Tag Archive | Lesung

Editorial – „Punk Perdu & wiedergefundene Bilder“

À la recherche du Punk perdu!

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Meine kleine Reihe zu Punk in Berlin wird fortgesetzt. Zu den Texten von Cordula über das Punk-House und meinen aus dem Assasin-Universum kommen die Jugenderinnerungen eines Spandauer Punks und ein wilder Beitrag über das erste Atonal-Festival. Wenn Ihr selbst zu dem Thema etwas beizutragen habt, schreibt mir doch eine Mail am marcusklugeberlin@yahoo.de  Neben Texten bin ich auch an Fotos aus den Jahren 76 bis 85 interessiert.

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À la recherche des images perdues!

Nachdem meine Kameraspaziergänge, auf der Suche nach den Motiven alter Fotografien und den erinnerungswürdigen Locations der Mauerstadt, so viel Anklang finden, wird daraus eine Serie. In Vorbereitung sind ein weiterer Teil über Schöneberg, diesmal besuchen beispielsweise wir den Zensorladen, das Quartier Latin und das ehemalige Sound. Ein zweiter Beitrag mit Fotovergleichen Wilmersdorfer Motive und eine Reise ins alte Kreuzberg sind ebenfalls in Arbeit.

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Zettels Albtraum

Die Lesung im Literaturcafé Periplaneta hat viel Spaß gemacht, trotzdem wird es erstmal keine weiteren Lesungen geben. Es ist auch noch unsicher, ob ich dieses Jahr ein weiteres Buch veröffentliche. Ich merke, dass ich mich verzettele, als Verleger, Agent, Lektor, Vertriebsleiter und Autor gleichzeitig zu fungieren. Um wieder in Ruhe zum schreiben zu kommen, werde ich die anderen Tätigkeiten erstmal stark zurückfahren. Eine weitere Ursache muss ich noch nennen, mir geht es gesundheitlich nicht so gut in letzter Zeit, auch dadurch fehlt es an Esprit, der zum schreiben nötig wäre. Im Juni gehe ich zu einer OP ins Krankenhaus und im Spätsommer kommt dann die nächste Baustelle dran. Danach sollte es mir besser gehen.

M.K.

Berlinische Leben – “Grönemeyer kann nicht tanzen” / Eine Pinguin-Club-Anekdote

SiebbiHerbert Grönemeyer (German musician and actor); arrival for the opening of the 59th Berlin International Film Festival. CC BY 3.0

Gestern wurde der deutsche Sänger und Schauspieler Herbert Grönemeyer 60. Auch wenn ich kein Fan seiner Musik bin, wünsche ich ihm alles Gute zu seinem runden Geburtstag. Dabei fällt mir eine kleine Anekdote ein, die ich vor einem Vierteljahrhundert im Schöneberger Pinguin-Club beobachtet habe. Wenn die Berliner etwas gut können, so ist es auf jeden Fall, einem Promi die “kalte Schulter zeigen”. 

11391328_10153353625642250_667197079382556864_nFoto: Tom Drushba

Für die Lesung am 28. Mai 2015 im Pinguin-Club erinnerte ich mich an diese kleine Anekdote:

Als ich 1987 den “Filmbär” machte, ein Berlinale-TV-Journal, fielen mir die Drehbücher für das “Hollywood-Friedenau-Spiel” wieder ein. Für ein Brettspiel hatte ich mit Herbert Nonsens-Kurz-Treatments erfunden, in denen wir bekannte Filme verballhornten. Aus “Über den Dächern von Nizza” wurde “Über den Löchern der Pizza”, oder aus “Dial M for Murder” wurde “Dial M for Mini-Pizza”. Es war zwar zu aufwändig, die Scripts tatsächlich zu verfilmen, aber wir drehten eine Reihe von Kurz-Videos in denen ich die Stories vorstelle. Kulisse bildete der Pinguin-Club und der großartige Volker Hauptvogel mixte mir zu jedem Treatment einen passenden Cocktail und servierte in mit viel Applomb.

