf, wenn ich zur Lindenblütenzeit irgendwo auf einem Berliner Gehweg bin. Dann erinnere ich mich daran, wie klein und bodennah ich mal war und wie es sich angefühlt hat, über den Bürgersteig zu gehen. Und ein Geruch, der natürlich auf ewig in meinem Gehirn festgesetzt ist: frisch gezogene Matrize morgens in der 1. Schulstunde.
  • Rainer Jacob Einmal bin ich auf den S-Bhf. Friedrichstrasse in den Osten gegangen und alles roch nach Amoniak (Katzenpisse), die haben das als Reinigungsmittel eingesetzt. Es gibt auch den typischen Berliner Altbaumodergeruch der aus den Kellern in den Hausflur kriMehr anzeigen
  • Christine Tarawally Bei mir gehört der Geruch von Sarotti und Hinz& Küster zur Kindheit dazu. Je nachdem wie der Wind stand.
  • Andrea Steinbrück Um meine olfaktorischen Erinnerungen in Jahre oder Jahrzehnte einzuteilen, müsste ich noch einmal länger überlegen, aber stark in Erinnerung habe ich als Kind 4711, echt Kölnisch Wasser, den Geruch von frisch gewaschener und gemangelter Wäsche, wenn meMehr anzeigen
  • Antje Lücke Genau, Kopien rochen damals echt übel und auch die Haptik war unangenehm. Ganz zu schweigen vom drauf schreiben *kratz*. Denke ich an die 70er, fällt mir tatsächlich vor allem Parfüm ein. Die Avon-Parfüms meiner Mutter… Limara Green Summer, was ich mMehr anzeigen
  • Antje Lücke Und ein berlintypischer Geruch: Gestern wie heute die U-Bahn. Als Spandauer Kind war so eine U-Bahnfahrt ja was Besonderes. Alle paar Monate fuhren Muttern und icke nach Mariendorf zu meiner Patentante und das war immer spannend. Die Geräusche und Gerüche der U-Bahnfahrten meiner Kindheit sind immer noch präsent. Auch wenn ich später jeden Tag damit fuhr.
  • Andrea Steinbrück Ja, das stimmt, speziell der U-Bahngeruch, da ich auch aus Spandau bin, sind wir nicht sooft U-Bahn gefahren, die gab es ja damals noch nicht
  • Antje Lücke Von Ruhleben halt, wenn man wirklich mal wo hinmusste, wo der Bus nicht hinfuhr oder es zu weit für den Bus war. Zum Zoo kam man von Spandau ja mit Bus.
  • Manuela Golze waschkueche, oller muffiger keller und Kohlenkeller …..anna ecke war ne Tankstelle und dem Bäcker, wenn er morgens die Brötchen und das Brot frisch gebacken hatte, dann Omas 4711, opas Old spice…..und den Geruch von der Eisdiele ….
  • Christine Tarawally Also ich finde seit es in der U-Bahn zahlreiche Bäcker und Imbisse gibt, riechts nicht mehr nach U-Bahn.
Heike Schmitz Der Geruch im Sommer. Wenn es nach langen Hitzetagen gerade angefangen hat zu regnen… Ein Geruch, der einfach unverwechselbar ist.Ich liebte das als Kind schon. Und dann, wenn ich bei meiner Oma im Wedding war, Nahe Amrumer Straße, da roch es immer nach Brauerei. Ein schwerer Geruch. Aber die Umgebung war erfüllt damit. Werde mich immer dran erinnern.
Freies West-Berlin:
Volker Hauptvogel Manchmal roch es im Winter wie im Sommer.
Karola Geisler: die gerüche meiner kindheit: brathering, weisskohleintopf, brühkartoffeln, bohnerwachs, schulduft, kaugummi mit schauspielerbildern (habe noch einen grossen stapel der fotos) seifenladen, fleischerei, kaffeeladen an der oberbaumbrücke mit dem grossen rad im schaufenster (haben marchlewskistr. v. 52 bis 61 gewohnt erstbezug an der weberwiese) und stullentasche mit dem duft der stullen, den man niiiiieee im leben vergisst usw……..*grins*

Familienportrait – “West-Berlin in Black & White” / 1960 Part 1

Bild  Weinhandlung Bundesallee Ecke Am Volkspark

Bild  Verkehrskanzel Kranzlereck

Bild  Fehrbelliner Platz

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Bild   Stadtautobahnbauschild

Bild  Brandenburgische Straße

Bild  Volkspark Wilmersdorf

Bild  Blisse Ecke Brandenburgische

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Mannheimer Straße

Berlinische Leben – “Alles Dufte” / Aktualisiert – Kleines olfaktorisches Aide-Mémoire

(Aktualisiert! Im Anhang dokumentiere ich die olfaktorischen Erinnerungen der Leser, wie sie auf Facebook gepostet wurden.)