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Leider habe ich nur zwei Jahre direkt um die Ecke vom Pinguin-Klub gewohnt, das war verdammt praktisch. Ich habe mich dort immer sehr wohl gefühlt und mir fällt eine kleine Anekdote ein, um das zu illustrieren.Am 18. Mai 1991 war ich dort und gegen Mitternacht kam Herbert Grönemeyer mit zwei oder drei Begleitern herein. Die Begleiter waren offensichtlich Stammgäste, der Sänger wohl nicht. Die Begleiter zertreuten sich um mit verschiedenen Gästen zu plaudern, während der Sänger etwas verloren an der Theke stehenblieb. Nach einer längeren Weile, gelang es ihm die Aufmerksamkeit des Barkeepers zu erhaschen. Er bestellte sich ein Flaschenbier, vermutlich sowas Nordisches, wie Becks oder Jever. Niemand hatte ihm gesagt, dass es Köpi vom Fass gab. Die neben ihm stehenden kümmerten sich nicht um ihn. Also stellte sich Grönemeyer, an seinem Flaschbier nuckelnd, in die Mitte des Ladens und “guckte ob jemand guckt”. Er wippte ein wenig zur Musik, drehte sich langsam um 360 Grad im Kreis, aber niemand guckte zurück. Er wurde ignoriert. Kurz vorher war er von 100000 Menschen auf einem Open-Air-Konzert bei Ahrensfelde gefeiert worden, er hält wohl immer noch irgendeinen deutschen Rekord dafür. Auf jeden Fall drehte sich niemand zu ihm um, keiner guckte und seine Versuche mit irgendjemand ins Gespräch zu kommen scheiterten kläglich. Nach 20 Minuten sah er ziemlich frustriert aus und versuchte seine Begleiter zum gehen zu bewegen. Kurz danach stürzte er hinaus und ward nicht mehr gesehen.

Hier findet Ihr die ganze “Hollywood-Friedenau-Geschichte”:

http://wp.me/p3UMZB-X4

Editorial – “Passbilder” / Bebilderte Lesung am 15.4 / Wort: Marcus Kluge Bild: Rainer Jacob

Bebilderte Lesung im Periplaneta Literaturcafé* am 15. April um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.

Der Autor und Blogger Marcus Kluge liest aus seinen autobiografischen Romanen und Familiengeschichten. Er schlägt einen Bogen zwischen dem Jahr 1910, in dem seine Großmutter nach Berlin kam, um als Hausmädchen zu arbeiten, und der heutigen Hauptstadt der Berliner Republik. Ihn interessiert das Leben der einfachen Leute und wie die große Politik Einfluss auf sie nimmt.

Im seinem ersten Roman, „Xanadu ’73 – Liebe, Rausch und Rock’n’Roll“, schildert er den West-Berliner Underground der 70er Jahre. Der zweite Roman, „Ein Hügel voller Narren“, führt den Leser ins von Hausbesetzungen polarisierte Berlin des Jahres 1981.

Rainer Jacob beamt dazu Illustrationen und historische Fotos auf die Leinwand.

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Es begann zu Ostern im Jahr 2013. Das Wetter war schlecht und ich hatte einen seltenen Anfall von Langeweile. Einer Eingebung folgend ging ich in den Keller und holte einen Karton mit alten Fotos und Papieren hoch. Ich versenkte mich in die Geschichte meiner Familie und war fasziniert.
Meine Mutter hatte mir viel erzählt, andere Verwandte auch, doch die „Aktenlage” gab einiges her, über das nie gesprochen wurde.
Die Fotos, die einen Zeitraum von 1910 bis heute abdecken, halfen auch oft meiner Erinnerung auf die Sprünge. Ich schreibe nicht als Journalist oder als Familienchronist, eher als Geschichtenerzähler. Sicher ist auch etwas Sehnsucht nach dem alten Berlin beteiligt, in dem natürlich nicht alles besser war. Doch heute, 2016, ist auch die letzte Brache bebaut, jeder Kiez mit einer auswechselbaren Mall versorgt und jeder Freiraum zum Zwecke des Gelderwerbs vernichtet. Es fehlt mir mein altes Berlin, heute mehr denn je.  M.K.

* Periplaneta Literaturcafé, Bornholmer Straße 81a, 10439 Berlin
Tel.: 03044673433  Internet: http://www.periplaneta.com/about/cafe/

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Leseproben:

Es muss ein Sonntag im Sommer‭ ‬1920‭ ‬gewesen sein,‭ ‬als Werner und meine Großmutter sich kennenlertnen.‭ ‬Elisabeth leistete sich eine Erbsensuppe bei Aschinger. Nur noch eine Schrippe lag im Körbchen‭! ‬Im selben Moment wie Elisabeth griff der freundliche Mann mit der Nickelbrille zu,‭ ‬beider Hände berührten sich über dem Körbchen.‭ ‬Beide zogen ihre Hände blitzartig zurück,‭ ‬aber der nette junge Mann fängt sich schnell wieder,‭ verschmitzt ‬lächelnd greift er den Korb und bietet das Brötchen der Dame an:‭ “‬Ladies first,‭ ‬sagen die Engländer,‭ ‬also bitte schön‭!”

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Sie spürt sofort,‭ ‬da ist einer,‭ ‬der sich ihrer Führung nicht verweigert.‭ ‬Schon lange träumt sie den Traum,‭ ‬den viele ledige junge Frauen träumten.‭ ‬Statt in die Fabrik zu gehen,‭ ‬möchte sie Ehefrau,‭ ‬Hausfrau und vielleicht auch Mutter werden,‭ ‬wenn denn das Geld reicht,‭ ‬das der Mann heimbringt.‭ Der stille Werner würde ihr als Gatte gut gefallen,‭ ‬doch einen Fehler hat die Sache, er ist arbeitslos.‭ ‬Elisabeth hört sich um und wird fündig.‭ ‬Morgens um halb fünf weckt sie unsanft ihren Werner und scheucht ihn zu den Verkehrsbetrieben (Die BVG wir erst 1929 gegründet).‭ ‬Ohne Job bräuchte er gar nicht wiederkommen,‭ ‬ruft sie ihm nach.‭

(Die ganze Geschichte: http://wp.me/p3UMZB-1bz)

Frühsommer ’89. Bei unserem ersten Besuch gehen wir auf ein Straßenfest im Ernst-Thälmann-Park. Das scheint eine angenehme Nachbarschaft zu sein. Entspannte, freundliche Berliner, sogar lesbische und schwule Päarchen, die sich nicht verstecken. Das das nicht typisch ist für die DDR oder auch Ost-Berlin ist, ist uns natürlich klar.

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Wir reden mit ein paar jungen Leuten, die sich vorsichtig, oder aus Mangel an Material, nur leicht punkig gestylt haben. Eine junge Frau fragt Helene nach ihren Haaren. Nicht die bunten Strähnchen interessieren sie, die sind ohnehin utopisch, nein, wie Helene ihren Schopf blondiert möchte sie wissen. Es dauert bis Helene bewusst wird, dass man hier sowas nicht einfach im Drogerie-Markt kaufen kann. Schliesslich empfiehlt sie Wasserstoffperoxid. Davon hat die junge Frau noch nie gehört. Dieses unwesentliche Rencontre mit der Realität des Sozialismus gibt Helene zu denken. Ein Land, in dem Frau ihre Haare nicht ordentlich blondieren kann ist ein Unding, aber auch ein exotisches Wunderland, das es zu entdecken gilt.

West-Berlin 1970. Andi und mich nennt man auch Gammler mit unseren mehr als schulterlangen Haaren, den ausgefransten Jeans und den Batik-T-Shirts. Zum Beispiel, wenn wir an Baustellen vorbei kommen, hören wir: “Euch hätte man früher vergast.” oder “Geht doch in den Osten, ihr Dreckschweine.”

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Schläge werden uns angedroht und manchmal müssen wir auch flitzen, um diesen zu entgehen. Acht oder neun Jahre später werde ich wieder an Baustellen vorbei kommen und wieder werden mir Schläge angedroht, nur jenes Mal wegen meiner raspelkurzen Haare. Denn die Bauarbeiter haben inzwischen lange Haare und lange Koteletten, sie tragen Jeans und bunte T-Shirts, während ich nur noch schwarz trage.

 

 

Editorial – “Drei Jahre Produktion” / Lesung am 15.4. und neues Buch

Dass ich wieder zu schreiben begann, habe ich dem Zufall zu verdanken. Es war Ostersonntag 2013 und ich hatte vor, mit einer Freundin einen längeren Stadtspaziergang zu unternehmen. Doch das Berliner Wetter präsentierte sich typisch elend für Ende März, es war kalt und es goss in Strömen. Der Spaziergang wurde abgesagt und mich ereilte ein seltener Anfall von Langeweile. Einem spontanen Einfall folgend stieg ich in den Keller hinab und kam mit einer verstaubten Kiste wieder zurück. In ihr fand ich alte Fotos, Briefe und andere Dokumente aus meiner und der Vergangenheit meiner Vorfahren.