Der Geruchssinn ist im entwicklungsgeschichtlich ältesten Teil unseres Gehirns angesiedelt. Die Nase ist so eng, wie kein anderes Sinnesorgan, mit dem Ort im Gehirn verbunden, an dem sensorische Informationen analysiert werden. Marcel Proust hat der Geruch von in Tee getunkten Madeleines zu seinem Monumentalroman “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” inspiriert. Mich schickte kürzlich mein Geruchssinn auf eine Erinnerungsreise, als ich beim Friseur saß und den typischen Duft dieser Lokalität roch.

In meiner Erinnerung hat jedes Berliner Jahrzehnt, das ich erlebt habe, einen eigenen, bestimmten Geruch. In meiner Vorstellung gesellt sich meist noch eine Tageszeit und ein typischer Ort dazu. Natürlich sind diese Assoziationen sehr subjektiv und von meiner Biografie bestimmt, trotzdem würde mich interessieren, ob jemand meine Retrospektive teilt, deshalb habe ich sie als kleines Aide-Mémoire aufgeschrieben.

Obwohl ich 1954 geboren bin, habe an die 50er Jahre nur wenige kleine Erinnerungs-Bruchstücke. Zum Beispiel wie ich mit vier oder fünf beim Friseur am Hohenzollerndamm, gegenüber von unserer Wohnung, warten musste. Es roch nach angesengten Haaren, Shampoo und Haarspray. Der warme Raum war voll vom Geplauder der Friseurinnen und ihrer Kundinnen. Zur Unterhaltung hatte man mir einen Stern gegeben und die Comic-Seite der Zeitschrift aufgeschlagen. Ich war fasziniert von Julio dem Gummipferd. Aber eine andere, noch frühere Erinnerung drängt sich vor. Bis ich drei war, hatte ich ein Kindermädchen, weil meine Mutter in der großen Altbauwohnung nahe der Uhlandtstraße auch ihren Buch- und Phono-Klub betrieb und sehr beschäftigt war. Erika hieß sie und morgens hatte sie die Pflicht in sechs Zimmern die Öfen anzuheizen. Normalerweise trug sie mich auf dem Arm, doch um zu arbeiten, setzte sie mich neben dem Ofen ab und ich wartete sehnsüchtig darauf wieder zurück an meinen Lieblingsplatz an ihrem Busen, sicher von ihrem Arm gehalten, in den Duft ihrer Haare und ihrer Haut, zurückzukommen. Natürlich roch es auch nach altem Rauch, Asche, Kohle und Kohlenanzündern.

IMG_20140309_000160er: Sommerliebe

Für die 60er Jahre ist der frühe Morgen im Sommer, die Zeit, die mir als Erstes einfällt. Wahrscheinlich war ich auf dem Weg zur Grundschule in der Prinzregentenstraße, der fast komplett durch Volkspark Wilmersdorf führte. Später Anfang der 70er bot sich diese Szenerie wieder, wenn ich mit Rainer, morgens aus einer Disco in Richtung Heimat steuerte, um mit ihm noch tiefsinniges Gespräch zu führen. In beiden Fällen roch es nach Blumen und Gras, eben nach Sommer.

IMG_20150205_000270er: Desillusionierung

Die mittleren und späten 70er wecken bei mir stets das Gefühl von Enttäuschung und Desillusionierung. Die 68er Revolte schien fehlgeschlagen zu sein und meine persönliche Entwicklung war in einer Sackgasse steckengeblieben.
Es dämmerte und der Novemberabend roch nach Winter, das erste Mal in diesem Herbst. “Schneeluft” nennen manche Menschen das auch. Aus unerfindlichen Gründen verband ich diesen Geruch und diese Tageszeit mit den 70er Jahren. Keine andere Situation war typischer für das zuende gegangene Jahrzehnt. Der Beginn der Nacht am Anfang des Winters, wenn ich wieder einmal feststellte, dass der vergangene Tag mich nicht weitergebracht hatte. Schon weil ich gar nicht wusste, wo ich eigentlich hin wollte.