Nach dem Tod meiner Mutter hatte ich das alles schnell zusammengepackt, um zu vermeiden, dass es auf dem Müll landete. Ich begann den Inhalt zu sichten und war fasziniert. Erst am späten Abend zwang mich mein knurrender Magen eine Pause einzulegen. Das Wetter blieb schlecht und so setzte ich meine Recherche in den folgenden Tagen fort. Hin und wieder googelte ich nach zusätzlichen Informationen und bald machte ich mir Notizen, um meine Findungen festzuhalten. Dank meiner Frühberentung war ich ja weitgehend Herr meiner Zeit, bis auf die Beschränkung durch meine angeschlagene Gesundheit. Als ich Rentner wurde, hatte ich gehofft, nun auch wieder Zeit und Muße zu haben, um zu schreiben. Hin und wieder machte ich Versuche, doch es wollte mir nichts Lesenswertes gelingen. Doch nun war es anders, seitdem ich die familiären Fundstücke sichtete, gingen mir so viele Anekdoten und Geschichtchen durch den Kopf, dass aus dem “Notizen machen” schließlich ein “Texte verfassen” wurde, ohne das ich darüber nachdachte. Drei Jahre später sind zwei Romane entstanden und eine große Sammlung von “Familienportraits”, die ich z.Z. für eine Buchausgabe bearbeite.

Danke für Eure Genesungswünsche. Ja, es ist besser, aber wird mich noch eine ganze Weile beschäftigen. Vor fünf Jahren hatte ich schon mal eine OP am Gaumen, diesmal ist auch der Rachen betroffen und ohne OP wird es wieder nicht abgehen. Die Lesung am 15. April mache ich auf jeden Fall, auch wenn ich jetzt Tom Waits ähnle, stimmlich. Hier noch einmal die Details der Veranstaltung:

Illustrierte Lesung: „Passbilder“

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Im Periplaneta Literaturcafé* am 15. April um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.

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  • Der Autor und Blogger Marcus Kluge liest aus seinen autobiografischen Romanen und Familiengeschichten. Er schlägt einen Bogen zwischen dem Jahr 1910, in dem seine Großmutter nach Berlin kam, um als Hausmädchen zu arbeiten, und der heutigen Hauptstadt der Berliner Republik. Ihn interessiert das Leben der einfachen Leute und wie die große Politik Einfluss auf sie nimmt.

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 – Im seinem ersten Roman, „Xanadu ’73 – Liebe, Rausch und Rock’n’Roll“, schildert er den West-Berliner Underground der 70er Jahre. Der zweite Roman, „Ein Hügel voller Narren“, führt den Leser ins von Hausbesetzungen polarisierte Berlin des Jahres 1981.

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Der Illustrator und Artdirector Rainer Jacob zeigt zur Lesung historische Fotos und eigene Zeichnungen. –

* Periplaneta Literaturcafé, Bornholmer Straße 81a, 10439 Berlin
Tel.: 03044673433  Internet: http://www.periplaneta.com/about/cafe/

Meinen geschätzten Leserinnen und Lesern danke ich für das wohlwollende Interesse und die schönen Rückmeldungen. Ich hoffe, wir werden zusammen noch viele Geschichten entdecken, Geheimnisse lüften und Bilder bestaunen können.

M.K.

UNDERGROUND WEST-BERLIN schurken, schelme, kebabträume

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Lesung mit Bildern – Die West-Berlin-Trilogie von Marcus Kluge

Buchpremiere “Xanadu ’73” am Sonntag, den 30.8. um 19.30 Uhr
in der Kulturwerkstadt Danckelmannstr.9a


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Kürzlich erschien der erste Band der Roman-Trilogie von Marcus Kluge in der “Edition Assassin” als Buch. Möglich wurde das durch über 100 Förderer, die unsere Crowdfunding-Kampagne unterstützt haben. Das wollen wir mit einer illustrierten Lesung feiern. Alle Unterstützer, Freunde und Neugierige sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Ich lese aus “Xanadu ’73 – Liebe, Rausch und Rock’n’Roll”, dem ersten Band und der 1981 spielenden Fortsetzung “Ein Hügel voller Narren”, sowie dem “Xanadu-Fanheft”. Der Illustrator und Buchgestalter Rainer Jacob zeigt dazu seine Zeichnungen und historische Originalfotos. “Xanadu ’73” berichtet vom kurzen und tragischen Leben meines Schulfreundes Beaky, der vom Popfan zum Drogenkonsumenten wurde und schließlich an einer Überdosis starb. Dabei schildert es den West-Berliner Underground der frühen 1970er Jahre. Kiffer, Dealer, DJs, Ärzte und Antiquitätenhändler bildeten damals eine ganz eigene Subkultur in den Nebenstraßen des Kudamms. “Ein Hügel voller Narren” beginnt acht Jahre später am Tag, als der Hausbesetzer Klaus-Jürgen Rattay, während eines Polizeieinsatzes, von einem Doppeldeckerbus überrollt und getötet wird. Roberto kommt nach einem Knastaufenthalt in seine Heimatstadt zurück und findet West-Berlin polarisiert durch Polizeiübergriffe, Hausbesetzungen und die Zeitungshetze gegen die Protestbewegung. “Ein Hügel voller Narren” ist fast fertig und wird 2016 als Buch erscheinen.

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Der Eintritt ist kostenlos und natürlich kann man das Buch erwerben und sowohl vom Autor, als auch vom Illustrator signieren lassen. Gleichzeitig mit dem Buch ist ein Fanheft erschienen. Es knüpft an die Tradition der Assasin-Fanzines aus den frühen 1980er Jahren an. Das neue, von Rainer Jacob gestaltete Heft, vereinigt Texte, Fotos und Materialien, die das Umfeld des Xanadu-Romans beleuchten und von Kindheit und Jugend in der Mauerstadt der 60er Jahre erzählen. Schließlich haben wir noch eine “T-Shirt-Überraschung” in petto.

M.K.

Illus: Rainer Jacob

Bestellen kann man Buch und Heft unter dieser Adresse: blindepassagiere@gmx.de

Berlinische Leben – “Grönemeyer kann nicht tanzen” / Eine Pinguin-Club-Anekdote

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Für die Lesung am 28. Mai 2015 im Pinguin erinnerte ich mich an eine kleine Anekdote, die mir dort vor vielen Jahren auffiel:

Als ich 1987 den “Filmbär” machte, ein Berlinale-TV-Journal, fielen mir die Drehbücher für das “Hollywood-Friedenau-Spiel” wieder ein. Für ein Brettspiel hatte ich mit Herbert Nonsens-Kurz-Treatments erfunden, in denen wir bekannte Filme verballhornten. Aus “Über den Dächern von Nizza” wurde “Über den Löchern der Pizza”, oder aus “Dial M for Murder” wurde “Dial M for Mini-Pizza”. Es war zwar zu aufwändig, die Scripts tatsächlich zu verfilmen, aber wir drehten eine Reihe von Kurz-Videos in denen ich die Stories vorstelle. Kulisse bildete der Pinguin-Club und der großartige Volker Hauptvogel mixte mir zu jedem Treatment einen passenden Cocktail und servierte in mit viel Applomb.

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Leider habe ich nur zwei Jahre direkt um die Ecke vom Pinguin-Klub gewohnt, das war verdammt praktisch. Ich habe mich dort immer sehr wohl gefühlt und mir fällt eine kleine Anekdote ein, um das zu illustrieren.Am 18. Mai 1991 war ich dort und gegen Mitternacht kam Herbert Grönemeyer mit zwei oder drei Begleitern herein. Die Begleiter waren offensichtlich Stammgäste, der Sänger wohl nicht. Die Begleiter zertreuten sich um mit verschiedenen Gästen zu plaudern, während der Sänger etwas verloren an der Theke stehenblieb. Nach einer längeren Weile, gelang es ihm die Aufmerksamkeit des Barkeepers zu erhaschen. Er bestellte sich ein Flaschenbier, vermutlich sowas Nordisches, wie Becks oder Jever. Niemand hatte ihm gesagt, dass es Köpi vom Fass gab. Die neben ihm stehenden kümmerten sich nicht um ihn. Also stellte sich Grönemeyer, an seinem Flaschbier nuckelnd, in die Mitte des Ladens und “guckte ob jemand guckt”. Er wippte ein wenig zur Musik, drehte sich langsam um 360 Grad im Kreis, aber niemand guckte zurück. Er wurde ignoriert. Kurz vorher war er von 100000 Menschen auf einem Open-Air-Konzert bei Ahrensfelde gefeiert worden, er hält wohl immer noch irgendeinen deutschen Rekord dafür. Auf jeden Fall drehte sich niemand zu ihm um, keiner guckte und seine Versuche mit irgendjemand ins Gespräch zu kommen scheiterten kläglich. Nach 20 Minuten sah er ziemlich frustriert aus und versuchte seine Begleiter zum gehen zu bewegen. Kurz danach stürzte er hinaus und ward nicht mehr gesehen.