IMG_20140726_000380er: Lange Nächte

In den wilden 80er Jahren waren die Nächte lang. Ich befinde mich nachts um drei in einem Klub. Wieso ich noch da bin, weiß ich nicht, ich habe es einfach nicht geschafft nach Hause zu gehen. Es reicht nach Rauch, schalem Bier, Make-Up und ein Hauch von schnellem Sex weht aus Richtung der Toiletten bis auf die Tanzfläche.

IMG_20130820_000290er: Lange Tage

Die 90er Jahre waren für mich das Jahrzehnt der Arbeit. Vielleicht weil ich spät angefangen habe so etwas wie eine Karriere zu verfolgen. Es ist die Mittagspause, ich sitze mit Kollegen in der Kantine und plötzlich und unerwartet steigt in mir das dringende Gefühl auf, völlig falsch an diesem Platz zu sein. Es riecht dampfig-mampfig nach Großküchenfraß, nur Hunger und Gewohnheit lassen mich das Zeug verzehren.

Lassen wir es damit bewenden. Das neue Jahrhundert mir noch zu nahe für die Bildung olfaktorischer Legenden. An welche Berlinische Gerüche erinnert ihr euch, wenn ihr zurückdenkt?

M.K.

Foto 80er Jahre: ©Ingrid Johnson, alle anderen: ©Marcus Kluge

Auf Facebook haben sich viele Leser an ihre eigenen olfaktorischen Erlebnisse erinnert. Einige davon dokumentiere ich hier:

West-Berliner Mauerkinder:

  • Angelika Biermann Vielleicht nicht ganz hier passend – aber der Geruchssinn ist wirklich eng mit dem Gedächtnis verknüpft. Ich habe ab meinem 18. Lbj. durchgehend sehr stark geraucht und mit 53 Jahren aufgehört. Mittlerweile konnte ich fast nichts mehr riechen. In den eMehr anzeigen
  • Marcus Kluge Passt sehr gut, finde ich, Angelika. Danke fürs teilen.
  • Cornelia Grosch Ich weiß noch genau, wie die DDR roch. Aber was war das eigentlich für ein Geruch? Putzmittel, Bodenbelag? Mittlerweile wohl aus der Welt verschwunden…
  • Cornelia Grosch Und die berühmte Berliner Luft im Winter (Smogalarm, Ofenheizung)…
  • Antje Lücke Genau, Cornelia… ich habe ein Reisetagebuch, so ein Chinateil mit Satineinband, das damals immer im Zug mitgereist ist. Und in dem sind nicht nur einige Frankreichreisen festgehalten, nein, es hat auch den Geruch eines Reichsbahnzuges konserviert. Ja, es war Putzmittel. Wie ich feststellte, etliche Bahnhöfe im ehemaligen Osten riechen immer noch leicht danach.
  • Antje Lücke Eine sehr intensive Kindheitserinnerung kommt bei mir auf, wenn ich zur Lindenblütenzeit irgendwo auf einem Berliner Gehweg bin. Dann erinnere ich mich daran, wie klein und bodennah ich mal war und wie es sich angefühlt hat, über den Bürgersteig zu gehen. Und ein Geruch, der natürlich auf ewig in meinem Gehirn festgesetzt ist: frisch gezogene Matrize morgens in der 1. Schulstunde.
  • Rainer Jacob Einmal bin ich auf den S-Bhf. Friedrichstrasse in den Osten gegangen und alles roch nach Amoniak (Katzenpisse), die haben das als Reinigungsmittel eingesetzt. Es gibt auch den typischen Berliner Altbaumodergeruch der aus den Kellern in den Hausflur kriMehr anzeigen
  • Christine Tarawally Bei mir gehört der Geruch von Sarotti und Hinz& Küster zur Kindheit dazu. Je nachdem wie der Wind stand.
  • Andrea Steinbrück Um meine olfaktorischen Erinnerungen in Jahre oder Jahrzehnte einzuteilen, müsste ich noch einmal länger überlegen, aber stark in Erinnerung habe ich als Kind 4711, echt Kölnisch Wasser, den Geruch von frisch gewaschener und gemangelter Wäsche, wenn meMehr anzeigen
  • Antje Lücke Genau, Kopien rochen damals echt übel und auch die Haptik war unangenehm. Ganz zu schweigen vom drauf schreiben *kratz*. Denke ich an die 70er, fällt mir tatsächlich vor allem Parfüm ein. Die Avon-Parfüms meiner Mutter… Limara Green Summer, was ich mMehr anzeigen
  • Antje Lücke Und ein berlintypischer Geruch: Gestern wie heute die U-Bahn. Als Spandauer Kind war so eine U-Bahnfahrt ja was Besonderes. Alle paar Monate fuhren Muttern und icke nach Mariendorf zu meiner Patentante und das war immer spannend. Die Geräusche und Gerüche der U-Bahnfahrten meiner Kindheit sind immer noch präsent. Auch wenn ich später jeden Tag damit fuhr.
  • Andrea Steinbrück Ja, das stimmt, speziell der U-Bahngeruch, da ich auch aus Spandau bin, sind wir nicht sooft U-Bahn gefahren, die gab es ja damals noch nicht
  • Antje Lücke Von Ruhleben halt, wenn man wirklich mal wo hinmusste, wo der Bus nicht hinfuhr oder es zu weit für den Bus war. Zum Zoo kam man von Spandau ja mit Bus.
  • Manuela Golze waschkueche, oller muffiger keller und Kohlenkeller …..anna ecke war ne Tankstelle und dem Bäcker, wenn er morgens die Brötchen und das Brot frisch gebacken hatte, dann Omas 4711, opas Old spice…..und den Geruch von der Eisdiele ….
  • Christine Tarawally Also ich finde seit es in der U-Bahn zahlreiche Bäcker und Imbisse gibt, riechts nicht mehr nach U-Bahn.
Heike Schmitz Der Geruch im Sommer. Wenn es nach langen Hitzetagen gerade angefangen hat zu regnen… Ein Geruch, der einfach unverwechselbar ist.Ich liebte das als Kind schon. Und dann, wenn ich bei meiner Oma im Wedding war, Nahe Amrumer Straße, da roch es immer nach Brauerei. Ein schwerer Geruch. Aber die Umgebung war erfüllt damit. Werde mich immer dran erinnern.
Freies West-Berlin:
Volker Hauptvogel Manchmal roch es im Winter wie im Sommer.
Karola Geisler: die gerüche meiner kindheit: brathering, weisskohleintopf, brühkartoffeln, bohnerwachs, schulduft, kaugummi mit schauspielerbildern (habe noch einen grossen stapel der fotos) seifenladen, fleischerei, kaffeeladen an der oberbaumbrücke mit dem grossen rad im schaufenster (haben marchlewskistr. v. 52 bis 61 gewohnt erstbezug an der weberwiese) und stullentasche mit dem duft der stullen, den man niiiiieee im leben vergisst usw……..*grins*

Familienportrait – Building West-Berlin / Black & White Photographs from 1960 / Part 1 & 2

  Bild  Kudamm

Bild  Volkspark

Bild  Playground

Bild  Klepper, Tauentzienstraße

Bild Visitors from the “Zone”

Bild  Livländische Straße

Bild  BAK

Bild  “Stadtautobahn”

Bild  Preußenpark

 

Bild  Weinhandlung Bundesallee Ecke Am Volkspark

Bild  Verkehrskanzel Kranzlereck

BildFehrbelliner Platz

Bild

Bild   Stadtautobahnbauschild

Bild

Bild  Volkspark Wilmersdorf

Bild  Blissestraße Ecke Brandenburgische Straße

Bild   Marcus

Colour Photographs from the late 50s:

https://marcuskluge.wordpress.com/2013/10/30/family-portrait-childhood-revisited-colour-photographs-from-the-late-1950ties-2/

Berlin Typography

Text and the City // Buchstaben und die Stadt

Der ganz normale Wahnsinn

Das Leben und was uns sonst noch so passiert

500 Wörter die Woche

500 Wörter, jede Woche. (Nur solange der Vorrat reicht)

Licht ist mehr als Farbe.

(Kurt Kluge - "Der Herr Kortüm")

Eddie Two Hawks

Plant the seeds of peace within yourself, watch them grow in the world

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