Hier findet Ihr die ganze “Hollywood-Friedenau-Geschichte”:

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Editorial – “Blitz, Buch, WeBeMaKis und Lesung”

Rotes Herz Makis

Vor zwei Wochen hat ein Blitz meinen alten PC gekillt. Ein paar neue Texte waren weg, selbst die externen Back-Ups waren unvollständig. Das Xanadu-Buchprojekt dümpelte bei 46%, ohne dass etwas dazukam. Dann haben Rainer und ich uns, zusammen mit der geschätzten Prinzipalin der WeBeMaKis, Jeanette, T-Shirts für Mauerkinder ausgedacht. Rainer hat schöne Entwürfe gemacht und Gruppenmitglieder haben zwei Entwürfe ausgesucht. Eine Woche später waren ca. 50 Hemden bestellt und wir haben unser Funding-Ziel erreicht. Wir sind begeistert und sagen allen Unterstützern und Jeanette vielen, lieben Dank! Mein Traum wird wahr, im Juni wird mein erster Roman gedruckt.

https://www.startnext.com/xanadu-west-berlin-buch

Wer möchte kann sich am 28. Mai im Pinguin-Club von mir vorlesen lassen. Als Gast beim Stammtisch “Plastics, Punks & Pussys” lese ich, um 21 Uhr, kurze Texte über Liebe, Punk und Rock’n’Roll in der Mauerstadt. Die Lesung wird ca. 35-40 Minuten dauern. Mein Freund und Illustrator Rainer Jacob zeigt Zeichnungen und Originalfotos dazu. Der Eintritt ist frei!

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“Rainer und ich waren in der T-Shörterei und haben Neuigkeiten. Girlie-Shirts, also tailliert und mit Rund- oder V-Kragen sind machbar in den Motiven, die wir als T-Shirts anbieten. (Siehe 1a und 6a) Auch Hoodies wären machbar (siehe 4c mit einem neuen Motiv). Ich persönlich könnte mich auch noch für die Variante Grill- und Koch-Schürze erwärmen. Der Haken ist i.M. der Listenpreis der Textilien, wir werden nächste Woche mit dem Chef dort reden und versuchen günstigere Preise aushandeln. Immerhin bestellen wir insgesamt eine größere Menge. 4a ist ein schönes, neues Design, da wäre die Frage, ob wir 10 Besteller finden?

Grundsätzlich denken wir, die Hemden sollten etwas besonderes bleiben, das es nicht immer gibt. Wir werden ein paar Shirts mehr bestellen, z.B. für Mauerkinder, die sich mit der Größe unsicher sind. Eine Kommerzialisierung streben wir nicht an, es soll ja auch nicht “Jedermann” damit rumlaufen. Wenn wir ein neues Projekt starten, würden wir gern in diesem Rahmen neue Shirts vorstellen. Im Herbst möchten wir aus den “Familienportraits” ein Buch machen, so dass zu Weihnachten das Buch und vielleicht ein T-Shirt unterm Weihnachtsbaum liegen.

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Berlin Typography

Text and the City // Buchstaben und die Stadt

Der ganz normale Wahnsinn

Das Leben und was uns sonst noch so passiert

500 Wörter die Woche

500 Wörter, jede Woche. (Nur solange der Vorrat reicht)

Licht ist mehr als Farbe.

(Kurt Kluge - "Der Herr Kortüm")

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